Schüler erhalten Privatunterricht von jungem Top-Pianisten

Fabio Martino begann bereits mit fünf Jahren, Klavier zu spielen. „Talent allein reicht nicht, man muss hart für seinen Erfolg arbeiten“, erzählte der 32-jährige Pianist den Gymnasiasten. Foto: Doro Siewert
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Fabio Martino begann bereits mit fünf Jahren, Klavier zu spielen. „Talent allein reicht nicht, man muss hart für seinen Erfolg arbeiten“, erzählte der 32-jährige Pianist den Gymnasiasten. Foto: Doro Siewert

Fabio Martino, Solist im 2. Philharmonischen Konzert, erzählte im Rögy von seiner Leidenschaft

Von Melissa Wienzek

Diese Unterrichtsstunde werden die Oberstufenschüler des Röntgen-Gymnasiums wohl so schnell nicht vergessen: Statt Frontalunterricht an der Tafel gab es einen lockeren Plausch mit einem international gefragten Top-Pianisten. Fabio Martino (32), der bereits über 20 erste Preise gewonnen hat, gilt als der Herausforderer der Szene. Gestern Morgen spielte sich der gebürtige Brasilianer schon einmal in der Schulaula warm – denn abends stand das 2. Philharmonische Konzert mit den Bergischen Symphonikern im Teo Otto Theater an. Im Publikum: eben jene 29 Schüler, die ihm morgens begegnet waren.

Und die waren beeindruckt vom jungen Pianisten. Martino, gekleidet mit roter Hose, buntem Hemd und seinem Markenzeichen, der handgebundenen Fliege, machte seinem jugendlichen Publikum Lust auf klassische Musik. „Ravels Klavierkonzert geht sofort mit dem Klavier los – und zwar volle pulle“, erklärte er und spielte den aufregenden ersten Satz des Stücks, das am Abend auch im Theater erklang. Sofort war der Musiker in seiner Welt, spielte voller Leidenschaft, ehe er sich wieder zu den Schülern drehte und erklärte: „Ravel schafft hier eine Mischung von Klang und Farben, Rhythmus und etwas Jazzigem.“ Auch den zweiten und dritten Satz brachte er ihnen näher – natürlich samt Kostprobe.

Martino gab sich offen und nahbar. Die Fragen der Schüler beantwortete er daher gern. „Welcher Auftritt hat Ihnen am meisten gefallen? Wer ist Ihr Lieblingskomponist? Und haben Sie noch Lampenfieber?“, waren nur drei davon. „Ja, ich habe Lampenfieber, meine Hände sind kalt und schwitzig. Das ist cool. Ich liebe das“, erzählte der leidenschaftliche Musiker.

Pianist verschenkte seine CD an zwei Schüler

„In einer Kritik wurden Sie als Rampensau bezeichnet – würden Sie das unterschreiben?“, fragte eine Schülerin. „Ja, das passt gut zu mir, das ist ein Kompliment. Rauszubringen, was im Herzen ist, ist das Schönste am Musikmachen.“ Die Schüler erfuhren auch, dass er privat Pop hört, sich zweimal die Woche zum Sport quält, ein furchtbarer Sänger ist und Xylofon sowie Flöte gelernt hat. „Das Klavier war aber immer Chef.“

Fabio Martino, der mit fünf Jahren begonnen hatte, Klavier zu spielen, berichtete von seinem Werdegang. Bei einem Wettbewerb in Brasilien gewann er ein zweimonatiges Stipendium der Musikhochschule Karlsruhe – da war er 12. Nach einem Musikstudium in Brasilien und Deutschland, das er 2014 abschloss, tourte er durch die Konzertsäle der Welt und nahm zwei CDs auf. „Latin Soul“ hatte er sogar mitgebracht – und verschenkte sie an zwei Schüler.

„Ich fand seine Antworten super hilfreich“, sagte Tabea Dehn (16). „Ich spiele auch Klavier seit ich fünf bin, aber ich bin nicht so fleißig. Durch seine Impressionen hilft mir das nun vielleicht weiter.“

Das Projekt

Beim Format „Rhapsody in School“ geben Musiker den Schülern ehrenamtlich Einblicke in ihre Arbeit. Das Ziel: Jugendliche für Musik und Instrumente begeistern. Die Bergischen Symphoniker unterstützen dies.

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