Jubiläum

Schüler begleiten hundert Jahre Waldorfpädagogik mit Aktionen

Seit dem September 1986 in Bergisch Born: die Rudolf-Steiner-Schule mit ihrer Waldorfpädagogik. Foto: Michael Schütz
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Seit dem September 1986 in Bergisch Born: die Rudolf-Steiner-Schule mit ihrer Waldorfpädagogik.

Rudolf-Steiner-Schule in Bergisch Born feiert Jubiläum der anthroposophischen Strömung mit zahlreichen monatlichen Auftritten.

Von Andreas Weber

1919 startete Rudolf Steiner mit der Waldorfpädagogik in Stuttgart in der Betriebsschule für die Kinder der Angestellten der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik. Hundert Jahre später gibt es 1027 Waldorfschulen in 65 Ländern, 238 davon in Deutschland. Der Geburtstag der Waldorfpädagogik wird auch im Schwarzen Weg 9 in Bergisch Born mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert.

Im Monatsrhythmus präsentieren zumeist je zwei Klassen künstlerische Inhalte wie Theater, Tanz, Spiel und Musik außerhalb der Schule. Der noch nicht ganz verbindliche Rahmenplan für „Waldorf 100 - Lernen, die Welt zu verändern“ steht, ausgearbeitet von Lehrerin Annelene Hoff-Diekamp. Er sieht unter anderem Besuche des Altenheims Vogelsang in Wermelskirchen (Februar), des Umwelt- und Kinderfestes in Burscheid (Mai), die Feier 50 Jahre IGBB (Juni), den Weihnachtsmarkt Lüttringhausen (November), das Jugendfest „Die Welle“ (Juli) und das Erntedankfest in Witzhelden (Oktober) vor.

Ein Drittel der Wegstrecke der 100 Jahre ist die Rudolf-Steiner-Schule in Born mitgegangen. Sie beginnt 1979 mit der Gründung des Vereins der Freunde der Waldorfpädagogik Remscheid, der Kurse für Eltern und Kinder durchführte - dem von Rudolf Steiner entwickelten anthroposophischen Menschenbild folgend.

Wachstum hält an: Momentan wird Offener Ganztag erweitert

Ende 1982 entstand ein Waldorfkindergartenverein, aus dessen Arbeit im September 1983 die Eröffnung der ersten Kita (Zaunkönig) mit 25 Kindern gegenüber der späteren Schule resultierte. Die wurde 1983 über den Schulverein eingestielt und im September 1986 eröffnet. Mit 39 Kindern wurden damals eine erste und zweite Klasse ins Leben gerufen.

Schritt für Schritt etablierte sich die Waldorfpädagogik, für die sich Remscheider zuvor nach Wuppertal hatten orientieren müssen. „Jährlich wuchsen Schülerzahl wie Kollegium, was bald einen ersten Erweiterungsbau – den Pavillon – erforderlich machte“, heißt es auf der Homepage der Schule. Weitere Neubauten entstanden, die heute 13 Klassen mit dazugehörigen Fach- und Nebenräumen Platz bieten.

Immer noch wächst die Waldorfschule auf ihrem Gelände an der ehemaligen Bahntrasse. Moment wird der Offene Ganztag (OGS) erweitert. Der Rohbau mit Dach steht, im Juli soll Einzug sein. Mittelfristig hofft Udo Clemens, Geschäftsführer des Träger- und Fördervereins der Schule, auf die Baugenehmigung für ein weiteres Gebäude, das am Schulparkplatz entstehen und der Mensa sowie der Oberstufe Platz bieten soll.

WALDORFSCHULE

BUDGET In privater Trägerschaft muss die Rudolf-Steiner-Schule mindestens 13 Prozent des Gesamtbudgets jährlich selber über Spenden aufbringen. Aufgrund ihrer zusätzlichen Angebote kommen die Borner mit gut 600 000 Euro sogar auf 25 Prozent.

Im vor anderthalb Jahren eingeweihten Orchestersaal gab Udo Clemens dem Schulausschuss, der die Waldorfschule jüngst als Tagungsort ausgewählt hatte, Informationen. Die Schule zählt 420 Schüler, dahinter stehen 290 Elternpaare. Die Schüler werden einzügig von der ersten Klasse bis zum Abitur begleitet. „Über Zwei Drittel unserer Erstklässler machen hier Abitur“, meinte der Geschäftsführer. Waldorf kennt keinen Schulleiter. Ein dreiköpfiges Leitungsteam aus dem Kollegium übernimmt die Führung jeweils auf Zeit.

Die Waldorfschule setzt Schwerpunkte beim handwerklich-künstlerischen Unterricht, hat Schmiede- und Holzwerkstatt. Clemens erwähnte vor den Kommunalpolitikern auch den Gartenbau sowie den Sport in einer eigenen Halle.

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