Schon Hildegard von Bingen schätzte seine Heilwirkung

Der Gewöhnliche Odermennig mag nährstoffarme Böden und ist als entzündungshemmende Heilpflanze bekannt. Foto: Stefanie Barzen
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Der Gewöhnliche Odermennig mag nährstoffarme Böden und ist als entzündungshemmende Heilpflanze bekannt.

Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule über den Odermennig

Der Gewöhnliche Odermennig ist ein Mitglied der Familie der Rosengewächse und somit verwandt mit Nelkenwurz, Brombeere, Apfel und Heckenrose. Seine volkstümlichen Namen, Magenkraut, Milzblüte, Leberklee oder Schafklette, tragen Hinweise auf seine Verwendung und Verbreitungsweise.

Der Gewöhnliche Odermennig ist im Bergischen Land verbreitet, aber nicht wirklich häufig. Er mag seine Standorte sonnig und eher weniger nahrhaft. Man findet ihn an Wald-, Weg- und Heckenrändern, an Böschungen und auf mageren Wiesen, wo er sechzig Zentimeter bis über einen Meter hoch werden kann. Blütezeit ist von Juni bis September.

Die leuchtend gelben Blüten wachsen in Form einer langen, lockeren, blattlosen Traube und sind je etwa einen Zentimeter groß. Sie bestehen aus fünf grünen Kelch-, fünf gelben Kron- und bis zu zwanzig Staubblättern und zeigen den für Rosengewächse typischen Blütenaufbau. Da einige Staubfäden zur Narbe hin wachsen, kommt auch Selbstbestäubung vor. Die Früchte des Gewöhnlichen Odermennigs sind kegelförmig, gefurcht und mit Haken versehen. Mit Hilfe dieser Haken bleiben die Früchte im Fell von Tieren und an Kleidungsstücken hängen und werden so verbreitet.

Der selten verzweigte Stängel der Pflanze entspringt einer grundständigen Blattrosette. Die Laubblätter sind unpaarig gefiedert, es gibt eine Endfieder, zählt man also Fiederpaare plus Endfieder, so wird die Zahl immer ungerade sein. Die Blattunterseite der am Stängel wechselseitig sitzenden Blätter ist silbrig-grau. Die Pflanze ist stark behaart.

Der Gewöhnliche Odermennig ist seit der Antike bekannt und galt im Mittelalter als eines der wichtigsten Wund- und Leberheilkräuter, das auch bei Hildegard von Bingen (1098 - 1179) Erwähnung findet. Die Pflanze enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe, Triterpene, Kieselsäure, ätherische Öle. Hierdurch wirkt sie adstringierend, entzündungshemmend, antibakteriell, stoffwechselanregend, appetitanregend, wundheilend. Eingesetzt wird sie bei Leber- und Gallenleiden, Magen-/Darmproblemen, Entzündungen im Hals- und Rachenbereich, Zahnfleischproblemen, Blasenentzündungen sowie bei Durchfällen. Bereitet wird ein Tee aus Blättern und Blüten, der äußerlich in Form von Umschlägen bei Hautentzündungen, Ekzemen, Jucken angewendet wird. Eine besondere Bedeutung hat hierbei die zusammenziehende Wirkung der Gerbstoffe, die Haut und Schleimhäute fester und damit undurchdringlicher für Krankheitserreger werden lässt.

www.natur-schule-grund.de

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