Meine erste Platte

Schon als Kind besuchte er mit seinen Eltern Oldie-Konzerte

Fantasy-Autor Hagen Thiele mit seiner ersten CD von Blind Guardian. Heute stehen 500 Metal-Scheiben in seinem Regal. Foto: Roland Keusch
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Fantasy-Autor Hagen Thiele mit seiner ersten CD von Blind Guardian. Heute stehen 500 Metal-Scheiben in seinem Regal.

Hagen Thiele bekam die erste Metal-CD von seinem Vater

Von Peter Klohs

Remscheid. Wenn man sich mit dem Remscheider Schriftsteller Hagen Thiele über seinen Musikgeschmack im Allgemeinen und über seine erste Platte im Besonderen unterhält, merkt man recht schnell, dass die harte musikalische Gangart – Stichwort: Metal – für den Musikliebhaber mehr ist als röhrende Gitarrenriffs, ein peitschendes Schlagzeug und aggressiver Gesang. Gerade im Metal-Bereich gibt es zahlreiche Untergenres, und über jedes kann Hagen Thiele kenntnisreich plaudern.

Aber gemach: Seine Musikleidenschaft begann auf Oldie-Konzerten. „Meine Eltern haben mich zu Oldie-Nächten mitgenommen“, erzählt der Autor, der vorzugsweise Horror und Fantasy schreibt, „und da hörte ich in der Dortmunder Westfalenhalle zum ersten Mal Sweet und Suzi Quatro, die ganze Glam-Rock-Riege. Noch davor war ich mit den Eltern auf einem Konzert der Stones. Aber da war ich 6 oder 7 Jahre alt und konnte mit der Musik noch nichts anfangen.“

Über Schulfreunde, die ihm die deutsche Mittelalter-Metal-Band „In Extremo“ vorstellten, bekam Thiele mit, was eine gute Gitarrenarbeit verbunden mit einem aussagekräftigen Sänger für eine Band bedeuten können. Seitdem hat er ein Ohr dafür.

In seiner Sammlung sind alle Metal-Genres vertreten

Fast zeitgleich beschäftigte sich der junge Hagen mit Tolkiens-Buchtriologie „Der Herr der Ringe“. „Und dort tauchte ein Name auf, der mich gefangen nahm: Blind Guardian, der blinde Führer. Mein Vater bemerkte meine Begeisterung für diese Figur und lief spontan in einen Plattenladen. Er kaufte die CD ‚Nightfall on middle earth’ der Krefelder Power-Metal-Band ‚Blind Guardian’. Mein Vater wollte meine Leidenschaft fördern und mich nicht an den deutschen Schlager verlieren“, lacht Thiele. So kam er zu seiner ersten CD.

Kurz darauf, noch auf sein spärliches Taschengeld angewiesen, legte er den Grundstein seiner CD-Sammlung, die heute etwa 500 Exemplare umfassen dürfte. Alle Arten von Metal sind enthalten: Edguy (Power Metal aus Fulda), Evergrey (Progressive Metal aus Schweden), Kataklysm (Death Metal aus Kanada). Dazu noch zahlreiche Vertreter der Spielarten Heavy-, Black-, Doom- und Trash-Metal.

Thiele wollte in früheren Jahren seiner Musikleidenschaft auch aktiv nachgehen und wurde Gründungsmitglied der Wuppertaler Band ‚Utter Silence’, die atmosphärischen Doom Metal spielt. Als Sänger war das Growlen, eine Art aggressive, unmelodiöse Lautäußerung, die nur bedingt etwas mit herkömmlichen Gesang zu tun hat und in manchen Musikarten als Aufschrei oder Wut bezeichnet wird, seine Spezialität. Da er in der Band auch für die Texte verantwortlich war, verknüpfte sich auf diese Art seine Musikliebe mit der Begeisterung an fantastischen, auch längeren Texten, die er zunehmend in Kurzgeschichten oder Romanen niederschrieb. „Ich musste die Band aus diversen Gründen verlassen“, erzählt Thiele. „Die Jungs haben sich inzwischen toll entwickelt, haben zwar noch keine Veröffentlichung über eine Plattenfirma, aber eine Art Geheimtipp kann man sie schon nennen.“ Des Weiteren plaudern wir über ‚My dying bride’, eine englische Doom Metal Band, die Hagen Thiele wie ein guter Freund auch in schlechten Zeiten begleitet hat, ob man die Musiker und ihr Werk immer gut trennen kann und darüber, dass er durchaus auch mal Klassik („Beethoven!“) oder Blues hören kann.

Seine erste Platte hört er nicht mehr so oft („Das letzte Mal vielleicht vor einem Jahr“), sie hat aber ihre Stelle im musikalischen Teil von Hagen Thieles Welt zwischen Horror und Fantasy.

Flagge zeigen

Hagen Thiele auch mit der amerikanischen Metalgruppe ‚Iced Earth’ verbunden und Fan von deren Gitarristen Jon Schaffer hört mittlerweile die Musik der Amerikaner mit einem negativen Gefühl. „Jon Schaffer war einer der führenden Männer beim Sturm auf das Kapitol am 6. Januar. Da muss man dann Flagge zeigen und sich distanzieren.“

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