Breitbandausbau

Das schnelle Internet kommt per Peter-Pflug und Horizontalbohrung

Beim Peter-Pflug-Verfahren, hier von der BEW in Hückeswagen eingesetzt, wird gepflügt, verlegt und verschlossen in einem Arbeitsschritt. Foto: Gerrath
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Beim Peter-Pflug-Verfahren, hier von der BEW in Hückeswagen eingesetzt, wird gepflügt, verlegt und verschlossen in einem Arbeitsschritt.

Der Breitbandausbau in den Außenortschaften soll umweltschonend passieren.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der Breitbandausbau in den Remscheider Außenortschaften soll möglichst umweltschonend passieren. Das berichteten der städtische Breitbandkoordinator Christian Marre und Hans-Joachim Sauer, zuständiger Projektleiter bei der Telekom, dem Naturschutzbeirat bei dessen letzter Sitzung. Dazu habe man die Untere Naturschutzbehörde schon früh in die Planungen eingebunden, so Marre. Und dafür greife man auf besondere Techniken zurück, um die notwendigen Glasfaserkabel zu verlegen.

Beim sogenannten geförderten Ausbau werden Ortschaften mit Glasfaser versorgt, bei denen sich ein solcher Ausbau wirtschaftlich sonst nicht lohnen würde, vor allem weil dort zu wenige potenzielle Kunden wohnen. Finanziert wird das deswegen mit Fördermitteln von Land und Bund. Betroffen sind naturgemäß überwiegend ländliche Regionen – und damit teilweise auch Landschafts- und Naturschutzgebiete.

Und mit denen wolle man möglichst schonend umgehen, bekräftigte Telekom-Projektleiter Sauer. Oberirdisch würden Kabel nur dort verlegt, wo man bereits vorhandene Masten nutzen könne. Und für die unterirdische Verlegung greife man insbesondere auf das Peter-Pflug- und das Horizontalspülbohrverfahren zurück. Zudem verlege man die Kabel überwiegend entlang bereits bestehender Straßen und Wege.

Vor allem das Spülbohrverfahren sei geeignet, um Kabel ohne großen Eingriff in die Natur zu verlegen, so Sauer: „Dafür brauchen wir nur punktuell Montagegruben.“ Von denen aus könne sich ein Richtbohrer einige Hundert Meter weit horizontal durchs Erdreich bewegen, auch unter Bächen oder Gebäuden her. Sauer: „Dabei werden keinerlei Bäume beschädigt.“

Auf „freiem Feld“ würde man hingegen zum Peter-Pflug-Verfahren greifen, erklärte Sauer. Dabei werde in einem Arbeitsschritt der notwendige Schacht erzeugt, das Kabel verlegt und der Schacht wieder zugeschüttet. Dieses Verfahren habe man sich eigens beim Breitbandausbau der BEW in Hückeswagen und Wipperfürth angeschaut, berichtete Sauer. Der Einfluss auf die Natur sei gering: „Nach drei Monaten sieht man gar nichts mehr.“

Zudem versuche man, die geplanten Baustellen optimal zu nutzen, sagte Hans-Joachim Sauer: „Für uns herrscht hierbei Koordinierungszwang.“ Die Arbeiten würden also mit den Stadtwerken, den Technischen Betrieben und anderen abgestimmt, um zu vermeiden, dass kurz nach der Verlegung des Glasfaserkabels der Boden erneut für eine Strom- oder Wasserleitung geöffnet werden muss. Sauer: „Immer wenn es sich anbietet, legen wir solche Arbeiten zusammen.“

Mit der Vertragsunterschrift beim Glasfaserausbau wollen Stadt und Telekom binnen drei Jahren die weißen Flecken auf dem Weg zu einem schnellen Netz schließen.

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