Mein Blick auf die Woche in Remscheid

Schnee oder Lützi: Trumpismus hat es weit gebracht

axel.richter@rga.de
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„Und die TBR ist noch am Haier machen“, schimpfte nach dem Wintereinbruch am Donnerstag über die Räum- und Streudienste einer in den sozialen Schwätzwerken des Internets. Der Trumpismus hat es weit gebracht, findet RGA-Lokalchef Axel Richter. Übrigens auch in der Klimabewegung. 

„Und die TBR ist noch am Haier machen“, schreibt einer. „Und wie jedes Jahr sind die Klugscheißer über die TBR am herziehen“, entgegnet ein anderer. So viel zur Qualität der Diskussion über die Räum-und Streudienste in den sogenannten sozialen Netzwerken.

Die fiel nämlich aus, wie sie immer ausfällt, wenn Schnee fällt in Remscheid. Tenor der Kritiker: Woanders sind die Straßen besser geräumt, wobei meist offenbleibt, wo dieses anderswo liegt. Das häufige Gegenargument derer, die die Männer in Orange verteidigen, lautet: Ihr könnt ja bloß nicht Auto fahren. Das ist genauso platt. Wobei, wenn man so drüber nachdenkt. . .

Und dann sind da noch die Unausweichlichen, die Wetter und Klima entweder nicht auseinanderhalten können oder nicht auseinanderhalten wollen und den Wintereinbruch im Bergischen als Gegenbeweis für den weltweiten Klimawandel anführen.

Ja, der Trumpismus hat es weit gebracht. Das allerdings nicht nur auf Seiten derer, die wahlweise die Erderwärmung, die Corona-Pandemie oder Putins Kriegsschuld leugnen. Es gibt ihn auch in der Klimabewegung.

Deshalb wurde Lützerath zum überregionalen Kristallisationspunkt lautstarken Dagegenseins mit beinahe schon religiösem Anstrich. Und zur Kulisse der Klima-Prominenz, die sich professionell in Szene zu setzen weiß und das Narrativ von den friedlichen Demonstranten und der gewalttätigen Polizei bediente. Irgendetwas davon wird schon hängenbleiben. Das ist das Kalkül, das dahinter steckt.

Ob „Lützi“ bleibt oder nicht, ist für das Weltklima dagegen völlig unerheblich. Dennoch reiste zur demonstrativen Verteidigung des verlassenen Dorfes auch die Partei Die Linke aus Remscheid ins rheinische Braunkohlerevier. Hoffentlich klimafreundlich mit dem Zug ab Remscheid Hauptbahnhof. Wenn er denn gefahren ist.

Genau da liegt ein Problem für den Klimaschutz in Remscheid. Es muss darum gehen, mehr Menschen von der Straße auf die Schiene zu bringen. Im Rat forderten SPD, CDU, Grüne, Linke und FDP den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr deshalb jetzt auf, auch die Bahnhöfe Güldenwerth und Lüttringhausen an die neue Regionalbahn 47 anzuschließen.

Das klingt gut. Allerdings wäre schon viel gewonnen, wenn in Remscheid überhaupt einmal ein Zug pünktlich fahren würde. Beim Schneechaos am Donnerstag fuhren S 7 und RB 47 zeitweise gar nicht. Noch so ein Thema, über das sich die Remscheider in den Schwätzwerken des Internets aufs Neue aufregen können. Das allerdings zu Recht. Denn solange die Bahn nicht einmal dann eine Alternative darstellt, wenn auf den Straßen nichts mehr geht, werden wir das Klima nicht einmal ansatzweise retten.

Weitere Themen aus dieser Woche:

Nette Toilette: Bei viel Gerede ums Geschäft kommt wenig auf den Haufen.

Remscheid bringt´s: Lieferservice bringt regionale Waren nach Hause.

Grundschule wird Flüchtlingsheim

Remscheider Ferdinando Erba will zum ESC

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