Erste Platte

Mit dem Schlagzeug erfüllt Uwe Meermann sich einen Traum

Uwe Meermann an seinem Schlagzeug. Seit zwei Jahren übt er jeden Tag. Foto: Uwe Rapp
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Uwe Meermann an seinem Schlagzeug. Seit zwei Jahren übt er jeden Tag.

Uwe Meermann ist ein großer Fan von Livekonzerten.

Von Uwe Rapp

Heute bin ich mit Uwe Meermann (57) verabredet, und er wird mir bei einer Tasse Kaffe sicherlich einiges zu erzählen haben. Wir sitzen in der großen Wohnküche. An der Wand hängt ein Schild „Die besten Partys finden in der Küche statt“.

„Das kann ich nur bestätigen. Hier haben wir schon einige Partys bis zum Sonnenaufgang gemacht“, sagt Uwe. Der bekennende FC-Köln-Fan lebt alleine und ein typisches Schallplattenregal oder CDs sehe ich auf dem ersten Blick nicht. Hier und da steht eine Kiste mit Schallplatten und CDs. „Das war mir nie so wichtig. Ich hocke lieber vor den Kisten und wühle ein bisschen, ziehe mir eine raus und höre sie mir an. Wenn ich hier keine finde, gehe ich die Treppe rauf, da stehen auch noch ein paar Kisten“, sagt Uwe.

„Meine erste Schallplatte habe ich mir mit 13 gekauft Abba ‚Arrival‘. Bis dahin habe ich immer die Platten bei meiner älteren Schwester gehört, T-Rex, Sweet und aktuelle Singles aus den Charts, das reichte mir. Mit 14 habe ich die Schule gewechselt. Da wurde alles anders. Da lernte ich meine zukünftige Musik-Gang kennen. Die waren schon im Schallplattenrausch und hatten schon einiges zu Hause im Regal stehen. Überwiegend Rock und Heavy“, erzählt Uwe Meermann.

„Man kennt sich, trinkt viel und hat zwei Tage super Bands.“

Uwe Meermann über die Rock ‘n’ Roll-Butterfahrt

Mittlerweile hatte er auch einen eigenen Dual-Schallplattenspieler und kaufte sich, wenn Geld übrig war, die eine oder andere Schallplatte. „Led Zeppelin ‚1‘, Alan Parson ‚Tales and Mystery of Imagination‘, BAP ‚Live‘, Mitch Ryder ‚Smart Ass‘, diverse Udo Lindenberg, The Doors aber auch Franz Josef Degenhardts ‚Liederbuch‘ hatte ich in meiner kleinen Sammlung. Gerne habe ich auch immer schon Reggae und Ska gehört, wie Burning Spear, Jimmy Cliff, Bob Marley oder Toots and the Maytals. Die Liebe zum Reggae ist bis heute geblieben.“

Auf Jamaika spürte er das richtige Reggae-Feeling

Der große Sammler ist Uwe eigentlich nicht so gewesen. Seine Kumpels waren da schon ein bisschen anders, die haben immer fleißig gekauft und dann wurde immer getauscht. „Das meiste Geld ging eigentlich für Konzerte drauf, wir waren ständig unterwegs und haben uns ein Konzert nach dem anderen reingezogen, wobei mir zwei besonders in Erinnerung geblieben sind. 1992 im E-Werk Suicidal Tendencies und als Vorband Rage against the Machine, da hatte Suicidal keine Chance mehr, und 1996 auf der Loreley David Bowie, großartig“, sagt Uwe Meermann.

„Ich bin sowieso ein Fan von Livemusik und gehe gerne auf Konzerte. Mit meiner Tochter Nina mache ich zum Beispiel auch die legendäre Rock ‘n’ Roll-Butterfahrt mit. Das Festival gibt es seit 2003 und ist seit 2013 immer ausverkauft. Allein die Überfahrt ist schon das Festival wert. Man kennt sich, trinkt viel und hat zwei Tage super Bands“, erzählt er strahlend von den jährlichen Ausflügen auf die Insel Helgoland.

Zwei Wünsche hat er sich in den letzten Jahren noch erfüllt. Seine Leidenschaft für Reggae brachte ihn 2017 nach Jamaika. Ich habe endlich das richtige Reggae-Feeling gespürt und habe zwei Wochen lang die Insel erforscht, mit allem, was dazu gehört. Leider bin ich zwei Tage zu früh abgereist, weil am 6. Februar Bob Marleys Geburtstag richtig gefeiert wird. 2018 hat sich mein zweiter Wunsch erfüllt, ich lerne und spiele Schlagzeug. Und das jeden Tag“, sagt Uwe Meermann freudestrahlend.

Schallplatten oder CD kauft er sich nicht mehr. „Ich bin Berufskraftfahrer im Nahverkehr, und mein Cockpit ist auf dem neuesten digitalen Stand. Deswegen höre ich eigentlich nur noch über einen Streaming Dienst, aber abends lege ich mir zu Hause eine Schallplatte auf oder lege eine CD ein.“

Zum Abschluss noch ein Tipp von Uwe Meermann: Alles von Fat Freddy‘s Drop und Godsmack.

Gastautor

Wer in Remscheid seine erste Schallplatte erstanden hat, der hat das mit großer Wahrscheinlichkeit bei Uwe Rapp getan.

Der 65-Jährige verkaufte einst Musik im legendären Plattenladen Zack Zack. Heute legt er als Kult-DJ auf Partys und dienstags um 20 Uhr auf mvradio.de auf. Für unsere RGA-Serie „Meine erste Platte“ haben wir Uwe Rapp als Gastautor gewonnen. Er unterhält sich mit Remscheidern über ihre erste Platte.

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