So schießt sich die CDU zielgerichtet ins eigene Knie

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Die Woche

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Von Axel Richter

Burkhard Mast-Weisz (SPD) ist nach eigenen Worten kein begeisterter Wahlkämpfer. Das muss er gegenwärtig auch nicht sein. Denn die Konkurrenz hat bislang nicht nur kein Thema gefunden, mit dem sie den Amtsinhaber stellen kann; sie macht auch Fehler, die ihm die Wiederwahl ohne eigenes Zutun näherbringt.

Fehler 1: Alexa Bell, die Mast-Weisz am 13. September für die CDU herausfordert, wirbt für sich als „Remscheider Mädchen“. Damit inszeniert sie sich als Gegenentwurf zu Mast-Weisz, dem Wuppertaler, der nicht in Remscheid wohnt und also auch nicht mit den Problemen in Remscheid leben muss. Doch die Wahlkampfidee aus der CDU-Zentrale verfängt nicht.

Das zeigen die Reaktionen, die die erneut aufgeworfene Diskussion um den Wohnort des Oberbürgermeisters auf der RGA-Facebookseite erzeugten. Natürlich geben die Äußerungen dort kein repräsentatives Stimmungsbild wider. Dass aber die übergroße Mehrheit dem Verwaltungschef gute Arbeit attestiert und dazu erklärt, dass ihr sein Wohnort deshalb reichlich egal sei, gibt zumindest eine Richtung vor.

Fehler 2: Horst Kläuser, ehemaliger WDR-Journalist, engagierter Remscheider und Moderator der Kall-nit-Talk-Abende im Teo Otto Theater, hat es gefallen, für Mast-Weisz´ Wiederwahl zu werben. Dazu schrieb er Briefe an Remscheider Persönlichkeiten. Die CDU erfährt davon, worauf eine Pressemitteilung die Geschäftsstelle am Friedrich-Ebert-Platz verlässt.

Weil er sich in den Wahlkampf einmische, komme Kläuser als neutraler Moderator von politischen Gesprächsrunden vor der Wahl nicht in Frage, schreibt CDU-Vorsitzender Jens Nettekoven und nennt als Beispiel eine Gesprächsrunde am 20. August. Doch Kläuser holt zum Gegenschlag aus, indem er glaubhaft machen kann, von dieser Veranstaltungen nicht einmal zu wissen.

Noch schlimmer für die Wahlkämpfer vom Ebert-Platz: Auf den öffentlichen Angriff sieht Kläuser sich zu einer öffentlichen Erklärung veranlasst, warum er die Briefe denn verfasst hat. Das heißt, am Ende hat es die CDU geschafft, dass ein prominenter Remscheider offen für die Wiederwahl des politischen Gegners von der SPD wirbt, weil er ihn, wie er ausführlich darlegt, als einzigen Bewerber für geeignet hält.

Zielgerichteter kann sich eine Partei nicht ins eigene Knie schießen. Will Alexa Bell am 13. September eine Chance haben, sollte sie die Ideen aus der CDU-Zentrale dringend einer kritischen Überprüfung unterziehen.

Blutspendemarathon: 500 Remscheider machen mit.

Coro- natest: Er- gebnis wiegt Lehrerin in falscher Sicherheit.

axel.richter @rga-online.de

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