Theater

Schauspieler glänzen in ihren Rollen

Michael Roll und Katharina Haindl überzeugten als Alfred Nobel und Bertha von Suttner im Teo Otto Theater. Fotos: Michael Sieber
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Michael Roll und Katharina Haindl überzeugten als Alfred Nobel und Bertha von Suttner im Teo Otto Theater.

Das Schauspiel „Mr. & Mrs. Nobel“ erzählte die Geschichte von Bertha von Suttner und Alfred Nobel.

Von Sabine Naber

Vielleicht nicht hundertprozentig der Historie entsprechend, aber unterhaltsam und ansprechend präsentierte Esther Vilar ihr Schauspiel „Mr. & Mrs. Nobel“ am Sonntagabend im Remscheider Teo Otto Theater.

In der Inszenierung von Werner Haindl präsentiert sich die charismatische Bertha von Suttner zweifach auf der Bühne: Als junge Frau (Katharina Haindl), die noch nicht weiß, wohin sie ihr Weg führt, und als gereifte Frau (Christiane Hammacher), die 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis erhält.

Mit ihrer Dankesrede „Nobelpreis für Mrs. Nobel“ – „irgendwie war ich es ja auch“ –und einem Rückblick auf die laut Vilar lebensentscheidende Begegnung mit dem inzwischen verstorbenen Stifter des Preises Alfred Nobel beginnt das Stück.

Das Bühnenbild blieb während des gesamten Theaterstückes nahezu unverändert.

Vor einem während des Bühnenstücks so gut wie unverändertem Bühnenbild – ganz vorne sitzt die Erzählerin, hinter ihr spielt sich ihre Vergangenheit ab – schildert Bertha von Suttner den Zufall, durch den sie Nobel kennenlernte. Der Dynamit-Erfinder, Chemiker und Fabrikant sucht in einer in fünf Sprachen verfassten Zeitungsanzeige eine Sekretärin. Darauf bewirbt sich – ebenfalls in fünf Sprachen – die junge Wienerin Bertha Gräfin Kinsky, später bekannt als Bertha von Suttner.

Beim Vorstellungsgespräch in Paris erwartet Nobel sie in einem Sarg. Zu seinem Vergnügen braucht sie nur 58 Sekunden, um ihn zu finden. Und sie merkt bald, dass er noch mehr kuriose Dinge tut.

Ihr Weggang von Wien ähnelt eher eine Flucht. Sie hatte sich in den sieben Jahre jüngeren Baron Arthur von Suttner (Michael Gaschler) verliebt.

Nobel empfindet viel für die junge Frau. Doch als er sich ihr erklären will, kommt ihm Suttner zuvor. Die beiden heiraten, verdienen sich als Journalist und Erzählerin ihren Lebensunterhalt im Kaukasus.

Die Geburtsstunde des Nobelpreises

Nobel und Bertha Suttner schreiben sich, aber erst nach mehr als einem Jahrzehnt sehen sie sich wieder. Sie bleiben bei ihren Partnern, aber eine bis zu seinem Lebensende dauernde heimliche Liebesbeziehung beginnt zwischen den Beiden. „Der wahre Kern war unsere Leidenschaft füreinander“, erzählt Bertha und erinnert an ihr legendäres Treffen 1892 am Zürichsee. Damals hat sie Nobel den Vorschlag gemacht, sein riesiges Vermögen über den Tod hinaus für eine gute Sache wirken zu lassen – die Geburtsstunde des Nobelpreises.

Die Schauspieler spielten ihre Rollen glaubhaft. Der alten Bertha von Suttner nahm man die resolute Kämpferin für den Frieden – sie hatte mit ihrem Buch „Nieder mit den Waffen“ für Aufsehen gesorgt – absolut ab.

NOBELPREIS

AUSZEICHNUNG

Alfred Bernhard Nobel wurde am 21. Oktober 1833 in Stockholm geboren. Der schwedische Chemiker und Erfinder hat 355 Patente angemeldet. Darunter ist auch eines für den Sprengstoff Dynamit. Alfred Nobel ist Namensgeber des Nobelpreises. Der kinderlose Chemiker gründete 1895 ein Jahr vor seinem Tod die Stiftung mit einem Vermögen von rund 31 Millionen Kronen. Er bestimmte, dass mit den Zinsen aus dem Fond jährlich die Nobelpreise bestritten werden, und zwar in den Wissenschaftsgebieten Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin. Literatur und Frieden. Die Gründung der Nobel-Stiftung erfolgte 1900. Fünf Jahre nach dem Tod von Nobel wurden die Preise erstmalig verliehen.

Die junge Bertha verkörperte die kluge Geliebte authentisch. Nobel überzeugte ebenfalls auf ganzer Linie. Ein bisschen blass wirkte dagegen Baron von Suttner. Sibille Helfenbergers Auftritt als Nobels junge, trinkfreudige Geliebte war kurz, aber unterhaltsam. Ebenso wie die Statements des Butlers, der von Sebastian Sash verkörpert wurde. Herzlicher Applaus des Publikums.

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