Premiere mit Harry Heib und Tobias Wessler

Schatzkiste nimmt Remscheid auf die Schippe

Weihnachtsmänner blasen zum Angriff auf die Lachmuskeln: Premiere mit Harry Heib (rechts) und Tobias Wessler.
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Weihnachtsmänner blasen zum Angriff auf die Lachmuskeln: Premiere mit Harry Heib (rechts) und Tobias Wessler.

Ensemblemitglieder feiern Premiere: Publikum freut sich über das Lokalkolorit - Weihnachtsmänner kommen Freitag wieder.

Von Sabine Naber

Remscheid. Es geht um die Remscheider und ihre Macken. Das macht das Kabarett in der Schatzkiste aus. Dann jedenfalls, wenn das eigene Ensemble auf der Bühne des kleinen Theaters am Markt in Alt-Remscheid steht. Zur ausverkauften Premiere sparten die Mitglieder jedenfalls nicht mit Lokalkolorit. Und das kam beim Publikum bestens an.

Mit einem temperamentvollen Klatschmarsch holte es die neuen Spaßmacher auf die Bühne. Nicht zuletzt, weil es sich um eine langerwartete Premiere handelte. Corona hatte den Start des Schatzkisten-Ensembles im vergangenen Jahr vereitelt.

Kaum waren die Comedians da, gab es auch gleich etwas zu lachen. Denn der seriös aussehende Mann, der die Gäste mit einem Weihnachtsgedicht von Heinrich Hoffmann von Fallersleben ganz klassisch aufs Fest vorbereiten wollte, wurde von zwei, auf die Bühne stürmenden Weihnachtsmännern unterbrochen. Und umgehend ans Klavier gejagt, wo der Pianist Jochen Kilian dann den Rest des Abends sein Können zeigte.

Das „Kommando Zipfelmütze“, wie sich Harry Heib und Tobias Wessler nannten, hatte sich nämlich fest vorgenommen, dass in diesem Jahr, Weihnachten in Remscheid ausfallen soll – und zwar vom Hasten bis in die Haddenbach. „Angriff der Weihnachtsmänner“ hatten sie ihr Programm betitelt, mit dem die beiden Comedians die Gäste in der ausverkauften Schatzkiste zwei Stunden lang unterhielten.

„Weihnachten hat immer so was Wahres“ sangen sie. Und schilderten ein etwas skurriles Geschehen in Bethlehem. „Live aus der Weihnachtsgeschichte“, wie sie versicherten, habe sich dort die Niederkunft von Maria etwas verschoben. Denn Lady Gaga als Maria und Josef alias Franz Beckenbauer mussten noch auf Dietmar Bär und Mathieu Carrière warten, die als Ochs und Esel auftraten.

Harry Heib war sich derweil sicher, dass das Lukas-Evangelium niemals eine solche Vorreiterrolle hätte spielen können, wenn Marcel Reich-Ranicki sie zensiert hätte. Er schlüpfte in die Rolle des Literaturkritikers und ahmte ihn so herrlich übertreibend nach, dass es Szenenapplaus gab.

Auch in der „Happy-PostWoche“ machte es Spaß, den beiden zuzusehen. Harry Heib wollte nichts weiter, als eine Briefmarke kaufen. Als er aber sagen sollte, welche Geschmacksrichtung er sich für die Leckfläche wünschte, da war der Käufer der Verzweiflung nahe.

Seitenhiebe gab es auf den Service bei Obi: „Wenn du versuchst, da jemanden zu fragen, ist das wie bei den Kakerlaken: Licht an und weg sind sie.“ Auf den Arm nahmen die Comedians ebenso den Edeka auf dem Hasten wie den Aldi auf Kremenholl. Beide würden die Stadtteile in der Adventszeit in gleißendes Licht setzen wollen. Und beinahe hätten sie das auch geschafft, ulkten die Spaßmacher. Wenn nicht Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Lichterkette an der Tanne vor dem Busbahnhof eingeschaltet hätte und damit das Stromnetz kollabieren ließ.

Als Angeber protzten Harry Heib und Tobias Wessler mit den herausragenden Leistungen ihrer Tablets und Laptops, bis sie einen Mann mit Tageszeitung wahrnahmen. „Verrücktes Design. Welche Akkuleistung?“, wollten sie von dem Zeitungsleser wissen. „Keine, kommt ohne Strom aus. Und die Maus-Technologie heißt hier umblättern“, erklärte der Mann den Computer-Junkies. „Können wir tauschen?“, schlugen die danach vor - begeistert von Form und Funktionalität.

Die Premiere in der Schatzkiste kam beim Publikum an. „Das ist doch mal was erfrischend Neues“, lobte Besucherin Helga Schmidt. Und fand es gut, dass das Programm so herrlich auf Remscheid und seine Besonderheiten gemünzt war.

Weiterer Angriff

Wer die Premiere verpasst hat, eine Wiederholung des „Angriffs der Weihnachtsmänner“ gibt es am kommenden Freitag, 20 Uhr, in der Schatzkiste, Elberfelder Straße 7 – 9 zu sehen und zu hören.

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