Schafe bekämpfen unwillkommene Pflanzen

Guido Raimann und seine rotbraunen Füchse: Im Fürberger Bachtal hält der Schäfer seine Zippen, Lämmer und Böcke im Umwelteinsatz. Die Tiere verschmähen selbst nicht den ätzenden Bärenklau. ©
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Guido Raimann und seine rotbraunen Füchse: Im Fürberger Bachtal hält der Schäfer seine Zippen, Lämmer und Böcke im Umwelteinsatz. Die Tiere verschmähen selbst nicht den ätzenden Bärenklau. <br><i>©

"Achtung Schaf", warnt das Schild und rät: "Wenn Schaf kommt, flach auf den Boden legen und warten, bis Hilfe kommt." Das Schmunzeln des Betrachters quittiert der Schäfer mit einem Lächeln: "Vor denen muss sich keiner fürchten." Seine "Coburger Füchse" werden nur Pflanzen gefährlich. Dem japanischen Knöterich zu Beispiel, der Herkulesstaude, dem Springkraut oder der Pestwurz. Pflanzen sind das, die in der bergischen Flora nicht zu wachsen haben und deshalb von den Landschafts- und Naturschützern in Remscheid erbittert bekämpft werden.

Im Morsbachtal helfen dabei die Fuchsschafe von Guido Raimann. Im beruflichen Leben Geschäftsführer eines bauchemischen Unternehmens mit Sitz in Osteuropa, wurde der 42-jährige Remscheider mit Bauernhof in der Gerstau zum Nebenerwerbslandwirt. Und damit zu einem wichtigen Partner der Stadt Remscheid. "Schafe", sagt Thomas Friese von der Unteren Landschaftsbehörde, "sind die optimalen Landschaftspfleger. Insofern war Herr Raimann für uns ein echter Glücksgriff." Denn Fakt ist: Mit der Motorsense würden die Gärtner der Stadt den in die Naturschutzgebiete eingeschleppten Kräutern kaum mehr Herr werden. Die Mäuler der Coburger Füchse verschmähen selbst den ätzenden Saft der Herkulesstaude nicht. Das zeigt sich am Prangerkotten und im Fürberger Bachtal.

Ratzekahl haben die "mähenden" Vierbeiner die Wiesen gefressen. Von Knöterich, Pestwurz und Bärenklau blieben nur Stümpfe. Mit Stolz schreitet Schäfer Raimann über seine Koppel. "Jetzt sieht's wieder aus wie eine Wiese." Die Schafe regeln das schon äMit drei Tieren hat der 44-jährige, der als Unternehmenschef häufig in Polen und auch in der Ukraine unterwegs ist, vor sechs Jahren seine Schafzucht aufgenommen. Heute zählt seine Herde 75 Tiere. 14 Hektar Land beweiden Raimanns Zippen, Lämmer und Böcke regelmäßig. Nur die Hälfte davon befindet sich in seinem Eigentum. Die andere Hälfte ist in Privatbesitz, doch wird das Kulturland nicht mehr bewirtschaftet. Und würde deshalb verwildern. Der Schäfer bleibt immer auf der Suche nach neuem Weidegrund. Unterstützt wird er dabei von den Landschaftsschützern der Stadt. Als "Schafbeweidungsprogramm" werden die 75 Coburger Füchse dort mittlerweile geführt. Und gern hätten die Männer bei der Unteren Landschaftsbehörde weitere Schafe im Umwelteinsatz für Remscheid. "Denn die", sagt Guido Raimann, "regeln das schon mit der Pflege". Interessenten wenden sich an die Untere Landschaftsbehörde unter 16 28 38. Besitzer von Wiesen, die ihr Land beweiden lassen möchten, erreichen Guido Raimann unter 46 13 28.

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