Projekt

Sanierung von Schloss Burg geht voran

Museumsdirektor Gregor Ahlmann gewährt einen Blick in die aktuelle Übergangsausstellung im Grabentor.
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Museumsdirektor Gregor Ahlmann gewährt einen Blick in die aktuelle Übergangsausstellung im Grabentor.

Arbeiten am Schulhaus sind bereits abgeschlossen – Übergangsausstellung wird gut angenommen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Die Sanierungsarbeiten auf Schloss Burg schreiten zügig voran. So wurde in den vergangenen Wochen das Schulhaus renoviert, so dass die Verwaltung von Schloss Burg inzwischen die neuen Räumlichkeiten beziehen konnte. Bereits abgeschlossen sind hingegen die Arbeiten am Bergfried und im Grabentorgebäude – dorthin wurde die vormalige Dauerausstellung im Hauptgebäude vorübergehend verlegt.

„Zumindest ein Teil davon ist hier zu sehen“, berichtet Gregor Ahlmann, Direktor des Museums Schloss Burg, als er durch die sechs musealen Ausweichräume führt. Parallel zur Sanierung der Burg wird auch das dazugehörige Museum erneuert. Die Übergangsausstellung werde die nächsten drei bis vier Jahre auf Schloss Burg zu sehen sein, mit dem vollständigen Abschluss des Projekts rechne das Team etwa 2025.

„Die alternative Ausstellung läuft besser als erwartet.“

Gregor Ahlmann, Museumsdirektor Schloss Burg

Aktuell finden im Hauptgebäude Abbrucharbeiten statt; so werden die alten Heizungs- und Sanitäranlagen entfernt und neue Decken und Treppenhäuser errichtet. Auch ein Aufzug ist geplant. „Jede Maßnahme ist gut mit der Unteren Denkmalbehörde abgestimmt“, erläutert Ahlmann. Brandschutzvorkehrungen hätten bei der Planung eine wichtige Rolle gespielt, so werden unter anderem flächendeckend Feuermelder und Wandhydranten installiert.

Auch weil man aus der Vergangenheit gelernt hat: 1920, als der Schlossbauverein den Wiederaufbau von Schloss Burg so gut wie vollendet hatte, kam es zu einem verheerenden Brand, bei dem die Dächer des Bauwerks in weiten Teilen abbrannten. Fotos im letzten Raum der Ausstellung dokumentieren diesen schwarzen Tag in der Geschichte des Schlossbauvereins.

So schreitet die Sanierung von Schloss Burg voran

Sanierung von Schloss Burg schreitet voran
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran © Christian Beier
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran © Christian Beier
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran © Christian Beier
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran © Christian Beier
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran © Christian Beier
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran © Christian Beier
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran © Christian Beier
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran © Christian Beier
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran
Sanierung von Schloss Burg schreitet voran © Christian Beier

Trotz der eingeschränkten Nutzung sei die alternative Ausstellung in den Sommerferien gut angelaufen, freut sich Ahlmann. „Wir sind davon ausgegangen, dass die Baustelle mehr Leute von einem Besuch abhalten würde. Es läuft aber besser als erwartet.“ Etwa 30 Prozent der Exponate der Hauptausstellung seien ins Grabentor rübergewandert, darunter Waffen, Rüstungen, Kunsthandwerk, historische Gewänder und religiöse Objekte. Auch die künftige Ausstellung solle etwas reduzierter daherkommen – so wolle man auf einen Teil der früheren Exponate bewusst verzichten und dafür auf klare Themenschwerpunkte und eine chronologische Sortierung setzen, kündigt der Burgherr an.

Beim Rundgang verweist er auf ein Elfenbeinkästchen, das wohl im 12. Jahrhundert auf Sizilien gefertigt wurde – tatsächlich handele es sich aber um arabisches Kunsthandwerk. „Dass so etwas in Europa gefertigt und verkauft wurde, zeigt, dass damals schon auf internationaler Ebene Handel getrieben wurde“, so Ahlmann. Der Vorbote der Globalisierung sei seiner Schätzung nach bis zu 50 000 Euro wert.

Wandgemälde werden gereinigt und vor Schäden geschützt

Von düsteren Zeiten künden Ritterrüstungen und sogenannte Hellebarden in den Vitrinen. Letztere gehören zu den Hieb- und Stichwaffen, mit deren Hilfe es dem Fußvolk einst gelang, einen berittenen Gegner erst vom Pferd zu ziehen und ihn dann mit dem Spieß an der Waffe zu töten. Abseits der Ausstellung ist derzeit vor allem die Sanierung und Modernisierung des Pferdeturms öffentlich sichtbar, zusammen mit dem Batterieturm, dem Mitteltor und dem Glockenturm. Während der Pferdestall entkernt wird, laufen nach Rathausangaben bereits die Vergaben der nächsten Gewerke.

Die Wandgemälde in Rittersaal, Ahnengalerie, Kemenate und Kapelle werden aktuell gereinigt und vor möglichen Schäden durch die Bauarbeiten geschützt. Als Nächstes werden die alten technischen Installationen zurückgebaut sowie Verkleidungen abgebrochen. Ab dem Spätsommer werden Gerüste aufgestellt und Fassaden saniert.

Ob der Zeitplan für die gesamte Sanierung bis 2025 eingehalten werden kann, könne man derzeit noch nicht absehen, gibt Rathaussprecherin Sabine Rische zu bedenken. „Wir müssen davon ausgehen, dass sich sowohl die Folgen der Pandemie als auch der Hochwasserkatastrophe auf den ohnehin angespannten Bausektor auswirken.“ Die Kosten für die Sanierung in mehreren Bauabschnitten belaufen sich auf 32,5 Millionen Euro.

Öffnungszeiten

Ausstellung: Die Ausstellung im Grabentor und Bergfried ist von Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Nach den Ferien ist die Ausstellung montags geschlossen.

Digitales Angebot: Mit Hilfe eines VR-Cardboards für das Smartphone, das im Museumsshop erhältlich ist, können Besucher virtuell ins Mittelalter eintauchen und die Ausstellung dreidimensional erleben.

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