Investition

4,4 Millionen Euro fließen in die Remscheider Schulen

Thomas Judt, Gebäudemanager in Remscheid.
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Thomas Judt, Gebäudemanager in Remscheid.
  • Frank Michalczak
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Handwerker arbeiten in den Sommerferien Aufträge ab. Das Spektrum reicht von Brandschutzarbeiten über Fassaden- und Fenstersanierung bis zur neuen Mensa-Beleuchtung.

Remscheid. Während die Kinder in den Sommerferien den Schulen fernbleiben, werden sie zum Einsatzort für zahlreiche Handwerker, die damit betraut sind, die Gebäude in Schuss zu bringen. Traditionell nutzen sie dazu die unterrichtsfreie Zeit. „Insgesamt investieren wir 4,4 Millionen in die unterschiedlichen Maßnahmen“, berichtet der städtische Gebäudemanager Thomas Judt, der ein weites Feld zu bestellen hat. Er zählt an den unterschiedlichen Standorten in Remscheid rund 60 Gebäude bzw. Gebäudeteile mit einer Gesamtfläche von rund 200 000 Quadratmetern. Das entspricht circa 28 Fußballplätzen nach dem Standardmaß der Bundesliga.

Sein Team hat Einzelprojekte in zehn Schulen vorbereitet. Das Spektrum reicht von Brandschutzarbeiten in den Grundschulen Steinberg und Mannesmann sowie der Albert-Einstein-Gesamtschule über Fassaden- und Fenstersanierung in der Grundschule Hasenberg bis zur neuen Mensa-Beleuchtung in der Sophie-Scholl-Gesamtschule.

Im Berufskolleg Technik lässt die Stadtverwaltung unter anderem das Automatisierungslabor modernisieren und eine Abwasserleitung erneuern. Handlungsbedarf wird auch im Schulzentrum Klausen behoben, wo die Fassade saniert wird. In der Lenneper Grundschule Freiherr vom Stein gilt es, das Treppenhaus zu erweitern. Sowohl in der Nelson-Manderla-Sekundarschule als auch im Käthe-Kollwitz-Berufskolleg wird das Leitungssystem beim Trinkwasser modernisiert.

Probleme für all das, Handwerker zu finden, hatte Thomas Judt nicht, wie er sagt. Interessierte Unternehmen konnten bei den jeweiligen Ausschreibungen Angebote abgeben- und mussten sich verpflichten, die unterrichtsfreie Zeit für die Aufträge zu nutzen. Diese seien durchaus beliebt. „Denn bei uns als Stadt Remscheid können sie sicher sein, dass sie ihr Geld auch bekommen“, erklärt Judt.

Dieses stammt aus Eigenmitteln der Kommune, aber vor allem aus Zuschüssen von Land und Bund. Und genau hier liege zuweilen ein Problem. „Wir müssen immer wieder ein Förderprogramm finden, das zu dem tatsächlichen Sanierungsbedarf passt“, erläutert der Gebäudemanager. Viel pragmatischer wäre es, wenn es eine Pauschale gäbe, die den Kommunen für die Gebäudesanierung zur Verfügung gestellt werden würde.

Lesen Sie dazu auch: Millionenhohe Investitionen - Mehrere Schulen müssen umziehen

Steigende Baukosten bereiten Kopfschmerzen

Und noch etwas bereitet ihm Kopfzerbrechen: „Das sind die steigenden Baukosten. Bei Holz und Stahl hatten wir teilweise Preissteigerungen von 60 Prozent.“ Dieser „Wahnsinn“, wie Judt den Trend bezeichnet, werde Niederschlag im städtischen Haushalt finden. Die Kämmerei werde 2023 mit einem Aufschlag von 30 Prozent, in den Folgejahren von 10 Prozent kalkulieren. Denn: Nicht nur die Schulsanierungen dürften deutlich teurer werden.

Standpunkt von Frank Michalczak: Pauschalen müssen her

frank.michalczak@rga.de

Zahllose Menschen in ebenso zahllosen Stadtverwaltungen verbringen einen Großteil ihrer Arbeit damit, Anträge zu stellen und zu begründen, warum ausgerechnet das Projekt ihrer Kommune besonders gut in ein beliebiges Förderprogramm von Land oder Bund passt.

Es ist Arbeitszeit, die deutlich effektiver eingesetzt werden könnte. Dann nämlich, wenn den Städten Pauschalen zur Verfügung gestellt würden, über deren Verwendung die Politiker und Verwaltung vor Ort entscheiden. Sie könnten langfristiger planen und gezielter Prioritäten setzen. Im Vordergrund ständen tatsächliche Notwendigkeiten und keine Förderzwecke, die dringend gebotenen Maßnahmen widersprechen.

Außerdem: Wer kann denn besser beurteilen als die Verwaltung und die Politiker, die sich mit den Bedürfnissen ihrer Stadt tagtäglich auseinandersetzen? Statt aber ihnen die Freiheit der Entscheidung einzuräumen, müssen Anträge gestellt werden. Wer es ernst meint mit Bürokratie-Abbau, muss dieses System ändern.

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