Verabschiedung

Sana-Klinikum würdigt medizinischen Visionär

Das Sana nahm Abschied von einem hochgeschätzten Kollegen: (v.l.) Dr. Uwe Junker, Geschäftsführerin Svenja Ehlers, Moderator Heinz-Wilhelm „Doc“ Esser und Professor Dr. Ulrich Sliwka.
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Das Sana nahm Abschied von einem hochgeschätzten Kollegen: (v.l.) Dr. Uwe Junker, Geschäftsführerin Svenja Ehlers, Moderator Heinz-Wilhelm „Doc“ Esser und Professor Dr. Ulrich Sliwka.
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Chefarzt Dr. Uwe Junker geht in Ruhestand.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die symbolischen vier Staffelstäbe, die Dr. Uwe Junker gestern Nachmittag bei seiner Verabschiedung weiterreichte, standen sinnbildlich für die Fülle der Aufgaben, die den 63-jährigen Wermelskirchener in den vergangenen 36 Jahren zu einer prägenden Mediziner-Persönlichkeit am Sana-Klinikum werden ließen. Der Chef des Zentrums für Anästhesie, Intensiv-, Schmerz- und Palliativmedizin wurde im Konferenzraum im Kreis von Familie, Kollegen und Weggefährten an seinem letzten Arbeitstag gewürdigt. „Uwe, du bist ein Visionär“, rief ihm Professor Dr. Ulrich Sliwka zu.

Der Ärztliche Direktor am Sana bezog dies vor allem auf die Palliativmedizin. Junker habe sie nach langem Kampf etabliert, gegen viele Widerstände von Geschäftsführungen. Sliwka zollte ihm für seine Pionierleistung Riesenrespekt: „Du warst mit Leib und Seele dabei, hast dich eingesetzt für die Dinge, die Chefärzte machen wollen. Du bist ein Vorbild.“ Ein Visionär sei Junker auch bei Frauenförderung, Arbeits- und Teilzeitmodellen im eigenen Haus gewesen. Der angehende Ruheständler bezeichnet sich bescheiden als Teamplayer. Stellvertretend hob Junker seine leitenden Oberärzte Dirk Wagemann, Torsten Bachus, Hanna Ludwig als Stützen hervor.

Wagemann, Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin, der 30 Jahre mit Junker eng zusammenarbeitete, lobte ihn für das „offene, kollegiale Klima“, das in der Abteilung herrscht. Empathisch, nie abgehoben, ethisch auf der Höhe, immer weitsichtig und „resistent gegen ein Übermaß an Konzernregulation“ waren zahlreiche der Attribute, die ihm Weggefährten attestierten. Dr. Thomas Büsser, leitender Oberarzt in der Geburtshilfe, schätzt Junkers „unprätentiöses Wesen und seine moderierende Art“. Junker habe den Mut besessen, innovative Wege zu gehen. Büsser nannte die Spinalanästhesie, die in den 90er-Jahren Junker zu verdanken sei. „Die Einführung bedeutete eine Zeitenwende in der Geburtshilfe.“

Im Rahmen einer Talkrunde, die Medienprofi Heinz-Wilhelm „Doc“ Esser vor dem kleinen Gästekreis leitete, blickte Uwe Junker zufrieden auf ein erfülltes Berufsleben in seiner Heimat zurück: „Ich konnte trotz aller Konzern-Belange gestalten.“ Der gebürtige Remscheider landete nach seinem Studium in Köln und Bonn, und seiner ersten Station am Kreiskrankenhaus Lüdenscheid als Assistenzarzt Anästhesiologie an seiner Geburtsstätte - dem Lenneper Krankenhaus.

Ab dem Sommer lehrt Junker an der Fachhochschule Rhein-Erft

Seit dem 1. November 1986 war er erst in Lennep, ab 2005 an der Burger Straße im Sana tätig. 2002 wurde er Chef der Abteilung für Spezielle Schmerz- und Palliativmedizin. Unter seiner Führung wurden eine Schmerz- und Palliativambulanz sowie 2005 Palliativbetten am Sana eingerichtet. Ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere: die Anerkennung von zehn Palliativbetten im Landesbedarfsplan NRW. 2010 wuchs sein Aufgabengebiet als Nachfolger von Dr. Rainer Hoffmann als Chef des Zentrums für Anästhesie, Intensiv-, Schmerz- und Palliativmedizin.

Der Vater von zwei Zwillingstöchtern dankte seiner Ehefrau Annette, die als studierte Pharmazeutin beim Gesundheitsamt Leverkusen arbeitet, dass sie ihm bei seiner vielfältigen Tätigkeiten, auch als Vorsitzender der Ethikkommission des Klinikums und als überregional gefragter Referent den Rücken frei gehalten habe. Uwe Junker will sich in Zukunft als Großvater seinen beiden kleinen Enkeln widmen, seinem Hobby, dem Reisen und der Fotografie, verbunden mit Reisejournalismus, bleibt aber der Medizin erhalten. Ab dem Sommer lehrt Junker an der Europäischen Fachhochschule Rhein-Erft. Die Inhalte Schmerz, Palliativ, Ethik sind ihm vertraut. Gleichwohl fremdelt er noch mit dem, was Dozenten heute bei Online-Vorlesungen beherrschen müssen: Microsoft Teams und dem Bilden von Chatgruppen.

Nachfolge

Nachfolger als Chefarzt des Zentrums Anästhesie und Intensivmedizin wird Dr. Markus Bruckner, noch Chefarzt am Helios-Klinikum Niederberg/Velbert. Bis Bruckner seine neue Aufgabe antritt, leitet Dr. Dirk Wagemann die Abteilung kommissarisch. Hanna Ludwig und Christine Stanull führen die Palliativmedizin, Ulrich Sliwka die Schmerzmedizin.

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