E-Säule soll Radweg nicht im Weg stehen

Bezirksvertretung Lüttringhausen

Von Sven Schlickowey

LÜTTRINGHAUSEN Kaum ist das Ladeinfrastrukturkonzept für E-Fahrzeuge in der politischen Beratung, schon regt sich erster Widerstand gegen einzelne der geplanten Standorte. In der Bezirksvertretung Lüttringhausen führte das nun dazu, dass ausgerechnet der Fraktionsvorsitzende der Grünen dem Konzept seine Zustimmung verweigerte und sich stattdessen als einziger bei der Abstimmung enthielt.

Wie berichtet wollen Stadt und Stadtwerke 13 weitere Ladesäulen für E-Autos installieren. Ausgewählt wurden deren Standorte, sogenannte Points of Interest, bei einem Workshop vor über einem Jahr. Darunter auch die Remscheider Straße vor der Stiftung Tannenhof. Hier parken derzeit tagsüber zahlreiche Autos am Straßenrand. Viele Lüttringhauser würden die Fahrzeuge aber lieber auf den neu gebauten Parkplatz des Tannenhofs verbannen – und die Fläche stattdessen für einen Radweg nach Alt-Remscheid nutzen.

Auch die Bezirksvertretung hat sich entsprechend positioniert, musste dann aber erfahren, dass dieser Teil der Remscheider Straße dem Land NRW gehört. Und eine Realisierung des Radwege-Plans derzeit eher unwahrscheinlich ist. Trotzdem machte Bernhard Ruthenberg, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der BV, angesichts der dort geplanten Ladesäule klar: „Wir wollen, dass die da weg kommt.“ Denn, so seine Sorge, stehe die Säule einmal, sei der Radweg endgültig unmöglich.

Doch die 13 geplanten Standorte seien von den anderen Planungsstellen in der Verwaltung abgenickt worden, berichtete Jens Fischer, Fachdienstleiter Umwelt, der Bezirksvertretung: „Das ist auch mit den Kollegen, die das Radwegekonzept betreuen, abgestimmt.“ Schließlich sei an genau dieser Stelle derzeit das Parken erlaubt. Zudem sei eine Lademöglichkeit für E-Fahrzeuge an dieser Stelle „absolut erforderlich“.

Auch Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser (SPD) hatte sich in der Vergangenheit für einen Radweg entlang der Remscheider Straße ausgesprochen, musste nun aber anerkennen: „Wir wissen nicht, ob der in zehn oder 15 Jahren kommt.“ Wenn es so weit sei, könne man den Entscheidung noch anpassen, so Heuser: „Beschlüsse kann man ja auch wieder ändern.“

Das sahen die restlichen Mitglieder der Bezirksvertretung offensichtlich ähnlich. Das Ladeinfrastrukturkonzept wurde mit breiter Mehrheit angenommen, auch mit der Stimme von Jutta Velten, der anderen Hälfte der Grünen-Fraktion. Nur Bernhard Ruthenberg enthielt sich. Das Konzept wandert nun durch weitere Bezirksvertretungen und Ausschüsse. Am 24. Juni könnte der Stadtrat zustimmen – danach würde die Umsetzung beginnen, die bis Ende 2022 abgeschlossen sein soll.

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