Benefizkonzert

Maya Fadeeva berührt die Zuhörer beim Demenz-Benefiz

Maya Fadeeva und ihre Band traten auf.
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Maya Fadeeva und ihre Band traten auf.

Auch die Mutter der Sängerin lebt mit Alzheimer. Ihre Schilderungen berührten. Ihr Konzert beim Rotary Club riss mit.

Von Daniel Diekhans

Remscheid. Ausnahmesängerin Maya Fadeeva live in Remscheid erleben - in Lockdown-Zeiten hatten manche wohl nicht mehr daran geglaubt. Am Samstag war es dann endlich soweit, und die russisch-deutsche Künstlerin legte vor rund 200 Gästen in der Stadtsparkassen-Hauptstelle an der Alleestraße einen mitreißenden Auftritt hin.

Eigentlich hatte der Rotary Club Remscheid schon 2020 ein Konzert mit Fadeeva geplant, die Charity-Veranstaltung zugunsten dementer Menschen musste aber wegen Corona abgesagt werden. Der Erlös des Nachholkonzerts ging unter anderem an die Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde, die Tanzen für Demenzkranke oder das gemeinsame Malen mit Schülern organisiert. Diese Aktivitäten sollen den betroffenen Menschen ein Stück Erinnerung zurückbringen und auch die pflegenden Angehörigen entlasten.
Lesen Sie auch: Interview mit Prof. Sliwka: „Demenz kann jeden von uns treffen“

Wie nah das Thema Demenz Fadeeva persönlich ist, wurde im Gespräch mit dem Moderator, Pfarrer Axel Mersmann, deutlich. Im Saal wurde es ganz still, als die 35-Jährige von ihrer Mutter erzählte, die seit neun Jahren mit Alzheimer lebt. Was die Tochter als „Abschied auf Raten“ beschrieb, sei zugleich „wahrscheinlich das Intensivste, was ich je erlebt habe“. Da zähle jedes Lächeln, jeder Blick, den die Mutter ihr schenke.

Diese Erfahrungen sind auch in den „Song For My Mum“ eingeflossen, bei dem sich ihre dunkel-rauchige Stimme in elegischen Tönen bewegte. Doch das war nur eine von vielen Facetten, die die Sängerin mit der ausladenden Lockenmähne auf der Bühne zeigte.

Ihre Ohrwurmmelodien reicherte sie gern mit Swing und Bluestönen an, um wenig später ihre warme Soulphrasierung einzubringen. Und wenn sie den Evergreen „Somewhere Over The Rainbow“ in Reggae verwandelte, tanzte sie dazu - bis es auch im Publikum kein Halten mehr gab.

Als Frontfrau konnte sie auch deshalb so aus sich herausgehen, weil ihre Band die perfekte Begleitung lieferte. Die Sängerin musste gar nicht groß zum Mitklatschen und Fingerschnipsen animieren - der Groove, den Bassist Emanuel Stanley und Schlagzeuger Tim Dudek entwickelten, lud sowieso dazu ein. Keyboarder Mike Roelofs spielte nicht nur energiegeladene Soli, sondern überzeugte auch als Fadeevas Gesangspartner - und last but not least durch sein hochmusikalisches Pfeifen.

Ein Virtuose übernahm übrigens auch das Vorprogramm bei diesem Gastspiel: Auf der Gitarre spielte Niklas Halm Bach und irische Folklore. Den Auftritt des mehrfachen Preisträgers machte die Landesarbeitsgemeinschaft Musik möglich, die ihren Dienstsitz in der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid-Küppelstein hat.

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