Brauchtum

Erntedank: Säen und ernten gewinnt neue Bedeutung

Diakonin Andrea Fabris führte durch den Gottesdienst zum Erntedankfest. Foto: Doro Siewert
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Diakonin Andrea Fabris führte durch den Gottesdienst zum Erntedankfest.

Zum Erntedankgottesdienst lud die Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde in den Stadtpark ein.

Von Stephanie Licciardi

Remscheid. Säen und ernten, diese Worte haben, so Andrea Fabris, Diakonin der Evangelischen Auferstehungs-Kirchengemeinde, in Coronazeiten eine doppelte Bedeutung. „Das Leben ist in diesen Zeiten neu zu betrachten“, sagte die Diakonin. Zum Open-Air-Erntedankgottesdienst fanden sich im Stadtpark an der Konzertmuschel etliche Familien und Kirchgänger der Luthergemeinde zum gemeinsamen Feiern, Singen und Beten ein.

Dass trotz des Regenwetters die Besucher kamen, freute Andrea Fabris besonders. „Mit so vielen Menschen haben wir nicht gerechnet. Aber schließlich ist der Remscheider an sich ja auch zäh“, sagte sie. Unter Einhaltung von Abstandsregeln, getrennten Sitzbereichen und das Tragen einer Mund-Nase-Maske startete der Familiengottesdienst.

Ein besonderes Highlight war die Konzertmuschel, die die Gemeinde kurzerhand zum Altarraum umfunktioniert hatte. Anlässlich des Erntedanksonntags schmückten unterschiedliche Lebensmittel – typische Herbstgemüse wie leuchtend-orangene Kürbisse und Früchte – den Altar. Diese werden an die Remscheider Tafel gespendet, die dienstags eine Ausgabestelle in der Gemeinde betreibt.

Dass der traditionelle Gottesdienst im Coronajahr stattfinden konnte, war für die Gemeinde ein Glücksfall. „Nach Absprachen mit Corona-Krisenstabsleiter Thomas Neuhaus und der Stadtverwaltung haben wir grünes Licht für die Veranstaltung hier im Stadtpark erhalten, so dass wir die Messe guten Gewissens durchführen können“, so Fabris weiter.

Und da zu einem richtigen Gottesdienst auch Lieder und gemeinsames Singen gehören, holte die Gemeinde gleich zwei Kindertagesstätten – die Evangelische Kindertageseinrichtung Siepen und den Evangelische Kindergarten Pusteblume – für den musikalischen Part ins Boot. „Das Singen wäre in der Lutherkirche natürlich nicht möglich gewesen.“ Die Mini-Nachwuchssänger hatten gleich mehrere Lieder im Gepäck und begeisterten mit „Volltreffer“ und anderen Stücken ihr Publikum. „Wir würden uns mehr solcher Gottesdienstformate wünschen“, erzählte eine Mutter der Kita Siepen.

Diakonin Andrea Fabris ist erfahren im Umgang mit Kitakindern und weiß, mit Geschichten und kindgerechten Erklärungen zum Thema Erntedank im Rahmen der Messe zu begeistern. Auch regelmäßige Kirchgänger nutzten den Open-Air-Gottesdienst. „Dieser findet ja an Pfingsten und an Erntedank jedes Jahr draußen statt“, erklärte eine Besucherin. „Wir kommen stets gerne als regelmäßige Kirchgänger hierher.“

Der Gottesdienst ist ein mutiger Schritt, um Ängste auszublenden

Aus der Kita Pusteblume haben sich im Vorfeld 20 Familien angemeldet, wusste Claudia Vöpel von der Kita. Auf der Bühne der Konzertmuschel ermunterte Fabris indessen die Kinder zum kräftigen Mitmachen. Singen scheint im Freien trotz Corona kein Problem zu sein, und ob mit oder ohne Mund-Nase-Maske, stimmten alle kräftig in die „Hurra“-Rufe mit ein.

„Wir möchten mit der Durchführung des Gottesdienstes auch der derzeitigen Situation etwas entgegenstellen“, so Fabris. Von einem mutigen Schritt, etwas zu wagen, sprach sie. Ängste auszublenden, die Coronakrise in Remscheid für einen Moment zu vergessen und sich auf ein Miteinander und Füreinander zu besinnen, sei Ziel des Gottesdienstes. „Ich habe für mich das Gefühl gehabt, für einen Moment die derzeitige Situation vergessen zu können und mir keine Sorgen wegen Corona machen zu müssen“, war der allgemeine Tenor.

Jens Nienaber von der Kita Siepen: „Im Vorfeld gab es kaum Fragen vonseiten der Familien, ob eine Teilnahme kein Problem sei. Die Gemeinde hat sehr gut vorgearbeitet, so dass coronagerecht alles stattfinden kann.“

Ursprung

Seinen Ursprung hat das Erntedankfest im Christentum, bei dem die Gläubigen seit dem dritten Jahrhundert ihre Dankbarkeit für die Ernte ausdrücken. Der Zusammenhang zwischen Mensch und Natur sowie Themen wie Foodsharing oder Umweltschutz spielen eine Rolle.

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