Zugverkehr

S7: Keine schnelle Lösung in Sicht

Fahrgäste verärgert über Verspätungen und Ausfälle.
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Fahrgäste verärgert über Verspätungen und Ausfälle.

Fahrgäste sind verärgert über Verspätungen und Ausfälle.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Pendler und andere Fahrgäste auf der Linie S7 müssen sich wohl auch weiterhin auf Verzögerungen und Ausfälle einstellen. Das geht aus einem Antwortschreiben des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) an den Remscheider Landtagsabgeordneten Sven Wolf hervor. Der SPD-Politiker, selber häufig auf der Strecke unterwegs, hatte sich beim VRR-Vorstand über die Zustände auf der Linie beschwert. Der räumt in seiner Antwort ein, dass die Situation „derzeit leider nicht befriedigend“ sei und verspricht Besserung. Allerdings keine zeitnahe.

Ein Grund für die Schwierigkeiten auf der Strecke sei der Zustand der Fahrzeuge, schreibt der Verkehrsverbund. Der vorherige Betreiber Abellio habe die Züge „mit einem enormen Wartungsstau“ an den neuen Betreiber Vias übergeben. Vias müsse die notwendigen Instandhaltungsarbeiten, die jedes Fahrzeug „über Wochen“ außer Betrieb setze, nun nachholen. „Gleichzeitig fehlen Ersatzteile, deren Lieferzeit mehrere Monate betragen, weil Abellio diese während des Schutzschirmverfahrens nicht bestellen durfte.“

Zudem mangele es auch an Personal, schreibt der VRR. Durch Krankheiten wie Corona zum einen, aber auch durch die aktuelle Urlaubszeit. Vias sei nämlich verpflichtet gewesen, die noch zu Abellio-Zeiten erstellen Urlaubspläne zu übernehmen. Da aber nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom alten zum neuen Betreiber gewechselt waren, verfüge Vias anders als Abellio nicht über genügend Personalreserven, um die Ausfälle auszugleichen.

„So wie jetzt kann es jedenfalls nicht weitergehen.“

Sven Wolf (SPD)

„Um die Problematik abzuschwächen, sind zwei Maßnahmen getroffen worden“, führt der VRR weiter aus. So nutze Vias derzeit Ersatzteile von anderen Fahrzeugen des selben Typs von anderen Strecken. Außerdem habe die Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft, sonst auf der S 28 zwischen Wuppertal und Kaarster See unterwegs, je eine Fahrt am Morgen und am Nachmittag übernommen, um Vias zu entlasten.

Der neue Betreiber unternehme derzeit alles, „so dass unsere Kundinnen und Kunden ihre Ziele erreichen können“, versichert der Verkehrsverbund in seinem Schreiben, in dem er gleichzeitig um Geduld und Verständnis bittet. Vias sei ein „kompetenter Partner, der aufgrund der Erfahrungen mit baugleichen Fahrzeugen“ die technischen Probleme gezielt lösen könne. „Dies bedarf aber zum einen noch viel Zeit und zum anderen die nötigen Ersatzteile.“

Eine weitere Entlastung könnte im Oktober und im Dezember kommen, stellt der VRR in Aussicht: Ab dem 4. Oktober werde die Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft weitere Fahrten übernehmen, wenn deren Fahrzeuge aus der Hauptuntersuchung zurückkämen. Mit dem Fahrplanwechsel nehme zudem die neue Linie RE 47 mit einer Direktverbindung von Remscheid nach Düsseldorf den Betrieb auf. Dadurch würden weitere Fahrzeuge freigesetzt, um Reparaturen und Wartungsarbeiten durchzuführen.

Man müsse wohl weiterhin in den sauren Apfel beißen und Geduld aufbringen, sagt der Landtagsabgeordnete Sven Wolf. Stellt aber auch klar: „So wie jetzt kann es jedenfalls nicht weitergehen.“ Den Grund für das derzeitige Dilemma sieht der Sozialdemokrat in der Vergabepolitik der Vergangenheit: Jahrelang habe bei vielen öffentlichen Aufgaben gegolten, dass diese möglichst billig sein müssten. „Das rächt sich nun leider. Die Leidtragenden sind die Bahnfahrer in unserer Region.“

Hintergrund

Bis Ende Januar wurde die S7 von Abellio, einem Tochterunternehmen der niederländischen Staatseisenbahn Nederlandse Spoorwegen, betrieben. Das Unternehmen hatte, wie viele private Bahnunternehmen wirtschaftliche Probleme, im Juni 2021 wurde für die Regionalgesellschaft Abellio Rail in Hagen ein Insolvenzverfahren eröffnet. Zum 31. Januar stellte die Firma den Verkehrsbetrieb ein, auf der S7 übernahm die Vias Rail GmbH mit Sitz in Düren. Viele Probleme bleiben allerdings.

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