Alternativer Antrieb

S-Bahn-Linie 7 könnte bald elektrisch fahren

Die von Abellio betriebene Linie S 7 verbindet Solingen, Wuppertal und Remscheid. Archivfoto: Christian Beier
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Die von Abellio betriebene Linie S 7 verbindet Solingen, Wuppertal und Remscheid.

Verkehrsclub sieht Vorteile für Klima, Lautstärke und Fahrtangebot.

Von Juri Lietz

Bergisches Land Der Regionalverband Bergisches Land des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) regt an, auf der S-Bahn-Linie 7, die Wuppertal, Remscheid und Solingen verbindet, künftig elektrische Fahrzeuge einzusetzen. Aktuell werden die Wagen auf dieser Strecke mit Diesel betrieben. Schon seit 40 Jahren wird dieser Wechsel thematisiert. Verschiedene Gründe führten dazu, dass der Plan bisher nie realisiert wurde.

Eine entscheidende Rolle spielen die Oberleitungen, mit denen die 41 Kilometer lange Strecke nur auf dem kurzen Teilabschnitt zwischen Elberfeld und Oberbarmen ausgestattet ist. Eine vollständige Ausrüstung der Linie mit Fahrdrähten wäre kaum umsetzbar; die denkmalgeschützte Müngstener Brücke sowie einige niedrige Tunnel und Brücken sprechen dagegen. Eine neue Technologie bietet nun aber die Möglichkeit, die Strecke anderweitig ohne Diesel zu befahren: Batterie-elektrische Züge können während der Fahrt unter Oberleitung ihre Akkus aufladen und mit dieser Energie die restliche Fahrt bestreiten. Ähnlich wie in der Nachbarstadt Solingen mit den Batterie-O-Bussen.

Der VCD kooperierte dazu mit der Bergischen Universität, die untersuchte, inwiefern der Betrieb mit solchen Zügen auf der Linie möglich wäre. Die Ergebnisse stehen jetzt fest: Benedikt Schmülling, Professor für Elektromobilität, erklärt: „Es spricht technisch nichts gegen eine Elektrifizierung der Strecke.“

Schnelle Beschleunigung könnte weitere Haltestellen ermöglichen

Sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Michéle Weisbach präsentierte die Details der Studie, in der primär untersucht wurde, ob eine Batterieladung für den leitungslosen Abschnitt zwischen Oberbarmen und Solingen ausreichen würde. Zu diesem Zweck wurden verschiedenste Parameter einbezogen, etwa das Höhenprofil der teils steilen Strecke oder das Gewicht. „An den Endpunkten besteht Oberleitungsinfrastruktur“, erklärt Weisbach, weshalb in beide Richtungen immer mit voller Akkuladung gestartet werden kann. In Solingen würde der Zug während seines Halts an die Leitung angeschlossen.

„Die Diesel-Züge sind durchaus umwelt- und klimabelastend und im Vergleich zu den Elektro-Wagen auch deutlich lauter, deshalb wäre es auch ein Mehrwert für die Bevölkerung, die entlang der Strecke wohnt“, unterstreicht VCD-Vertreter Reiner Nießen. Sein Kollege Helmut Ruppert ergänzt: „Dazu kommt, dass die Beschleunigungszeiten der E-Wagen schneller sind“. Die gewonnene Zeit könnte in weitere Halte investiert werden. Ohnehin planen die Initiatoren der Studie eine Ergänzung des Angebots um eine Weiterfahrt zum Düsseldorfer Flughafen.

Die S7 führt immer wieder zu Frust bei bergischen Pendlern

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