Konzert

Ruth Forsbach spielt seit 50 Jahren Orgel

Kirchenmusikerin Ruth Forsbach spielt seit 50 Jahren Orgel. Aus diesem Anlass gab sie am Sonntag in der evangelischen Citykirche ein Konzert. Foto: Roland Keusch
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Kirchenmusikerin Ruth Forsbach spielt seit 50 Jahren Orgel. Aus diesem Anlass gab sie am Sonntag in der evangelischen Citykirche ein Konzert.

Ehemalige Kirchenmusikdirektorin lud zum Konzert in die Citykirche.

Von Stephanie Licciardi

Die mächtigen Pfeifen lässt Ruth Forsbach stimmig klingen, während die etwas kleineren Pfeifen zartere Töne von sich geben. Im azurblauen Frack mit passender Hose sitzt die frühere Kirchenmusikdirektorin auf der Bank in der Citykirche an ihrem Lieblingsinstrument, der Orgel.

Eigentlich hatte Ruth Forsbach sich nie träumen lassen, dass sie mal über ein halbes Jahrhundert dem Orgelspiel nachgehen wird. „Während meines Studiums habe ich mich hauptsächlich auf die Musik an sich und das Klavier konzentriert“, erzählt sie.

Das mächtige Kircheninstrument und ihre Musik waren anfangs nicht ganz ihre Sache. Studiert hat Forsbach zunächst an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf und dann an der Folkwang Hochschule in Essen. Gute Erinnerungen verbindet sie an ihren damaligen Professor und Komponisten Gerd Zacher. Von ihm habe sie nicht nur eine Menge gelernt, sondern auch die Schönheit der Musik erfahren. Eher durch einen Zufall sei sie als Studentin, zwischenzeitlich studierte sie Musikpädagogik, Germanistik und Kunstgeschichte, an die Orgel gekommen.

„Das C-Examen hatte ich bereits in der Tasche, und so trat ich am 1. Oktober 1970 meine erste Stelle als Organistin in einer Gemeinde in Düsseldorf an.“ Das Spielen der Orgel habe sie stets fasziniert. „Die Orgel ist ein sehr dankbares Instrument. Es ist einfacher zu erlernen als etwa die Geige oder die Oboe.“ Und mit harter Arbeit und viel Übung erhält der Spieler auch ein schnelles Feedback des Instruments.

„Voraussetzung für das Spiel ist der Einklang von Hand und Fuß. Das ist wie Sport“, sagt sie. Denn was die linke Hand an den Tasten macht, müsse der linke Fuß nicht automatisch am „Fußklavier“ umsetzen.

Die pensionierte Musikerin unterrichtet den Nachwuchs

Vor 38 Jahren zog es Forsbach nach weiteren Zwischenstationen in die Seestadt auf dem Berge. „In der Citykirche war die Stelle als Kreiskantorin ausgeschrieben, so habe ich mich darauf beworben.“ Die damalige Orgel ist ihr noch im Gedächtnis. „Ein schreckliches Instrument, das noch aus der Nachkriegszeit stammte“, erinnert sich die Organistin.

Als die Kirche 1979/80 renoviert und in ihren barockähnlichen Zustand zurückversetzt wurde, schaffte die Gemeinde eine Orgel des Hamburger Herstellers Rudolf von Beckerath an. „Und die wird nächstes Jahr auch schon 40 Jahre alt!“

Forsbach spielt nicht nur für ihre Gemeinde, in der sie bis 2015 tätig war, sondern unterrichtet auch den Nachwuchs. Zu ihren bekanntesten Schülern zählt Musikdirektor Christoph Spengler. „Er war auf jeden Fall ein sehr guter Organist“, erzählt Ruth Forsbach. Alle ihre Eleven starten als Registratoren bei ihr, deren Aufgabe die Unterstützung des Musikers ist. Aktuell hilft ihr der 17-jährige Matthias Müller.

„Anlässlich meiner Konfirmation habe ich zwei Schnupperstunden bei Frau Forsbach geschenkt bekommen. Mich hat das so begeistert, dass ich dabeigeblieben bin“, sagt er. Matthias Aufgabe ist komplex, so muss er gut aufpassen, im richtigen Moment die passenden Knöpfe drücken, damit die Pfeifen die gewünschten Töne erzeugen oder eine Seite im Notenheft weiterblättern. Das erfordert nicht nur Konzentration und Fingerspitzengefühl, sondern auch Teamarbeit.

Anlässlich 50 Jahre an der Orgel gab Ruth Forsbach am Sonntagabend ein Konzert der besonderen Art unter dem Titel „Begegnungen – Nachklänge“, das von den 32 Besuchern am Ende mit viel Applaus honoriert wurde.

Die Orgel

Die Orgel der Citykirche stammt von dem Orgelbauer Beckerath. Während der Renovierungsarbeiten 1979 bis 1980 wurden Überreste einer früheren Kapelle gefunden, die vermutlich im elften Jahrhundert existierte. Eine erste Orgel befand sich vermutlich um 1723/26 am heutigen Standort.

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