Remscheid Tolerant

Runder Tisch will Gläubige unterschiedlicher Religionen ins Gespräch bringen

Andreas Artschwager und Sascha von Gerishem beim Gedankenaustausch beim Runden Tisch aus. Sie waren mit Arthur Herzog die einzigen Teilnehmer bei der zweiten Auflage im Bürgerhaus Süd. Foto: Peter Klohs
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Andreas Artschwager und Sascha von Gerishem beim Gedankenaustausch beim Runden Tisch aus. Sie waren mit Arthur Herzog die einzigen Teilnehmer bei der zweiten Auflage im Bürgerhaus Süd.

Remscheid Tolerant hatte zum zweiten Mal ins Bürgerhaus Süd zum Runden Tisch eingeladen.

Von Peter Klohs

Remscheid. Es gab zwei Hauptgründe, warum der Runde Tisch, zu dem das Aktionsbündnis Remscheid Tolerant eingeladen hatte, in einer sehr kleinen Runde stattfand: Der unglücklich gewählte Termin am Montagabend, zu einem Zeitpunkt, zu dem einige Fraktions- bzw. Vorstandssitzungen diverser politischer Parteien zeitgleich stattfanden sowie ein von Viren befallener Computer, der die Einladung, wenn überhaupt, verzögert versendet hatte.

Im Gegensatz zum ersten Runden Tisch, der Anfang Oktober 2020 mit rund 20 Menschen christlichen, muslimischen und jüdischen Glaubens durchgeführt wurde, blieb nun ein Trio übrig: Berufsschulpfarrer Andreas Artschwager, zweiter Vorsitzender von Remscheid Tolerant, Sascha von Gerishem sowie Arthur Herzog, der ebenfalls im Aktionsbündnis aktiv ist, sprachen vierzig Minuten lang darüber, ob Wege vorstellbar sind, die Gläubigen der drei abrahamitischen Religionen im Alltagsleben zusammenzubringen.

Als Basisfrage stand „Wo gibt es Berührungspunkte?“ im Raum. Sascha von Gerishem berichtete aus seinen persönlichen Erfahrungen. „Durch das gemeinsame Kochen und Essen lernen sich die Menschen sehr gut kennen und lernen auch etwas über die anderen Kulturen. Und um allen gerecht zu werden, macht man am besten etwas Vegetarisches. Das essen alle.“

Er brachte den neu eröffneten Quartierstreff in Klausen ins Gespräch, der über eine Küche verfüge, in dem ein solches Format durchaus durchgeführt werden könne. Andreas Artschwager ging in die Tiefe und versuchte zu ergründen, wo die Probleme zwischen den unterschiedlichen Religionen liegen könnten. „Es ist eine Frage, wie sich jeweils die Minderheit versteht“, sagte er. „Ich habe in Stadtteilen gelebt, in der ich als Christ die Minderheit war. Eine Minderheit will immer ihre Identität bewahren, das ist menschlich. Es geht darum, andere Menschen und ihren Glauben zu akzeptieren und zu tolerieren. In Damaskus oder Sarajewo, da funktioniert das gut, da wohnen verschiedene Religionen direkt nebeneinander, und das seit ewigen Zeiten.“

Wichtig ist, so Arthur Herzog, das Interesse an andersgläubigen Menschen. „Man darf auch ruhig mal Fragen stellen“, fand er. „Man muss dann Muslime einfach mal fragen, was genau das Zuckerfest ist und ob man als Christ mitmachen kann.“ Und man kann, antwortete Artschwager. „In der Regel machen das die Moscheegemeinden sehr gerne.“

Dass viele Menschen jüdischen Glaubens sich nicht mehr trauen, durch Äußerlichkeiten auf ihre Religion hinzuweisen, wurde ebenso thematisiert. „Und im Gegensatz“, zeigte sich von Gerishem fassungslos, „gibt es einen NPD-Funktionär, der sich rassistische Sprüche auf den Rücken tätowieren ließ und damit ins Schwimmbad ging. Manchmal kann man wirklich nur noch denken: Mein Gott, was ist da falsch gelaufen?“

Der Runde Tisch von Remscheid Tolerant soll eine regelmäßige Veranstaltung werden.

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