Vorpremiere im Rotationstheater

Ruhrpott-Rosie singt bitterböse Lieder

Lieferte den versprochenen lustigen Abend im Rotationstheater ab: Sabine Wiegand alias „dat Rosie“. Foto: Michael Schütz
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Lieferte den versprochenen lustigen Abend im Rotationstheater ab: Sabine Wiegand alias „dat Rosie“.

„Dat Rosie“ alias Sabine Wiegand, hat sich für die Vorpremiere ihres neuen Programms das Rotationstheater ausgesucht.

Von Sabine Naber

„Vorpremiere – das heißt, ich kann das noch nicht. Aber es gibt einen lustigen Abend“, versprach die sympathische Künstlerin, die gerne ob ihres deftigen Stils mit Musik, vor allem aber viel Klamauk, auch als Ruhrpott-Proletin bezeichnet wird.

Unter der Regie von Jens Neutag war der Abend mit „Dat Rosi sieht rot“ überschrieben. Und Wiegand ließ ihre Kunstfigur ganz ungeniert raushauen, wie sie die Welt sieht. Obwohl sich dat Rosi eigentlich gar nicht mehr aufregen will. Weder über Donald Trump noch über den Klimawandel. Stattdessen will sie ab sofort alles easy angehen. Außer vielleicht, wenn sie an Attila Hildmann denkt, dann passiert das Aufregen bei ihr so aus der Lameng: „Den veganen Koch, diesen Gemüse-Goebbels mit seinen Verschwörungsideologien“, schimpft sie. Und wenn sie erst an ihre Silberhochzeit mit ihrem „Mamfred“ denkt, dann wird es ganz schlimm: „Parisreise geplant und dann Corona-Arrest.“

Und was sich ihr Mamfred in dieser Zeit alles ausgedacht hatte. Zum Beispiel eine Müllrutsche aus 36 Kartoffelsalat-Eimern. „Erst musste das Zeug gegessen werden, dann hat er den Boden aus den Eimern rausgeflext, sie aneinandergebunden und vom Kinderzimmer aus runterbaumeln lassen.“ Treffend, oft sarkastisch und bitterböse, sind die Lieder, die Wiegand zwischendurch singt. Herrlich der Song, bei dem sie in die Rolle von Angela Merkel als Kita-Leiterin schlüpft, die ihre Kids zu erziehen versucht: „Altmaier, gib dir mal Mühe und sing' gerade. Armin, schrei nicht so rum. Söder, hör auf, an deiner Weißwurst zu zipfeln“, heißt es da.

Das Publikum amüsiert sich. Dann wurde es Zeit für King Elvis. Auf die Melodie von „In the Ghetto“ besang Rosi ihren Gehaltszettel und fragte enttäuscht: „Is dat netto?“ Sie ist klar für ein Grundeinkommen. Schließlich sei ja jeder systemrelevant. Ob Altenheime oder Tönnies – „der lupenreine Kapitalist“ – Essen aus Müllcontainern oder Frisöre im Allgemeinen, an Rosi kommt so schnell keiner vorbei.

Das Hygienekonzept, das sich das Team des Rotationstheaters überlegt hatte, war gelungen. Es brachte sogar eine heimelige Atmosphäre ins Theater. Auf den runden Tischen, die den Abstand zum nächsten Gast garantierten, flackerten Teelichte, Getränke wurden in Flaschen angeboten und dat Rosi betonte: „Ich stehe hinten auf der Bühne, damit ich beim Atmen keinen treffe.“

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