Das Stück wird noch zwei Mal gezeigt

Rotationstheater meldet sich mit Paartherapie zurück

Der Paartherapeut (Andreas Strigl) soll Valentin (Marcus Mies) und Joana (Julia Karl) wieder vereinen. Ob ihm das gelingt? Foto: Roland Keusch
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Der Paartherapeut (Andreas Strigl) soll Valentin (Marcus Mies) und Joana (Julia Karl) wieder vereinen. Ob ihm das gelingt?

Bei der Premiere von „Die Wunderübung“ blieben Plätze leer.

Von Sabine Naber

Mit einer Premiere hat sich das Lenneper Rotationstheater am Samstagabend aus dem Corona-Lockdown zurückgemeldet. Das Actor’s Studio NRW unter der Regie von Oliver Scheemann präsentierte mit der Komödie „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer ein Kammerspiel, in dem die drei Protagonisten gleichermaßen brillierten.

Das kleine Privattheater der Familie Schmidt zeigte sich perfekt auf die Wiedereröffnung vorbereitet. Neben den Sitzflächen gab es kleine Tische, auf denen Teelichter flackerten – sie sorgten für ein stilvolles Ambiente trotz der gebotenen Abstandsregeln. Die Theaterbetreiber hatten durchsichtige Stellwände aufgebaut. Auch eine moderne Luftfilteranlage wurde installiert. Aber obwohl diese Maßnahmen größtmögliche Sicherheiten bieten, sind die potenziellen Theaterbesucher wohl noch zurückhaltend, denn die Hälfte der Sitzplätze blieb am Premierenabend leer.

Dabei sorgte das amüsante Stück für beste Unterhaltung. „Wir konnten es kaum erwarten, wieder auf der Bühne zu stehen. Eine schwere Zeit liegt hinter uns. Den Künstlern fehlte so lange Zeit der Auftritt“, erklärte Regisseur Oliver Scheemann. Er bedankte sich bei der Stadt und dem Oberbürgermeister für die Unterstützung, die diese Premiere möglich werden ließen.

Und darum ging es: Joana (Julia Karl) und Valentin (Marcus Mies) sind seit etlichen Jahren verheiratet, haben zwei nahezu erwachsene Kinder. Aber die Beziehung der Historikerin und des Luftfahrtingenieurs ist an einem Tiefpunkt angelangt. Auf Wunsch von Joana soll der Paartherapeut (Andreas Strigl) die beiden in seiner Praxis jetzt wieder zusammenbringen.

„Ich werde nicht den Schiedsrichter spielen“, betonte der gleich zu Beginn der Vorstellung. Und wollte von ihnen zunächst wissen, wie das perfekte Ergebnis dieser ersten Sitzung für den jeweils anderen lauten könnte. „Für meine Frau, wenn ich am Ende der alleinige, reumütige Sünder wäre“, war sich Valentin sicher. „Für meinen Mann, wenn er so weiterleben kann wie bisher und ich die Last von seinen Schultern nehme“, machte Joana deutlich. Dabei wollte sie nur ein paar Schritte in die richtige Richtung erreichen, während ihr Mann davon träumte, dass zu Hause Frieden herrscht. Aber die Eheleute, die sich wohl aus Gewohnheit unablässig zanken, sind eine harte Nuss für den geduldigen Therapeuten, der ihnen schnell bescheinigte, dass sie in der Polemik ein gutes Team sind.

„Endlich wieder Kultur“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) saß mit seiner Ehefrau in der ersten Reihe

Valentin nahm man den genervten Ehemann, der eigentlich nur seine Arbeit im Kopf hat, problemlos ab. Mimik und Gestik setzte er gekonnt ein. Herrlich, als er in ihre Rolle schlüpfen sollte und die Zigaretten qualmende Ehefrau spielte, die wieder einmal keine Zeit zum Kochen hatte. Joana spielte die permanent bissige, vorwurfsvolle und nachtragende Ehefrau, die ihrem Mann heute noch die weit zurückliegende Affäre mit Boutique-Verkäuferin Brigitte aus Wermelskirchen vorwirft, ebenso überzeugend.

Als selbst die Wunderübung scheiterte – Valentin sollte die Faust seiner Frau, die ihr Herz symbolisiert, öffnen – schien alles am Ende. Doch dann bekam der Therapeut während der Sitzung eine SMS, die alles veränderte. Alle drei bewiesen, dass sie auch ganz andere Seiten haben.

„Endlich wieder Kultur“, fasste es Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) zusammen, der mit seiner Gattin in der ersten Reihe saß.

Nächste Vorstellungen

Am Freitag und Samstag, 25. und 26. Juni, jeweils 20 Uhr, hebt sich im Lenneper Rotationstheater noch einmal der Vorhang für die Komödie „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer. Tickets gibt es hier: www.remscheid-live.de

Nach der Sommerpause soll es im September dann mit dem neuen Soloprogramm „Denn er weiß nicht, was er tut“ vom Spontanitätsexperten Sascha Korf weitergehen. Infos zu aktuellen Regeln und Terminen: www.rotationstheater.de

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