Rohrbrüche sind leicht zu verhindern

Geplatzte Wasserleitung in Geschäftshaus löst Feuerwehreinsatz aus

Hans-Jürgen Althaus, Obermeister der Remscheider Innung für Sanitär- und Heizungstechnik. Foto: Doro Siewert
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Hans-Jürgen Althaus, Obermeister der Remscheider Innung für Sanitär- und Heizungstechnik.

Durch die Minusgrade in den vergangenen Tagen sind nicht nur Seen zugefroren.

Von Katharina Birkenbeul

Remscheid. Wenn Rohrleitungen in und um die Häuser gefrieren, kann es aber tückisch werden. So wie am Sonntagnachmittag an der Bankstraße.

Ein Rohrbruch hatte die Bank- und Blumenstraße in eine Eisbahn verwandelt: Dort war in einem leerstehenden Geschäftshaus ein Wasserschieber an einer etwa 10 Zentimeter dicken Wasserleitung geborsten – wohl aufgrund des Frostes. Als die Feuerwehr gegen 16.30 Uhr eintraf, floss bereits Wasser aus allen Türen auf die Straße.

„Als die Feuerwehr die Gebäudetür öffnete, wurde das gesamte Ausmaß des Wasserschadens deutlich“, berichtet Einsatzleiter Markus Schwarz: „Das gesamte Gebäude stand etwa 30 Zentimeter unter Wasser.“ Die Feuerwehr pumpte das Wasser ab, Remscheids Energieversorger EWR schieberte die Rohre ab und schaltete das Gebäude stromlos.

Dass Wasserrohre bei diesen Temperaturen platzen, sei reine Physik, sagt Dr. oec. Rita Henzel, Öffentlichkeitsarbeiterin beim Energieversorger EWR. Wenn Wasserleitungen zufrieren, dehnt sich die Masse aus und die Rohre reißen. „Das fällt aber erst auf, wenn es taut. Denn erst dann läuft das Wasser aus“, sagt Henzel. Bisher sei das in diesem Winter allerdings nicht vermehrt aufgetreten. „Im Laufe der Woche könnte es aufgrund des Tauwetters aber mehr werden.“

Hans-Jürgen Althaus, Obermeister der Remscheider Innung für Sanitär- und Heizungstechnik, bestätigt das: „In den vergangenen 14 Tagen hatten wir nur einen Einsatz und mussten ein Rohr enteisen. In meinen jungen Jahren war ich bei solcher Kälte nur unterwegs.“ Das liege daran, dass die Gebäude mittlerweile besser wärmegedämmt und frostgefährdete Rohre zur Außenwand hin isoliert seien. Innenliegende Rohre seien fast nie ein Problem. „Grundsätzlich sollte dennoch kein Fenster lange offen gelassen werden“, sagt Althaus. Sonst frieren sie trotzdem ein.

Einem möglichen Rohrbruch kann allerdings vorgebeugt werden. „Es sollte dafür gesorgt werden, dass über den Winter alle Räume gut temperiert sind. Wenn das nicht möglich ist, wie etwa bei Leitungen, die draußen am Haus entlanglaufen, sollten diese Ende Oktober/Anfang November geleert werden“, rät die EWR-Mitarbeiterin. Das bestätigt auch Althaus und hat einen Tipp, wenn sich die Leitungen nicht entleeren lassen: „Wenn das Rohr an einer Zapfstelle endet, kann der Hahn einfach so weit aufgedreht werden, dass es ständig tropft. Wasser in Bewegung gefriert nicht.“ Die ein bis zwei Liter Wasser, die so am Tag mehr verbraucht würden, stünden aber in keinem Verhältnis zu den Kosten, die entstehen würden, wenn Leitungen repariert werden müssten.

Der Eisregen, der in den Mittagsstunden am Montag über Remscheid vom Himmel fiel, blieb ohne weitreichende Folgen. 

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