Kinder forschen

Röntgens Juniorakademie gründet sich diesen Monat

Dr. Kai Schreiber möchte das Geburtshaus zum Treffpunkt für Kultur und Wissenschaft machen.
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Dr. Kai Schreiber möchte das Geburtshaus zum Treffpunkt für Kultur und Wissenschaft machen.
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Dr. Kai Schreiber leitet nun das Geburtshaus und kümmert sich um den Nachwuchs.

Von Melissa Wienzek

Lennep. Das hätte Wilhelm Conrad Röntgen mit Sicherheit gefallen: Bei der Juniorakademie, die seinen Namen trägt, werden Kinder und Jugendliche künftig in seinem Geburtshaus am Gänsemarkt forschen. So wird das Haus, das der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) gehört, nun weiter mit Leben gefüllt: Das Gründungsevent für die Juniorakademie findet am Samstag, 29. Oktober, im Labor X im Deutschen Röntgen-Museum statt, voraussichtlich mit einem Grußwort des Oberbürgermeisters und des DRG-Präsidenten, einigen kleinen Vorträgen zum Mint-Unterricht an Grundschulen aus der Praxis und anschließenden kleinen Experimenten mit Schülern im Röntgen-Labor RöLab. Leiter der neuen Wilhelm-Conrad-Röntgen-Juniorakademie ist Dr. Kai Schreiber. Wir geben einen Überblick.

Was ist die Juniorakademie?

Die neue Wilhelm-Conrad Röntgen-Juniorakademie im Geburtshaus am Gänsemarkt ist ein Begabtenförderungsprogramm und richtet sich an all diejenigen Kinder und Jugendlichen, die nach dem X-Club im Museum (früher Mini-Club) „noch etwas mehr wollen“, wie es Museumsleiter Dr. Uwe Busch nennt. Für ihn ist die Akademie eine perfekte Ergänzung zum bereits bestehenden Angebot im Museum. So greife ein Zahnrädchen ins andere – und werde der außerschulische Bildungsort Lennep weiter gestärkt. Die Akademie richtet sich an Grundschüler bis „zur frühen weiterführenden Schule mit Fachinteresse“, sagt Dr. Kai Schreiber. Sie werden für die Akademie freigestellt. Übrigens soll ab Mai 2023 auch das X-perimente-Mobil das ganze nächste Jahr über in Lennep stationiert sein. Von hier aus fährt es die Grundschulen an, die das Mobil buchen können.

Was machen die Kinder dort genau?

Im Geburtshaus treffen die Juniorakademiker dabei auch auf die Radiologen der Deutschen Röntgengesellschaft, die am Gänsemarkt Tagungen abhält und ein internationales radiologisches Testing-Center betreibt. „Die Kinder sollen an den Inhalten beteiligt werden“, sagt Schreiber. Das genaue Programm wird noch in Kooperation mit einem Bildungsbeirat ausgearbeitet. „Auf jeden Fall möchte ich die neuen Medien und Spiele einbeziehen“, sagt der Leiter. Seine Idee: Mit den Kindern gemeinsam ein Spiel für physikalische Grundlagen entwickeln. Zudem möchte er gerne einen Podcast auf den Weg bringen.

Was gibt es in der öffentlichen Ausstellung zu sehen?

Im unteren Bereich des Hauses ist ein öffentlicher Ausstellungsbereich entstanden. Die Schatzkammer beherbergt unter anderem alte Dokumente. Das Leben des bedeutendsten Sohns der Stadt kann hier digital mit Tablets erkundet werden, Röntgens Biografie kann anhand von Exponaten, Texten und Tafeln nachvollzogen werden. Die Öffnungszeiten sind derzeit noch nicht klar. „Wir planen, einen Tag die Woche zu öffnen, wir wissen aber noch nicht genau, welchen. Zudem möchten wir einmal im Monat auch am Wochenende das Haus öffnen“, sagt Dr. Kai Schreiber.

Wie soll es weitergehen mit Geburtshaus, RöLab & Co.?

„Ich würde im Geburtshaus gerne eine Begegnungsstätte für Kultur und Wissenschaft etablieren“, sagt der neue Leiter. Vorstellen könne er sich eine kleine, feine Lesung im Wintergarten des Geburtshauses. Hier hängt übrigens auch das Werk des Kölner Künstlers Saxa, das am Vorabend der Röntgen-Plakettenverleihung im Geburtshaus übergeben wurde: Röntgen ist hier durch Buchstaben erkennbar. Anfang November soll auch endlich das Röntgen-Theaterstück mit dem Improvisationskünstler Franz Mestre aufgeführt werden, das bereits im Röntgen-Jahr über die Bühne gehen sollte. Auch im RöLab wird es bald etwas Neues geben, in dem Dr. Kai Schreiber ebenfalls neben der Leiterin Anna Kätker mitarbeitet: Hier wird bald ein echtes, funktionierendes Tisch-MRT zum Einsatz kommen. „Die Kinder können dann Versuche am Tisch machen.“

roentgenmuseum.de

Zur Person

Dr. Kai Schreiber, Jahrgang 1972, stammt gebürtig aus Aalen in Baden-Württemberg. Er studierte Physik und Philosophie in Tübingen, ehe er viele Jahre bei einem freien Radiosender Radiocomedy machte und für das Satire-Magazin „Titanic“ arbeitete. Er promovierte in Neurowissenschaften in Nordamerika und Kanada. In Münster war er Uni-Dozent, arbeitete am Max-Planck-Institut in Köln, beschäftigte sich mit der Wahrnehmungsforschung. Sein Buch „Wahre Lügen“ erschien im Rowohlt Verlag. An der MKS lehrt er kreatives Schreiben. Schreiber lebt in Solingen-Ohligs und singt in einem Kölner Chor.

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