Röntgens Geburtshaus ist offiziell eröffnet

Architektin Sophie Welke, DRG-Präsident Prof. Dr. Gerald Antoch und Röntgen-Museum-Direktor Dr. Uwe Busch im Gespräch. Interessierte konnten die Geburtshaus-Eröffnung digital verfolgen. Foto: mw
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Architektin Sophie Welke, DRG-Präsident Prof. Dr. Gerald Antoch und Röntgen-Museum-Direktor Dr. Uwe Busch im Gespräch. Interessierte konnten die Geburtshaus-Eröffnung digital verfolgen. Foto: mw

Wegen Corona musste die Feier im März ausfallen – Gestern gab es einen Digitalkongress

Von Melissa Wienzek

LENNEP In einem bergischen Fachwerkhaus am Gänsemarkt nahm die Weltgeschichte am 27. März 1845 ihren Lauf: Wilhelm Conrad Röntgen, der spätere Entdecker der Röntgenstrahlen, erblickte das Licht der Welt. Und die Immobilie ist bis heute erhalten geblieben. Die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) hat dem Geburtshaus mit einer Millionen-Sanierung neues Leben eingehaucht. Gestern wurde Gänsemarkt 1 nach zehn Jahre Planung und Sanierung offiziell eröffnet. Die Feier im März musste wegen Corona ausfallen – ausgerechnet im Röntgenjahr 2020, in dem sich Röntgens Geburtstag zum 175. Mal jährt und die Entdeckung der X-Strahlen zum 125. Mal.

„Die Synthese zwischen Geschichte und Zukunft ist Ihnen hier hervorragend gelungen“, lobte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) die DRG bei der digitalen Eröffnung. „Das Haus bietet all denjenigen eine Heimstätte, die sich Wilhelm Conrad Röntgen und seiner Entdeckung verbunden fühlen und einen Bezug zu seinem Verständnis von Forschung und Wissenschaft haben“, sagte Mast-Weisz. „Hier könnte ich auch einziehen, so schön ist es geworden.“ Er freue sich auf einen Hotspot von Ideen und Perspektiven in Lennep. „Hier wird Zukunft geschrieben.“ Prof. Dr. Ulrich Mödder, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Deutschen Röntgen-Museums, fügte hinzu: „Das Geburtshaus kann als Identitätskern genutzt werden. Es kann unser kulturelles Gedächtnis vertiefen.“

Interessierte Zuschauer verfolgten die Liveübertragung aus dem Wintergarten des Geburtshauses an ihren heimischen Laptops. Prof. Dr. Gerald Antoch, Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft, und Röntgen-Museum-Direktor Dr. Uwe Busch ließen die Historie Revue passieren. Nach dem letzten Stadtbrand Lenneps 1785 wiederaufgebaut, ging das Haus in den Besitz der Tuchmacherfamilie Polheim über. Sie verkaufte 1811 an den Großvater von Wilhelm Conrad Röntgen, 1848 verkauften sein Vater und Onkel das Haus. Zwei Metzgereien gab es hier bis 1963. 1964 ging es in den Besitz der Stadt über. Bis 2011 beherbergte es die Bibliothek des Deutschen Röntgen-Museums. „Wichtig ist, dass wir die Öffentlichkeit wieder hier ins Haus lassen“, sagte Busch. Nun könne jeder im musealen Bereich Röntgens Lebensweg nachzeichnen.

Zu sehen gibt es unter anderem originale Briefdokumente, die originale Ehrenbürgerurkunde und bedeutenden Bilder für die Radiologie. Das Haus wird künftig von der DRG zudem als Tagungs- und Forschungsort genutzt. Ein internationales radiologisches Training- und Testingcenter ist entstanden. Im Dachgeschoss gibt es ein Appartement.

Architektin Sophie Welke berichtete von der aufwendigen Sanierung. „Als wir im Dezember 2011 das erste Mal im Gebäude waren, haben wir es noch Renovierung genannt. Wir wurden eines Besseren belehrt.“ Schäden am Fachwerk, Schimmel – es wurde dann doch eine Sanierung. Der LVR, die Stadtsparkasse Remscheid und die NRW-Stiftung unterstützten das Projekt.

Unter dem Titel „Röko digital“ gab es gestern zudem weitere Programmpunkte: Eine Röntgen-Vorlesung von Prof. Dr. Heinz-Peter Schlemmer zum Thema „Goldene Zwanziger der Radiologie – Neue Einsichten durch Photon-Counting-CT“ sowie zwei Preisverleihungen. Damit endete der 102. Deutsche Röntgenkongress der DRG, dieses Mal in digitaler Form.

www.roentgen-geburtshaus.de

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