Baugenehmigung für Hackenberg erwartet

Stadt beseitigt Wildwuchs im Röntgen-Stadion

So sah es vor der Rodung im Röntgen-Stadion aus. Der Wildwuchs ist verschwunden. Foto: Michael Schütz
+
So sah es vor der Rodung im Röntgen-Stadion aus. Der Wildwuchs ist verschwunden.

Die Baugenehmigung für die Ersatzanlage in Hackenberg soll bald vorliegen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. In wenigen Wochen soll eine wichtige Weichenstellung für die Erweiterung der Sportanlage Hackenberg erfolgen. „Wir erwarten die Baugenehmigung“, berichtet der zuständige Fachdienstleiter Martin Sternkopf. Das aber heißt nicht, dass dann die Bagger anrollen. Zunächst muss das nötige Geld für das Projekt auf dem Konto der Stadt eingegangen sein. Es wird von Investor McArthurGlen erwartet, der auch auf dem Gelände des Röntgen-Stadion sein Designer Outlet Center (DOC) bauen will. Die Anlage in Hackenberg soll für das Stadion den Ersatz liefern und 1550 Zuschauern Platz bieten. Dort würde dann neben der SG Hackenberg der FC Remscheid seine Heimstätte haben.

Ob es zu all dem kommt, hängt davon ab, wie die Richter im Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster urteilen. Denn nach wie vor müssen sie sich mit rechtlichen Schritten von privater Seite befassen, die sich gegen das Großprojekt richten. Sollte der zehnte Senat am OVG die Rechtmäßigkeit des geplanten Centers mit seinen 120 Geschäften und sechs Restaurants feststellen, kann es in Hackenberg losgehen. „Wir müssen dann die Baugenehmigung ja quasi nur aus der Schublade holen“, erklärt Sternkopf. Es folgt die Ausschreibung, an der sich interessierte Baufirmen mit ihren Angeboten beteiligen können – und dann die Umsetzung der Hackenberger Pläne. Sternkopf rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren.

In der Zwischenzeit müsse die dort beheimatete SGH ihr Domizil fürs Training nicht verlassen. „Wir haben die Bauabschnitte so geordnet, dass immer Teile der Anlage zur Verfügung stehen.“ Der FC Remscheid könnte derweil „zu seinen Wurzeln zurückkehren“ und auf dem Jahnplatz in Lüttringhausen kicken, bis die Erweiterung in Hackenberg abgeschlossen ist. Parallel dazu schlägt die Abrissbirne im Röntgen-Stadion zu, das dem DOC weichen soll.

Remscheid: Beobachter der Fußballszene zeigten sich überrascht

Umso überraschter zeigten sich Beobachter der Remscheider Fußballszene, dass dort zuletzt die Südtribüne von Bäumen und Sträuchern befreit wurde, die dort seit Jahren wucherten. Wo einst die gegnerischen Fans standen, war ein kleiner Wald entstanden. „Das sah schlicht und ergreifend hässlich aus. Vor allem führte der Wildwuchs dazu, dass die Leute da Müll hingeworfen haben. Da kam immer mehr hinzu,“ berichtet Sternkopf. Und: Nicht zuletzt gehe es um Gefahrenabwehr. „Gerade bei Sturm drohten Äste abzubrechen.“ Auch die sogenannte VIP-Baracke des FC Remscheid, die im Stadion Mannschaftsbesprechungen oder auch Vorstandssitzungen Raum bietet, erhielt eine kleine Frischzellenkur – eine neue Heizung mit den entsprechenden Heizkörpern wurde eingebaut. „Da lag ein Schaden vor. Wir müssen die Anlage ja betriebsfähig halten“, erklärt Sternkopf.

Über den Einsatz der Stadt freut sich der Geschäftsführer und 2. Vorsitzende des Vereins Thorsten Greuling. „Da war es schon recht zugig“, erklärt er mit Blick auf die Zustände im kleinen Vereinsheim. Allerdings könne er den Vertretern der Stadt noch so manchen Punkt im „maroden Stadion“ zeigen, an dem längst der Zahn der Zeit genagt hat. 

Standpunkt: Vom DOC hängt es ab

Von Frank Michalczak

Nach zahlreichen Gutachten zum Thema Schallschutz, nach einem Jahre währenden Hin und Her bei der Frage, wie und wo Parkplätze geschaffen werden können, soll sie bald vorliegen: die Baugenehmigung für die Erweiterung der Sportanlage Hackenberg.

frank.michalczak@rga-online.de

Schon jetzt floss für die Dienstleistung externer Fachleute jede Menge Geld in den Ersatz für das Röntgen-Stadion – und das zusätzlich zu den zahlreichen Stunden, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung für das Projekt leisteten, was ebenfalls von der öffentlichen Hand bezahlt wurde.

All das wäre vergebens gewesen, wenn das Oberverwaltungsgericht in Münster den Bau des Outlet Centers untersagt. Dann hätte die Stadt Remscheid auch bei den Sportstätten ein Riesenproblem. Es bliebe alles beim Alten in Lennep – mit einem Stadion, das nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Und wie die Verwaltung dort die dringend nötige Abhilfe schaffen will, woher die Millionen für die Sanierung kommen sollen – all das liegt im Dunkeln, wenn der Klage gegen das DOC stattgegeben würde. Auch dies wirft ein Schlaglicht darauf, welche Bedeutung das Outlet-Center für die Stadtentwicklung hat. 

Es zeichnet sich ab, dass sich das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster noch in diesem Jahr mit dem geplanten Outlet Center in Lennep befassen wird. Im Kern geht es um die Frage, ob das DOC verwirklicht werden darf – oder nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
Der Rosenhügel blüht auf: Gemeinsam für ein schönes Quartier
Der Rosenhügel blüht auf: Gemeinsam für ein schönes Quartier
Der Rosenhügel blüht auf: Gemeinsam für ein schönes Quartier

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare