Lennep

Meilenstein im Röntgen-Museum: Neue Ausstellung ist eröffnet

Das Deutsche Röntgen-Museum in Lennep - Außenansicht Fassade, X-ray-Skulptur, Modernisierung
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  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Der letzte Bauabschnitt ist fertig: „Moderne medizinische Bildgebung und Radiotherapie“ beeindruckt. Mit Infos zu Öffnungszeiten, Eintritt, Führungen.

Am bislang heißesten Tag des Jahres gab es in Lennep gleich dreifachen Grund zum Feiern: 90 Jahre Deutsches Röntgen-Museum, 71 Jahre Gesellschaft der Freunde und Förderer e.V. (die 70 konnte wegen Corona nicht gefeiert werden) und die Eröffnung der neuen Dauerausstellung „Moderne medizinische Bildgebung und Radiotherapie“ im Untergeschoss, die mehrfach verschoben werden musste.

Nun ist die beeindruckende, interaktive Schau eröffnet. Am Sonntag konnten die Besucher bei freiem Eintritt das erste Mal die neue Fläche entdecken - was rege genutzt wurde.

Es gibt zwei Bereiche: ein Umlauf mit beleuchteten Wänden, wie man sie auch schon von oben kennt, und die nachempfundenen Arztpraxen-Räume in der Raummitte samt MRT- und CT-Gerät. Letzteres ist übrigens ein Original.

Gläserne Frau wird mit Tablet „geröntgt“

Am Eingang empfängt die bekannte „Gläserne Frau“ den Besucher, die allerdings ein Update erfahren hat: Sie ist jetzt digital. Kurator Marcel Michels erklärte, wie es funktioniert: Der Besucher richtet das Tablet auf einen Körperbereich und bekommt dann Röntgenbilder samt beispielhaften Erkrankungen der Organe angezeigt. Gemütliche Sitznischen laden zum Verweilen und zum Vertiefen der Inhalte ein. Denn hier gibt es schwenkbare Bildschirme. Auch an anderen Stationen kann Wissen per Fingertouch vertieft werden.

Die Ausstellung, die barrierefrei ist, kann durch ein eigenes Betriebssystem ständig aktualisiert werden. So bleiben die Inhalte immer auf dem neuesten Stand - nachhaltige Museumsarbeit. Strahlender Zucker, Früherkennung von Krankheiten, ein Baby im Mutterleib oder der modernste OP-Saal - all das und viel mehr gibt es zu sehen.

Besucher können das Röntgen-Museum interaktiv erleben

„Auch hier ist wieder die Interaktion mit dem Besucher gewährleistet“, lobte der Radiologe Prof. Dr. Ulrich Mödder, Vorsitzender der Fördergesellschaft, die maßgeblich dazu beigetragen hat, ein offenes Museum für alle zu entwickeln. „Nicht nur das Lesen von Texten an hell erleuchteten Wänden, sondern auch die vertiefenden Darstellungen an Bildschirmen beeindrucken.“ Auch Jürgen Kucharczyk (SPD) war angetan: „Das Team um Dr. Busch hat hier viel Herzblut investiert. Eine tolle Leistung.“

„Museum für alle“

Der Kulturausschussvorsitzende Karl Heinz Humpert (CDU) fasste es zusammen: „Jetzt ist der Bogen gespannt von Kindern über Erwachsene bis zur Medizintechnik. Ein Museum für alle.“ Die Eröffnung der neuen Dauerausstellung ist zugleich der Abschluss der musealen Konzepte eines über 20-jährigen Masterplanes.
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Museumsdirektor Dr. Uwe Busch bedankte sich bei Freunden, Förderern und der Stadt für den Rückhalt all die Jahre.

Gemeinsam mit weiteren Sponsoren, Förderern und Unterstützern fiel 2004 der Startschuss zum Masterplan. Man brauchte 1,8 Millionen für ein neues, erlebbares Museum. Dem damaligen Vorsitzenden der Fördergesellschaft, Prof. Dr. Dr. Christian Streffer, war es gelungen, allein 500.000 Euro von der Krupp-Stiftung einzuwerben. 2007 wurde der Neubau eingeweiht, nun der letzte Part.

Nächste Verleihung der Röntgenplakette im September

Von der neuen Dauerausstellung und dem Röntgen-Labor, in dem Kinder mit Anna Kätker forschen können wie einst Wilhelm Conrad Röntgen selbst, erhofft sich Prof. Mödder einen erhöhten Schub für das Fach Medizin. „Die Radiologie braucht einen Nukleus. Und dazu ist das Museum ein idealer Ort, das die Entwicklung der Röntgenstrahlen auch emotional zugänglich macht.“

Genau dieses Entdecken, das Ausprobieren sei ein zukunftsträchtiges Modell, sagte auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD). Ursula Mahler von der Landschaftsversammlung Rheinland bescheinigte dem Deutschen Röntgen-Museum weltweite Anerkennung.

Dies unterstrich Prof. Streffer: „Wir hatten unter den Röntgenplakettenträgern bislang neun Nobelpreisträger. In der Wissenschaft genießt die Auszeichnung hohen Respekt.“ Die nächste Verleihung ist am 10. September in der Klosterkirche. Denn auch hier wird klar: Röntgenstrahlen erstrecken sich von der kleinsten Zellstruktur über Kristalle und der Medizin bis hin zu Kunst und sogar ins Weltall.

Auch die NRW-Stiftung, der LVR, die Lux-Stiftung, die Stadtsparkasse, die Volksbank, die Firma Siemens und die Wurm-Stiftung beteiligten sich über die Jahre. Und nicht zuletzt die Stadt, die alles mitgetragen habe, betonte Dr. Uwe Busch. „Sie alle haben dazu beigetragen, dass wir unsere Ideen in die Köpfe bringen konnten“, bedankte er sich.

„Und ohne Dr. Uwe Busch wäre das alles nicht möglich gewesen. Das Deutsche Röntgen-Museum ist sein Verdienst. Er ist der Motor“, zollte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz dem Museumsdirektor Respekt und Dankbarkeit. Seit 32 Jahren ist er dabei, er hat die Museumsgeschichte also über einen Großteil seines Lebens mitgeprägt. Und will nicht aufhören. „Röntgen hat Zukunft“, betonte Busch - und hat natürlich schon wieder die nächsten Ideen im Kopf.

Eintritt, Öffnungszeiten, Führungen

Eintritt: Ab dem morgigen Dienstag gelten wieder die regulären Eintrittspreise im Deutschen Röntgen-Museum, denn die Ausstellung ist nun eröffnet: 5 Euro für Erwachsene, bis 18 Jahre frei.
Öffnungszeiten dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr.
Öffentliche Führungen jeden Sonntag um 15 Uhr. Anmeldung: Tel. 02191/16 33 84.

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