Auftritt

Robert Griess bringt Kritik auf den Punkt

Kabarettist Robert Griess legte in der Klosterkirche den Finger in die Wunde. 

Mit seinem neuen Programm verteilte er ordentliche Backpfeifen an die politische Welt.

Von Elisabeth Erbe

Hauptsache, es knallt! Robert Griess verteilte mit seinem neuen Programm ordentliche Backpfeifen an die politische Welt. Mit Trump-Maske begrüßte er sein Publikum in der Klosterkirche. Donald Trump hat Halbzeit, „aber es wird immer noch nicht besser“, sagte der Kabarettist.

Robert Griess deckte Missstände in der Politik auf und zeigte, wo mit zweierlei Maß gemessen wird. „Die AfD ist die stärkste Partei in Sachsen. Im Westen werden die Idioten von Dieter Bohlen weggecastet“, frotzelte er. Anhand Statistik zeigte der Kabarettist die Konsequenz des Waffengesetzes. „Seit 1968 starben 1,5 Millionen US-Bürger durch Schusswaffen. Mehr Tote im eigenen Land als im Krieg. Ist doch klar, dass die Soldaten da lieber in den Krieg ziehen“, lästerte er.

Und dann begann Griess eine ausführliche Schlammschlacht gegen deutsche Politiker. Angela Merkel, „die Rügenwalder Teewurst“, Friedrich März „hat eine Gastrolle bei Walking Dead“ und Schäuble, „ein Mann der Cosa Nostra“ sollten allesamt abgeschafft werden. Ein Wechsel würde Deutschland gut tun. „Peter Altmaier, der Gollum des Saarlandes, ist Minister für Wirtschaft. Warum? Hat er gar nicht gelernt“, fragte sich Griess und empörte sich über die Zuteilung der Ämter.

Werbung
Werbung

„Im Kabinett darf jeder jedes Amt ausüben, unabhängig was er gelernt hat“, sagte er und schüttelte den Kopf über Julia Klöckner als landwirtschaftliche Ministerin. Jens Spahn erhielt den Titel „Klassenkaspar“, der keine einzige Kernkompetenz aufweist, während Christian Linder den „Chuck Norris des Neoliberalismus“ darstelle. „Sein Selbstbewusstsein ist höher als der Kölner Dom, aber die Wissenschaft findet keine Grundlage dafür“, bilanzierte Griess.

Die „Strichjungen des Neoliberalismus“ nannte er mit Namen und sorgte für kluge Pointen. Robert Griess deckte mit viel Hintergrundwissen, pikanten Details und sorgfältiger Recherche alle Schwachstellen in der Politik auf. Griess begeisterte auch als „Herr Stapper“ und sorgte für Lachsalven. Robert Griess, der Lucky Luke des Kabaretts, schoss mit bissigem Humor und traf direkt ins Schwarze.

Auch interessant

Kommentare zu diesem Artikel