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Lebenshilfe plant neuen Standort in Bergisch Born

Im Jägerwald hat die Lebenshilfe bereits Ende 2019 ihre neue Werkstatt eröffnet (oben). Nun plant Jerrit Bennert einen weiteren Standort in Bergisch Born. Fotos: Roland Keusch
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Im Jägerwald hat die Lebenshilfe bereits Ende 2019 ihre neue Werkstatt eröffnet.
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Junge Mitarbeiter mit unterschiedlichen Handicaps sollen unter einem Dach Berufsorientierung erhalten

Von Frank Michalczak

Remscheid. Die Lebenshilfe will an einem zusätzlichen Standort jungen Menschen das Rüstzeug für das Arbeitsleben mit auf den Weg geben: Der Zentrale Berufsbildungsbereich (ZBBB) entsteht im Industriegebiet Bergisch Born – in einem Betriebsgebäude, das zuletzt von der Firma Dönges genutzt worden ist. „Bis Mitte 2022 wird es für unsere Belange umgebaut“, berichtet Lebenshilfe-Geschäftsführer Jerrit Bennert über das Projekt für seine Mitarbeiter mit Handicap, das die Agentur für Arbeit als Kostenträger unterstützt.

In diversen Gruppenräumen und Werkstätten sollen die Azubis erkunden, welche Tätigkeit ihnen Spaß macht, wo ihre Fertigkeiten und Talente liegen – sei es in der Schreinerei, der Montage, im Lager oder der Hauswirtschaft. 27 Monate dauert die niederschwellige Lehrzeit. Daran kann sich eine Beschäftigung in den Werkstätten der Lebenshilfe anschließen. „Oder eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Das ist jedenfalls unser Ziel“, erklärt Bennert, der am zusätzlichen Standort in Bergisch Born die bisherigen Berufsbildungsangebote der Lebenshilfe unter einem Dach vereint. Bislang erhalten junge Menschen mit einem geistigen Handicap oder einer körperlichen Mehrfachbehinderung am Thüringsberg Orientierungshilfe bei der Wahl ihrer künftigen Tätigkeit. Mitarbeiter mit einer psychischen Erkrankung werden hingegen im Lesota-Werk der Initiative in Bergisch Born gefördert. 2022 werden sie alle zu Arbeitskollegen im gemeinsamen Zentralen Bildungsbereich. 60 bis 80 junge Frauen und Männer sollen hier in Kleingruppen möglichst individuell in Theorie und Praxis geschult werden.

Nun plant Jerrit Bennert einen weiteren Standort in Bergisch Born.

Darum kümmert sich ein 14-köpfiges Team aus Bildungsbegleitern, Mitarbeitern des Sozialdienstes – und vom medizinischen Fachpersonal. „Denn gerade Menschen mit schwersten Behinderungen benötigen besondere Betreuung“, erläutert Bennert, der dem Berufsnachwuchs moderne Räumlichkeiten verspricht – und zugleich an den übrigen Standorten auf mehr Platz zurückgreifen kann, weil die Berufsorientierung am Thüringsberg und bei Lesota in das neue Zentrum verlagert wird. „Und wie wichtig Platz ist, hat uns die Pandemie vor Augen geführt. Zum Glück konnten wir Ende 2019 unseren neuen Standort im Gewerbegebiet Jägerwald beziehen. Das war gerade noch rechtzeitig, bevor sich Corona ausbreitete“, blickt Bennert zurück.

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Dennoch: Im Bergisch Borner Lesota-Werk der Lebenshilfe, in dem 170 Menschen mit psychischen Problemen in Lohn und Brot stehen, musste bereits während der ersten Corona-Welle 2020 ein Zwei-Schicht-Betrieb eingeführt werden. Die Hälfte der Belegschaft arbeitete morgens, die andere nachmittags – nur so war es möglich, die Abstandsregeln einzuhalten.

Über 500 Mitarbeiter mit unterschiedlichem Handicap sind bei der Remscheider Lebenshilfe beschäftigt – und das in ganz unterschiedlichen Feldern. Im Auftrag privater Unternehmen, unter anderem aus der Automobil-Zulieferer-Branche, verrichten sie vielfältige Tätigkeiten.

Das Café der Lebenshilfe soll im September an den Start gehen

Sie bestücken Werkzeugkoffer in Schaumstoffformen, verpacken Produkte oder sind in der Aktenvernichtung tätig. Weitere Bereiche sind die Schreinerei, die Wäscherei, die Küche – und demnächst auch das „Café achtsam“. Nach der coronabedingten Verzögerung soll es voraussichtlich im September am Alten Markt in Lennep öffnen, kündigt Bennert an. Ein Team aus etwa zehn Mitarbeitern mit Behinderung, mit einem Koch und einer Konditorin werde sich dann um die Gäste kümmern, die dort auch röstfrischen Kaffee erwerben können.

Stadtteilserie

Bis kommenden Samstag dreht sich unsere Stadtteilserie rund um das Geschehen in Lennep. Hier gibt es einen Überblick über die bisherigen Folgen, auch aus Alt-Remscheid.

Es folgen ab nächster Woche Serienteile aus Hasten, dem Südbezirk und Lüttringhausen. Lesen Sie morgen einen Beitrag über Brigitte Johnen, die ein großes Kapitel in der Geschichte des Lenneper Einzelhandels geschrieben hat. Seit Jahrzehnten versorgt sie ihre Kunden mit Feinkost am Alten Markt.

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