Illegaler Abfall

Problem Müllcontainer: „Als ob eine Bombe eingeschlagen hätte“

Rund um Müll-Container (hier in Lennep) wird oft achtlos oder mutwillig abgekippt.
+
Rund um Müll-Container (hier in Lennep) wird oft achtlos oder mutwillig abgekippt.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen

Die Müllabfuhr kämpft mit einem zunehmenden Problem: Völlig vermüllte Container-Standorte. Was dagegen getan werden könnte? Das war nun Thema.

Von Andreas Weber

Remscheid. Als Kurt-Peter Friese (CDU) Dienstagmorgen an den Depotcontainern an der Lenneper Straße vorbeifuhr, „sah es aus, als wenn eine Bombe eingeschlagen wäre“, berichtete der Vorsitzende des Betriebsausschusses für die Technischen Betriebe Remscheid Stunden später bei der Sitzung im TBR-Gebäude in der Nordstraße 48. Dass 45 Minuten später am Morgen, als Friese ein Foto von dem Missstand schießen wollte, bereits alles aufgeräumt war, ist bezeichnend für das, was im Ausschuss diskutiert wurde. Ärger über illegale Abfalllagerung und Lob für schnelle Abhilfe stehen dicht beieinander.

Erst wird vermüllt, dann müssen die TBR Extraschichten schieben. „Es ist ein Problem, um das wir uns weiter kümmern müssen.“ TBR-Chef Michael Zirngiebl bezeichnet es als „zentrales Thema“. Seit Januar sieht es um Remscheids Depotcontainer oft schlimm aus. „Dieser Anstieg ist so gravierend, dass die TBR montags ein Sperrmüllfahrzeug einsetzen müssen, um die Hotspots von den Ablagerungen des Wochenendes zu reinigen.“ Die TBR reinigen die Standorte mit zwei Fahrzeugen täglich, samstags werde ein zusätzlicher Mitarbeiter in der Innenstadt zur Depotcontainerreinigung eingesetzt.

Es gibt eine Lösung - die wurde aber 2008 abgelehnt

Ein Patentrezept gegen die Schmutzfinken gibt es nicht. „Das Problem würde nur gelöst, wenn die Papiercontainer aus der Stadt verschwinden und wir auf blaue Tonne umstellen“, überlegte Michael Zirngiebl im TBR-Ausschuss. Dies sei aber 2008 abgelehnt worden, weil viele Bewohner die Extratonne nicht wünschen, da es vor ihrer Tür Platzprobleme geben würde. Stefan Grote (SPD) erklärte, dass der Standort Mebusmühle im Vergleich mehr vermüllt sei als die Lenneper Straße, was wohl daran liege, dass Mebusmühle am Stadtrand sei und weniger unter Beobachtung der Öffentlichkeit stehe.

Stefan Grote riet: „Was dort passiert, ist kein Kavaliersdelikt. Vielleicht sollten wir Hinweise in mehreren Sprachen aufstellen, die vor den Konsequenzen warnen.“ Zirngiebl bezweifelte, ob dies etwas bringe. Auch bei einer Videoüberwachung sind den TBR die Hände gebunden: „Kameras sind nicht erlaubt“, bedauert Zirngiebl. Es gäbe nur eine Methode: „Sie werden der Verschmutzer nur habhaft, wenn sie sie mit rauchendem Colt erwischen.“ In Lennep sollen die Container eingezäunt und so besser geschützt werden.

Auffällig ist auch, dass der Vandalismus zugenommen hat. „In der zweiten Maiwoche mussten sieben Papierkörbe ersetzt werden, die vorsätzlich zerstört wurden“, heißt es in einer Vorlage für den Betriebsausschuss.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Der lange Weg zurück zum Führerschein
Der lange Weg zurück zum Führerschein
Der lange Weg zurück zum Führerschein
Miss Germany 2023: Diese Kandidatin aus Hückeswagen ist im Halbfinale
Miss Germany 2023: Diese Kandidatin aus Hückeswagen ist im Halbfinale
Miss Germany 2023: Diese Kandidatin aus Hückeswagen ist im Halbfinale
Anton (5 Monate) setzt sich für seine Bibliothek ein
Anton (5 Monate) setzt sich für seine Bibliothek ein
Anton (5 Monate) setzt sich für seine Bibliothek ein
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser

Kommentare