Ein revolutionäres Projekt feiert Geburtstag

November 2000: Von Anfang an betreuten je eine deutsch- und eine türkischsprachige Erzieherin die Gruppen. ©
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November 2000: Von Anfang an betreuten je eine deutsch- und eine türkischsprachige Erzieherin die Gruppen. <br><i>©

Dass das Otto-Pfeiffer-Haus überhaupt einmal öffnen würde, hätte Erden Ankay-Nachtwein kaum zu träumen gewagt. Eine interkulturelle KiTa eröffnen, in der die Kinder zweisprachig auf deutsch und türkisch betreut werden? Das war Ende der 90er-Jahre eine durchaus revolutionäre Idee.

Der Förderverein für Interkulturelle Erziehung (IKE) fand jedoch viele prominente Fürsprecher - und konnte nach viel Überzeugungsarbeit im Jahr 2000 das Otto-Pfeiffer-Haus an der Burger Straße übernehmen, das die Stadt 1999 in der einstigen Mannesmann-Villa hergerichtet hatte.

Zehn Jahre liegt das nun zurück. Mit einem großen Fest am 3. Juli wollen KiTa, IKE als Träger und viele Gäste diesen Moment feiern. Von 11 bis 16 Uhr gibt es Zeit, zurückzublicken, sich kennen zu lernen und zu spielen.

"Kinder mit Migrationshintergrund brauchen eine andere Unterstützung, um im Bildungsleben Fuß zu fassen", erklärt Erden Ankay-Nachtwein den Grundgedanken der interkulturellen KiTa. Hier arbeitet in jeder Gruppe eine Erzieherin mit türkischer Muttersprache, eine mit deutscher.

"Die Kinder werden nicht gezwungen, sich in einer fremden Sprache auszudrücken." Auf diese Weise lernen die Kinder ganz "nebenbei" deutsch. 2003 hat das Otto-Pfeiffer-Haus ein Sprachförder-Konzept aufgestellt - als eine der ersten KiTas überhaupt.

"Ganz wichtig ist: Hier finden die Kinder genügend deutsche Spielpartner", unterstreicht Ankay-Nachtwein einen wesentlichen Zug der interkulturellen KiTa: Durch das Einzugsgebiet sind etwa die Hälfte der Kinder deutschstämmig, die andere Hälfte überwiegend türkisch. 62 Kinder betreuen die sechs Erzieherinnen und Leiterin Ute Holdorf, zehn davon sind U 3-Kinder. Seit zwei Jahren sind sie Familienzentrum.

Wenn sie auf zehn Jahre zurückblickt, hat sich an der Existenzberechtigung des Hauses nichts geändert. Sprachförderung sei nach wie vor die wesentliche Herausforderung.

Daneben sieht Ute Holdorf vor allem einen gesellschaftlichen Wandel. "Wir haben immer mehr Kinder aus Familien mit Alleinerziehenden oder Erwerbslosen und damit verbunden auch immer häufiger schwierige Erziehungsverhältnisse."

Viele Familien seien mit der Erziehung überfordert. Darin liege die Herausforderung für die kommenden Jahre - wie für alle anderen KiTas auch.

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