Prozess um Übergriff auf Prostituierte

Gericht lässt Polizei erneut in Mannesmann-Villa ermitteln

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Der Prozess gegen einen Sexualstraftäter geht weiter.

Remscheid. Im Prozess um einem gewaltsamen Übergriff auf eine Prostituierte in einer leerstehenden Unternehmervilla in Remscheid lässt das Landgericht Wuppertal erneut ermitteln. Polizisten untersuchten am Mittwoch ein weiteres Mal das Gebäude der früheren Mannesmann-Villa an der Burger Straße. Ziel war, Gegenstände zu finden, die bei dem mutmaßlichen Geschehen vom Juli 2020 eine Rolle gespielt haben sollen. Verantworten muss sich ein 54 Jahre alter Angeklagter, der in Untersuchungshaft sitzt. Er ist vorbestraft wegen Vergewaltigung.

Der Anklage zufolge soll der Mann sein 59 Jahre altes Opfer am Tattag gebucht und am abgesperrten Grundstück erwartet haben. Durch eine Lücke im Bauzaun sei es zum Haus gegangen, die Tür habe offen gestanden. Er habe die Frau unvermittelt von hinten angegriffen, geschlagen, herumgezerrt, gefesselt, teilweise entkleidet und mit Vergewaltigung bedroht. Er habe ein Video von der Frau mit seinem Handy aufgenommen. Dabei habe sie sagen müssen, dass sie für 500 Euro „alles“ mache, und dass die Handlungen freiwillig gewesen seien. Vor Gericht gab sie an, sie habe dem Angeklagten gesagt, sie müsse für ihre Kinder sorgen. Darauf habe er von ihr abgelassen.

Die zusätzlichen Ermittlungen veranlasste das Gericht unmittelbar nach der Aussage der Geschädigten vom vergangenen Dienstag. Wie vermutet fanden die Polizisten in dem Gebäude eine Haushalts-Klappleiter. Sie soll bei einem Gerangel zwischen Geschädigter und Angeklagtem eine Rolle gespielt haben. Außerdem fanden die Ermittler einen Besen und einen Schrubber. Der Mann hatte angegeben, in dem Haus gefegt zu haben. Die Polizei hatte das Gebäude bereits früher durchsucht, aber diese Gegenstände nicht festgestellt – wohl aber Seilstücke, die zur Tat passen könnten.

Ebenfalls zusätzlich hat die Polizei nun ein Handy des Angeklagten ausgewertet, das sich bei der sichergestellten Habe des Mannes befand. Die Internet-Nachrichten darauf vervollständigen den zeitlichen Ablauf vom Tattag. Laut Angeklagtem befinden sich in dem Gerät noch Fotos, die ihn entlasten sollen. Dem sollen Computerspezialisten nun nachgehen.

Das Gericht will voraussichtlich am 23. Februar 2021 weiter verhandeln. dilo

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