Wilhelm Conrad Röntgen

Museum erhält 60.000 Euro für Foto-Sammlung

Das älteste Einzelportrait von Wilhelm Conrad Röntgen im Besitz des Museums. Es wurde 1862 in Utrecht aufgenommen, wohl anlässlich seiner Aufnahme in die Technische Schule. Foto: Archiv Deutsches Röntgen-Museum
+
Das älteste Einzelportrait von Wilhelm Conrad Röntgen im Besitz des Museums. Es wurde 1862 in Utrecht aufgenommen, wohl anlässlich seiner Aufnahme in die Technische Schule.

LVR fördert Projekt. Röntgens Bilder sollen konserviert und zugänglich gemacht werden.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Wilhelm Conrad Röntgen war nicht nur ein erstklassiger Wissenschaftler, sondern auch ein passionierter Jäger, ein leidenschaftlicher Wanderer – und ein talentierter Fotograf. Davon zeugt auch die Sonderausstellung „Von Lennep in die Welt – unterwegs mit Wilhelm Conrad Röntgen“, die das Deutsche Röntgen-Museum vor fast genau einem Jahr eröffnet hat. Der Nachlass Röntgens wurde gemeinsam mit dem Archivar Marcel Michels aus Köln und dem Bergischen Geschichtsverein gleichzeitig in einer neuen, öffentlichen Datenbank zugänglich gemacht: www.museum-digital.de. Um dieses Projekt fortzuführen, unterstützt der Landschaftsverband Rheinland das Deutsche Röntgen-Museum nun mit 60 000 Euro aus Mitteln der regionalen Kulturförderung.

Über die Erschließung der einzelnen Bilder und deren Digitalisierung soll ein neuer Wissensstand zur biografischen Forschung zu Röntgen ermöglicht werden, teilt die Stadt Remscheid mit. Die genaue Zuordnung der Stereofotos soll durch das Zusammenspiel mit digitalen Karten, Satellitendaten von Google Earth und anderen im Internet bereitgestellten digitalisierten Quellen wie historischen Ansichtskarten erfolgen. Im Rahmen der Förderung sollen aber auch die im Nachlass befindlichen Carte-de-Visite-Fotografien erschlossen werden. Sie stammen aus 1850 bis 1923. Unter den etwa 350 Portraits in den Formaten Carte de Visite und Kabinett befinden sich viele Fotos aus dem Freundeskreis des Ehepaares, deren Kinder und Enkelkinder.

Röntgen stand ungern im Rampenlicht.

Archivar Marcel Michels

Die Erschließung ist aufgrund der vielen unbeschrifteten Portraits mit einer sehr aufwendigen Personenrecherche verbunden, teilt die Stadt mit. Die digitale Verknüpfung mit Informationen aus anderen Datenbanken könne hier hilfreich sein. Neben der wissenschaftlichen Bearbeitung sollen die Exponate aber auch konservatorisch behandelt werden. Dabei sollen die in ihren originalen Alben eingesteckten Fotografien gesäubert und in säurefreien Fotohüllen im Archiv des Museums aufbewahrt werden.

Bereits jetzt kann jeder Besucher eine Auswahl der Fotografien Röntgens im Lenneper Museum sehen. An der Wand gegenüber vom Labor X prangen 50 Fotografien, darunter übrigens auch Röntgens erstes Selbstportrait, das er im Hörsaal der Universität Würzburg 1891 mit einem Magnesiumblitz aufnahm. Oder auch eine intime Szene mit seiner Frau Anna Bertha und seiner Adoptivtochter Josephine Bertha. Eine kleine Sensation. „Denn Röntgen zeigte sich ungern selbst. Er stand auch ungern im Rampenlicht. Sein Ruhm gefiel ihm gar nicht“, erklärt Archivar Marcel Michels, der die Ausstellung kuratiert.

Der Clou: Jedes Foto ist mit einem QR-Code versehen. Wer diesen mit seinem Smartphone scannt, gelangt in die öffentliche Datenbank – und kann nachlesen, wann das Foto wo aufgenommen wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Verdacht auf illegales Rennen: Polizei kassiert Führerscheine von jungen Remscheidern
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Impfbetrüger legen falsche Dokumente vor - Polizei ermittelt wegen Urkundenfälschung
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Ansturm auf Termine in der Impfstelle im Zentrum Süd
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute
Corona: Höchste Inzidenz in NRW im Oberbergischen - Termine für neue Impfstelle ab heute

Kommentare