Tanzen

Remscheiderinnen tanzen mit Top-Compagnie

Es sitzt bereits nach ein paar Stunden: Die portugiesische Tänzerin und Dozentin Cristina Pereira (r.) studiert mit den jungen Frauen im Teo Otto Theater eine Choreographie ein. Sie tanzen alle bei #5630. Foto: Doro Siewert
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Es sitzt bereits nach ein paar Stunden: Die portugiesische Tänzerin und Dozentin Cristina Pereira (r.) studiert mit den jungen Frauen im Teo Otto Theater eine Choreographie ein. Sie tanzen alle bei #5630.

Workshop mit Cristina Pereira: Junge Frauen dürfen am Samstag im Theater mit auftreten.

Von Melissa Wienzek

Sie rennen, um sich danach kontrolliert fallen zu lassen – Füße in Socken hinterlassen auf dem Bühnenboden ein leises „Quietsch!“. Sofort ziehen sich zwölf Arme und Beine zusammen, um sich danach wie ein Seestern zu öffnen: Die sechs jungen Tänzerinnen erzählen hier im Teo Otto Theater gerade eine Geschichte mit ihren Körpern – die leeren roten Sessel im Saal sehen sie dabei gar nicht. Denn an diesem Abend sind die 17- bis 20-jährigen Remscheiderinnen, die sonst alle bei #5630 tanzen, mit ihrer portugiesischen Dozentin Cristina Pereira ganz vertieft in ihre Choreographie, die bereits nach ein paar Stunden Workshoparbeit schon fast perfekt sitzt.

Fast. Ein Mädchen steht plötzlich fragend im Raum. Die anderen lachen und fragen sich untereinander, was schief gelaufen ist. „What happened?“, fragt die Lehrerin. „I don’t speak German!“ („Was ist passiert? Ich spreche kein Deutsch.“) Nachdem eine der jungen Frauen auf Englisch erklärt, dass der Lauf gerade irgendwie nicht recht im Takt war, lacht nun auch die Profitänzerin mit und sagt: „I don’t know, how you got there, it’s weired.“ („Ich weiß nicht, wie du dahin gekommen bist, es ist verrückt.“) und tanzt es noch mal vor.

Herzlich, aber professionell geht die Dozentin der Escola Artística de Danca do Conservatório Nacional mit den Mädchen vor. Vier Tage lang üben sie mit Pereira eine Choreographie ein, die sie am Samstag bei der Tanzshow der französischen Compagnie Illicite Bayonne im Theater aufführen dürfen. Ganz zu Anfang werden sie den Tanzabend eröffnen – und werden so Teil der Compagnie.

Das Künstlerische steht im Vordergrund

Zeitgenössischen Tanz mit Charme präsentiert das wegen Corona etwas kleinere Ensemble ab 19.30 Uhr. In kurzer Zeit hat sich die Compagnie ein beachtliches Renommee ertanzt. Der künstlerische Leiter, Fábio Lopez, war einst Schüler von Cristina Pereira – und hat es bis zum Malandain Ballet Biarritz geschafft, bei dem er Hauptrollen tanzte. 2020 feiert Illicite Bayonne fünfjähriges Bestehen. Im Vordergrund steht ein ästhetisches Tanzvokabular. Einige Buchstaben davon verkörpern nun auch die sechs Workshopteilnehmerinnen.

„Es geht hier nicht so viel um Technik, was uns zunächst gefehlt hat, weil wir es so kennen, sondern um das Künstlerische“, erzählt Teilnehmerin Judith Sokirko (17), die seit der fünften Klasse bei der Verve Dancecompany tanzt. „Diese andere Herangehensweise von einem Profi ist hilfreich für den eigenen Horizont“, sagt die Schülerin des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums begeistert. Weil sie sonst auch alle als Gruppe zusammen tanzen und Kontaktsportarten nicht unter die Maskenpflicht fallen, müssen die jungen Frauen beim Training keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Sie dürfen sich beim Tanzen sogar berühren. Und das sieht bereits sehr gut aus. „Nice!“, lobt die Tanzlehrerin.

Freiwillig übten die Teilnehmerinnen gestern sogar doppelt so lang, erzählt der künstlerische Leiter des Teo Otto Theaters, Sven Graf. „Ich würde so etwas gern öfter anbieten. Solche Workshops sind nachhaltig. Wir können die jungen Leute dafür begeistern, mit uns die Tanzsprache am Theater zu entdecken. So etwas ist belebend für ein kulturelles Leben.“

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