Beruf

Remscheiderin hübscht als Home Stagerin Immobilien auf

So sah es in der Immobilie vorher aus.
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So sah es in der Immobilie vorher aus.

Die Remscheiderin Pia Hartje arbeitet als Home Stagerin.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Wenn Pia Hartje loslegt, wird es schöner. Und geht deswegen hinterher schneller. Die Remscheiderin hat sich als Home Stagerin selbstständig gemacht. Sie hübscht Wohnungen und Häuser, die zum Verkauf stehen, auf. Immer mit dem Ziel, das Interesse der Käufer an der Immobilie zu steigern. Und so den Preis zu erhöhen und die Zeit bis zum Verkauf zu verkürzen.

Home Staging sei gerade in vielen Ballungsräumen längst gängige Praxis, berichtet Pia Hartje: „In Düsseldorf hat jeder Makler ein oder zwei Stager an der Hand.“ Und auch sie selber sei häufiger im Rheinland als in ihrer Heimatstadt im Einsatz. „In Remscheid muss ich oft noch erklären, was ich da eigentlich mache.“

Doch auch im Bergischen spreche sich der Vorteil ihrer Dienstleistung langsam aber sicher rum, sagt Hartje – und verweist auf Untersuchungen aus den USA, wo Home Staging seit bald 50 Jahren eingesetzt wird. Demnach geben Immobilienmakler dort an, dass sich die Verkaufszeit bei entsprechend zurechtgemachten Immobilien um ein Drittel bis zur Hälfte verkürzt. Und der Verkaufspreis gleichzeitig um fünf bis 15 Prozent steigt.

Die Ecke des Kamins links lässt erahnen, dass beide Bilder den gleichen Raum zeigen, hier nachdem Pia Hartje sich der Immobilie angenommen hat.

Entsprechend wird Pia Hartje in der Regel vom Verkäufer beauftragt. Oder dessen Makler. „Den normalen Kunden gibt es nicht“, schränkt sie aber selber aber ein. Denn mal wird sie für einen Investor aktiv, der mit der sogenannten Fix&Flip-Strategie schnell den Wert einer Immobilie steigern möchte. Mal für Makler. Und oftmals auch für Erben, die eine geerbte Immobilie verkaufen möchten.

„Das hat mich niemals so ganz losgelassen.“

Pia Hartje über Home Staging

Gerade der teils emotional belastende Verkaufsprozess des eigenen Elternhauses könne so beschleunigt werden, sagt Hartje. Zudem erspare man es sich, die Einrichtung, die gerade bei geerbten Immobilien nicht immer dem neusten Stand entspricht, dem Urteil der potenziellen Käufer auszusetzen. Das gelte auch für die eigene, noch bewohnte Immobilie, sagt die 30-Jährige: „Die Leute kommen ja von außen rein und bewerten, wie man wohnt.“ Das sei nicht immer angenehm.

Pia Hartje

Vor knapp 15 Jahren wurde die erste deutsche Home-Staging-Agentur in Hamburg eröffnet, heute, so schätzt man, gibt es rund 200 Anbieter im gesamten Bundesgebiet. Pia Hartje stieß vor rund zehn Jahren auf das Thema, nicht zuletzt durch Fernsehsendungen wie „mieten, kaufen, wohnen“. „Das hat mich niemals so ganz losgelassen“, sagt sie heute. Nach ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal arbeitete sie zunächst bei einer Unternehmensberatung. Bis sie im vergangenen Jahr ihren Traum Wirklichkeit werden ließ und Home Stagerin wurde.

Das Gefühl für Formen und Optik sei ihr „in die Wiege gelegt worden“, sagt sie selber. Wohl auch, weil ihre Mutter ein Geschäft für Wohnaccessoires in Wuppertal-Cronenberg betreibt. Doch nur auf Begabung wollte sich Pia Hartje auch nicht verlassen und absolvierte eine Ausbildung bei der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign in Wiesbaden.

Was die Stagerin bei ihren Aufträgen tatsächlich macht, ist dabei so individuell wie die Auftraggeber und ihre Immobilien. Bei aktuell noch bewohnten Wohnungen reiche es manchmal schon, ein wenig umzudekorieren, berichtet Pia Hartje. „Vielleicht bringe ich noch ein paar helle Kissen mit, ich verwende aber so viel wie möglich von dem, was da ist.“ Bei leeren Immobilien fährt hingegen der Transporter mit Möbeln vor. Und bei geerbten Häusern beginnt die Arbeit manchmal auch mit einem Entrümpler. Bevor dann die Handwerker loslegen.

Wichtig sei aber, die Wirtschaftlichkeit im Blick zu halten, so Pia Hartje. Die Kosten ihrer Dienstleistung und die für die Miete der Möbel- und Dekorationsstücke würden je nach Immobilie und Aufwand variieren, sagt sie. Seien aber immer so bemessen, dass sie durch einen höhen Verkaufspreis wieder reinkommen. Zumal die Gebäude nie komplett eingerichtet werden. „Ich möchte das Potenzial zeigen, damit man sich vorstellen kann, wie es aussehen könnte. Das ist nicht zum drin wohnen.“

Hintergrund

Home Staging gilt als eine Mischung aus Innenarchitektur und Verkaufstechnik und wird in den USA auch property presentation oder property styling genannt. Dabei werden Möbel, Licht, Farbe sowie Wand- und Fußbodengestaltung eingesetzt, um mehr potenzielle Käufer für eine Immobilie anzusprechen.

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