Frau fürchtet um ihr Leben

Remscheider wegen Erpressung angeklagt

+
In einem Prozess um schwere Misshandlungen, Drohungen und Erpressung versteckt sich die mutmaßlich Geschädigte weiter vor den Angeklagten und deren Umfeld.

In einem Prozess um schwere Misshandlungen, Drohungen und Erpressung versteckt sich die mutmaßlich Geschädigte weiter vor den Angeklagten und deren Umfeld.

Von Dirk Lotze

Remscheid. In einem Prozess um schwere Misshandlungen, Drohungen und Erpressung einer Frau 2020 in der Remscheider Innenstadt um womöglich 10 000 Euro versteckt sich die mutmaßlich Geschädigte weiter vor den Angeklagten und deren Umfeld. Sie fürchte um ihr Leben und das ihrer Tochter. Die Frau hält Kontakt zum Landgericht Wuppertal über eine Anwältin. Das wurde zur Fortsetzung der Verhandlung am Dienstag bekannt.

Laut Anklage drohte der 27 Jahre alte Hauptangeklagte der Frau, er werde sie verbrennen. Die Behörden sollen bei den Beweismitteln Kleidung der Frau verwahren, die Brandspuren trägt. Zeugenaussagen zufolge war womöglich ein Eifersuchtsstreit nach einer Trennung des 27-Jährigen und der Geschädigten der Hintergrund für Gewalt und Geldforderung.

Neben dem 27-Jährigen steht eine 48 Jahre alte Mitangeklagte vor Gericht: eine Nachbarin und enge Bekannte des Mannes. Sie soll seine Taten gesehen und unterstützt haben. Beide Angeklagten schweigen im Prozess.

Der Staatsanwaltschaft zufolge bedrohte der 27-Jährige sein Opfer in seiner Wohnung an der Freiheitstraße mit einem an den Hals gehaltenen Messer, als er im März 2020 Geld forderte, das sie beschaffen sollte – „und zwar schnell“. Er habe sein Opfer zudem geschlagen.

Bei einer weiteren Gelegenheit habe er sie bedroht und gegen ihren Willen zur Polizei geschafft, damit sie ihre Anzeige gegen ihn zurücknehme – was scheiterte. Schließlich habe er einen weiteren Angriff in der Wohnung ausgeführt. Dabei soll er auch ein Feuerzeug an ihre Kleidung gehalten haben. Der 27-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Erpressungsopfer flüchtete in Frauenhaus

Die mehrfachen Beziehungen der Beteiligten führten laut Aussagen von Polizisten vorübergehend zu Verwicklungen. Während erster Fragen an den Mann an dessen Wohnungstür habe sich eine „Nachbarin“ angeboten, bei Verständigungsproblemen zu helfen. Das sei – damals unbemerkt – womöglich die ältere, nun mit angeklagte Frau gewesen. Alle Beteiligten sprechen als erste Sprache Arabisch. Als angebliche, gedolmetschte Aussage des Mannes wurde damals notiert: „Ich hatte kein Messer. Ich habe sie mit der flachen Hand geschlagen.“

Die Geschädigte soll sich schon vor dem dritten Übergriff aus Angst entschlossen haben, Remscheid zu verlassen. Die Polizei brachte sie vorübergehend in einem Frauenhaus unter. Als die Anwälte des Mannes nach Namen von Zeugen dort fragte, kommentierte die Anwältin der Geschädigten: „Sie werden nicht heraus bekommen, wo sich meine Mandantin befindet.“

Die geflüchtete Frau soll voraussichtlich an einem zusätzlichen Verhandlungstag kommende Woche im Gericht aussagen.

In dem Strafprozess um Gewalt und Erpressung über womöglich 10.000 Euro im familiären Umfeld stehen zwei Angeklagte aus Remscheid vor dem Landgericht in Wuppertal. Der 27 Jahre alte Mann und die 48 Jahre alte Frau sollen Übergriffe auf eine frühere Lebensgefährtin des Mannes begangen haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Corona: Inzidenz steigt auf 71,7 - Temporäres Impfzentrum erhält Nachschub aus Wuppertal
Corona: Inzidenz steigt auf 71,7 - Temporäres Impfzentrum erhält Nachschub aus Wuppertal
Corona: Inzidenz steigt auf 71,7 - Temporäres Impfzentrum erhält Nachschub aus Wuppertal
Ohne Maske? Lehrer haben ungutes Gefühl
Ohne Maske? Lehrer haben ungutes Gefühl
Ohne Maske? Lehrer haben ungutes Gefühl

Kommentare