Literatur

Remscheider veröffentlicht „Trilogie der menschlichen Geschichten“

Peter Quednau beschäftigt sich in „Trilogie der menschlichen Geschichten“ mit Philosophie, Religion und Esoterik. Foto: Jörg Pietruska
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Peter Quednau beschäftigt sich in „Trilogie der menschlichen Geschichten“ mit Philosophie, Religion und Esoterik.

Die Liebe zu Friedrich Schillers Werk brachte Peter Quednau zum Schreiben.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Während seiner Schulzeit auf dem Leibniz-Gymnasium konnte Peter Quednau mit Literatur wenig anfangen. Als er vor seiner Klasse Friedrich Schillers „Die Bürgschaft“ vortragen sollte, blamierte er sich. „Ich hatte damals einfach andere Interessen“, blickt der 63-Jährige zurück. Heute hat sich das komplett gewandelt. Jüngst hat der Remscheider sein erstes Buch bei Books on Demand veröffentlicht. „Trilogie der menschlichen Geschichten“ beinhaltet einen Erfahrungsbericht, eine Ballade und einen Konzeptroman.

Trotz seiner eher unschönen Schiller-Erfahrung fand Quednau vor knapp 20 Jahren doch noch Gefallen am Werk des Dichterfürstens. Während eines Aufenthalts bei seinen Eltern stieß er in seinem Kinderzimmer auf alte Schulbücher. Damals habe er sich gefragt: „Wieso kannst du so etwas nicht schreiben?“ Sein Schluss: Ihm fehle das passende Thema. Doch damit irrte er. Der Remscheider, der vor seiner Zimmermann-Lehre drei Jahre katholische Theologie studierte, entsann sich des biblischen Berichts von Hananias und Saphira. Ihre Geschichte erzählte er lyrisch neu, orientierte sich dabei an der Form von Schillers „Die Bürgschaft“.

„Ich wollte kein 08/15-Buch schreiben.“

Peter Quednau

Seine folgenden literarischen Gehversuche waren eher zaghaft. Wirklich zu schreiben begann Quednau erst nach dem Tod seiner Frau im Herbst 2015. „Dieses Ereignis hat mir meine eigene Endlichkeit vor Augen geführt.“ Einerseits war der Verlust Antrieb zum Schreiben, andererseits hat ihn die Tätigkeit aus dem emotionalen Loch geholt, in dem er steckte.

Die Themen in „Trilogie der menschlichen Geschichten“ sind philosophisch, religiös, esoterisch. Quednau weiß, dass seine Geschichten exotisch sind. „Ich wollte kein 08/15-Buch schreiben“, sagt er. Der erste Teil trägt den Titel „Die Quadratur des Kreises“. In dem Erfahrungsbericht schildert der 63-Jährige die „schädlichen Nachwirkungen eines mehr als vier Jahrzehnte zurückliegenden Ereignisses“ – und wie man diese unwirksam macht. Die Ballade „Der Goldene Becher“ ist gewissermaßen die Fortsetzung von Schillers „Der Taucher“. Quednau erzählt sie weiter, gibt ihr ein neues, positiveres Ende. Den meisten Raum in seinem Werk nimmt „Der Verräter“ ein. In dem Konzeptroman erzählt der Remscheider die Geschichte des Judas neu, auf eine alternative Weise. „Dabei werden viele der gesellschaftlich etablierten Gedankenschablonen kritisch unter die Lupe genommen“, kündigt er an.

Im Kern beschäftigt sich das Werk mit der „Manipulation von Wirklichkeit“, wie es im Vorwort heißt. Quednau möchte laut eigenen Angaben die „Grundhaltung, das ach so arme Opfer zu sein“, beenden. Zudem plädiert er für „das Ende des Suchens nach einem Feindbild im Außen, während die eigenen inneren Feinde unbehelligt und um so stärker hofiert werden“.

„Trilogie der menschlichen Geschichte“ ist unter anderem bei Books on Demand für 25,99 Euro erhältlich (ISBN: 9 78 37 51 98 08 21). Kann die Veranstaltung stattfinden, ist Peter Quednau am Freitag, 11. Dezember, ab 20 Uhr Referent beim Philosophischen Stammtisch in der Denkerschmette. Dort plant er außerdem an jedem zweiten Sonntag im Januar, Februar und März von 11 bis 13 Uhr Lesungen.

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