Hilfe für die Ukraine

Benefizaktion: Remscheider untermauern ihr Mitgefühl für die Ukraine

-
+
Nicole Berendsen, die nur von Christoph Spengler begleitet wurde, nahm das Publikum durch ihre Stimme sowie die Songauswahl mit auf eine emotionale Reise.

Es war ein emotionaler Abend im Teo Otto Theater. So viel Geld ist zusammengekommen.

Von Sabine Naber

Remscheid. Moderator Horst Kläuser ist am Donnerstag beim Kassensturz tief ergriffen: Die Remscheider Spendenaktion zugunsten der Ukraine liegt nun bei mehr als 185 000 Euro. „Wir haben mit verschiedenen Aktionen um Spenden geworben“, erklärt er dem RGA am Tag nach dem großen Highlight – einem Benefizabend im Theo Otto Theater. Der Erlös des Talk- und Musikabends belaufe sich allein auf 13 500 Euro. Mit einer derart hohen Summe habe er nie gerechnet.

Die Lampen an den Wänden des Theatersaals leuchteten in Blau und Gelb, eine imposante Ukraine-Fahne bildete den Bühnenhintergrund an diesem ganz besonderen Benefizabend für das von Krieg gebeutelte Land im Teo Otto Theater.

„Wie schön, dass Sie heute Abend alle gekommen sind. In unser Theater, das so stimmungsvoll in Szene gesetzt wurde“, begrüßte Horst Kläuser den mit 600 Gästen ausverkauften Saal. „Im Herzen Europas ist ein Volk überfallen worden von einem Krieg, der uns nicht loslässt. Wir stehen an der Seite der Ukraine“, versicherte Kläuser.

In einer Stunde werden sie uns wieder attackieren. Aber ich bleibe hier!

Kristina Koroleva war aus Charkiw in der Ukraine zugeschaltet

Die in Remscheid bestens bekannte Musicalsängerin Nicole Behrendsen trat ans Mikrofon, Kirchenmusikdirektor Christoph Spengler setzte sich ans Piano und der erste Song, eine wunderschön arrangierte Version von John Lennons „Imagine“, erklang. „Man ist verzweifelt, hilflos. Kann fast nichts tun. Aber ich kann Musik machen“, erklärte Spengler seine Motivation, Berendsen für einen Benefizabend zu gewinnen – und die sagte gleich zu, reiste unmittelbar aus ihrer Heimatstadt Haarlem an. In Remscheid sorgte sie mit einem speziell für diesen Abend ausgesuchten Programm für ein großartiges Konzert.

Höhepunkt des Abends: Eine Live-Schaltung nach Charkiw

Horst Kläuser – Spengler nannte ihn augenzwinkernd einen „Geldeintreiber erster Güte“ – war von der Spendenbereitschaft der Remscheider beeindruckt: Schon vor dem Abend war ein sechsstelliger Betrag zusammengekommen. „Lassen Sie uns einen Abend der Hoffnung daraus machen“, erklärte er, von Nicole Berendsen unterstützt. Und die ganze Bandbreite ihrer großartigen Stimme war zu hören, als sie – wunderbar gefühlvoll begleitet von Spengler – sang, zum Beispiel Leonard Cohens berührendes „Halleluja“.

Benefiz-Abend für die Ukraine

Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet.
Christoph Spengler, Nicole Berendsen und Horst Kläuser haben einen Abend im Teo Otto Theater gestaltet. © Roland Keusch
Kristina Koroleva wurde live aus dem umkämpften Charkiw dazugeschaltet.
Kristina Koroleva wurde live aus dem umkämpften Charkiw dazugeschaltet. © Kristina Koroleva

Höhepunkt im Talk-Programm: eine Live-Schaltung in die ukrainische Stadt Charkiw. Kläuser sprach mit Kristina Koroleva (28), die sich entschieden hat, in ihrer Heimat zu bleiben. Die junge Frau schilderte – während im Hintergrund auf einer Leinwand Bilder der zerstörten Stadt zu sehen waren –, dass gerade noch Bombenalarm zu hören war. „In einer Stunde werden sie uns wieder attackieren. Aber ich bin Ukrainerin. Ich bleibe hier!“ Sie sei nicht alleine, versicherte Kläuser. „600 Leute hier im Theater wollen helfen.“ Und die applaudierten mit Blick auf die mutige Ukrainerin gefühlt minutenlang. Als Zeichen der Hoffnung präsentierten Berendsen und Spengler dann den Song „Sunny“, in dem es heißt, dass die dunklen Tage gegangen und die hellen Tage da sind. „Ich hoffe, dass Kris diesen Song auch bald wieder singen kann“, betonte die Sängerin. Und wischte sich die Tränen aus den Augen.

Kläuser schilderte in einem kurzen Abriss, wie es der Ukraine in der Vergangenheit ergangen ist, erinnerte beispielsweise daran, dass als Gegenleistung für ein Nuklearwaffenverzicht versprochen wurde, Souveränität und Grenzen der Ukraine zu achten.

Nach dem Song „That’s what friends are for“, dem Motto der Veranstaltung, nahmen nacheinander Sinje Caren Stoyke, eine OSZE-Beobachterin aus dem Donbass, ein Vertreter der Hilfsorganisation Medeor und der Remscheider Unternehmer Tobias Dehlert neben Kläuser auf dem grünen Sofa Platz. Letzterer schickt „Pakete zum Überleben“ per Lkw in die Ukraine. „Wer mitmachen möchte, kann sich leere Pakete in meiner Firma Tangulima an der Freiheitstraße abholen.“

Spender

Auf der Bühne begrüßte Horst Kläuser Vertreter und Vertreterinnen der Remscheider Service-Clubs und Großspender. Unter anderem sie hatten dafür gesorgt, dass vor dem Benefizabend bereits 172 000 Euro für die Aktion „Deutschland Hilft“ zusammengekommen waren.
So können Remscheider jetzt helfen

Dank

Erfreut zeigte sich Kläuser, dass das Theater erstmals seit vielen Monaten wieder ausverkauft war. Die Theatertechnik und -organisation habe einen tollen Job gemacht. Und: Weil die Stadt auf sämtliche Eintrittsgelder verzichtete, ging der Reinerlös des Abends ebenfalls in die Spendenaktion ein.

Standpunkt: Die Solidarität ist groß

Kommentar von Frank Michalczak

frank.michalczak @rga.de

Dass bei der Remscheider Benefizaktion innerhalb weniger Tage bereits 185 000 Euro zusammengekommen sind, führt vor Augen, wie groß in unserer Stadt die Solidarität zu den Menschen in der Ukraine ist. Sie wird groß bleiben müssen. Denn je länger der Krieg dauert, umso mehr Geflüchtete werden in Remscheid ankommen. Mancher wird ihnen auch mit Sachgütern helfen wollen – mit Möbeln, mit Geschirr und sonstigem, was für den Alltag nötig ist. Die Stadtverwaltung verweist jedoch darauf, dass ihr die Lagerkapazitäten fehlen und das Personal andere Prioritäten setzen muss, als die Spenden entgegenzunehmen und diese zu sortieren. So bleibt einstweilen die finanzielle Hilfe das Gebot der Stunde, aber natürlich auch die persönliche Zuwendung und der Beistand für Menschen, die in den letzten Tagen und Wochen alles verloren haben, die unermessliches Leid erleben. Für sie muss ein Netzwerk her, das Unterstützung koordiniert. Remscheid hat immer wieder bewiesen, dass es dazu in der Lage ist – ob beim Flüchtlingszustrom 2015 oder nach der Flut im letzten Jahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Lenneper Weinfest nach 75 Minuten ausverkauft
Lenneper Weinfest nach 75 Minuten ausverkauft
Lenneper Weinfest nach 75 Minuten ausverkauft
Wenige Prostituierte in Remscheid
Wenige Prostituierte in Remscheid
Wenige Prostituierte in Remscheid
Bauernschnitzel auf Hannes-Art: Oma Ilse wäre stolz auf ihn!
Bauernschnitzel auf Hannes-Art: Oma Ilse wäre stolz auf ihn!
Bauernschnitzel auf Hannes-Art: Oma Ilse wäre stolz auf ihn!
Alt-Remscheid ist der Hotspot der Szene und Genüsse
Alt-Remscheid ist der Hotspot der Szene und Genüsse
Alt-Remscheid ist der Hotspot der Szene und Genüsse