Vorbereitungen für Silvester

Remscheider stehen für Böller Hunderte Meter Schlange

Lange Schlange an der Kasse: Schon vor dem offiziellen Verkaufsstart fanden sich viele Feuerwerksfans bei Nico Europe Am Flügel ein.
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Lange Schlange an der Kasse: Schon vor dem offiziellen Verkaufsstart fanden sich viele Feuerwerksfans bei Nico Europe Am Flügel ein.

Seit Donnerstag dürfen Raketen und Batterien verkauft werden – Andrang übersteigt die Erwartungen der Verkäufer.

Von Peter Klohs

Remscheid. „Das ist Wahnsinn“, sagt Alois Fey, Mitarbeiter von Nico Europe, der drittgrößten deutschen Feuerwerksfirma mit Sitz Am Flügel, angesichts von einer gut 100 Meter langen Menschenschlange, die geduldig und ruhig vor der zum Verkaufsraum umgestalteten Kantine des Unternehmens wartet, bis sie eingelassen wird. Nach zwei Jahren Verkaufsverbot übertrifft der Andrang die Erwartungen der Verkäufer – hatten sie doch unter anderem wegen rasanter Preiserhöhungen mit einer vorsichtigen Zurückhaltung gerechnet.

Alois Fey: „Das ist nicht mehr normal, selbst für den ersten Tag nicht. Es sieht so aus, dass die Menschen die letzten Jahre ohne Feuerwerk mit einem Mal nachholen wollen. Wie man sieht, ist die Faszination Feuerwerk ungebrochen. Wie sagte einmal ein kluger Mann: ‚Die Kunst des Feuerwerks ist die Schönste, denn sie entzieht sich, wenn sie am schönsten ist.‘“ Sprichts und werkelt große Pappkartons zusammen, die ihm die Kunden, die eine ansehnliche Menge Feuerwerk mitnehmen wollen, buchstäblich aus den Händen reißen.

„Das ist nicht mehr normal, selbst für den ersten Tag nicht.“

Alois Fey, Nico Europe

Kaum eine Minute später ist Fey nach draußen unterwegs, Nachschub organisieren. „4XL ist aus“, weiß er, eine Profi-Batterie, die drei Minuten Feuerwerksspaß für 140 Euro verspricht. Aber es gibt noch größere Batterien, die im Lager liegen und nur auf Nachfrage geholt werden.

Im Verkaufsraum wird von Nico-Mitarbeitern darauf geachtet, dass zu keiner Zeit zu viele Kunden gleichzeitig im Raum sind. Die Zahl pendelt zwischen 20 und 30. Zu bekommen ist die neue „Green Line“, ein umweltverträglicheres Feuerwerk dank Verzicht auf lästige Plastikteile und Verwendung von Altpapier und Holz zu mindestens 90 Prozent. Alleine die Namen der Batterien sind anders: Forest Ranger und Woodpecker statt Space Invader. Von jedem verkauften Green-Line-Artikel spendet Nico einen Euro an die Aktion Lichtblicke. Manche der angebotenen Batterien haben schlicht einen Städtenamen: Paris, Montreal, London. Daneben stehen Riesenvulkan, Steamtrain, eine Hamburg-Edition, selbst eine Wunschrakete ist zu haben.

Die Schlange Wartender ist unterdes nicht kleiner geworden. „Das ist wellenartig“, weiß Mitarbeiter Hans-Willi Scholten, seit knapp 40 Jahren im Unternehmen. „Jetzt scheinen viele aufgewacht zu sein.“ Er lacht.

Etwas beschaulicher geht es dagegen bei Pyrotechnik Schmitz an der Klausener Straße zu. Chefin Melanie Moche, seit 20 Jahren mit ihrem Unternehmen am Standort, hat mit ihren Mitarbeitern einen ansonsten leerstehenden Raum zum Verkauf der Feuerwerksartikel hergerichtet. Auch hier standen die ersten Kunden weit vor der offiziellen Öffnung vor der Tür. „Einen Verkaufsfavoriten können wir nicht erkennen“, sagt sie, „es wird von allem etwas verkauft, vom Tischfeuerwerk bis zu den Profiteilen.“

Etwas weniger los war bei Schmitz Pyrotechnik an der Klauserner Straße. Aber auch dort standen die ersten Kunden schon vor 9 Uhr Schlange.

Damit meint sie eine große Batterie, die passenderweise „Monster“ heißt und für knapp 120 Euro zu erhalten ist. Aber es gibt noch viel mehr: Raketensortimente in allen Größen und Qualitätsstufen, Batterien mit seltsamen Namen wie „Schnuffelhase“ oder „Böse Sekretärin“, Bengalos, Sternensprüher, Wunderkerzen, Konfetti, Mini-Raketen.

Melanie Moche schildert, dass nach ihrem ersten Eindruck das Kaufverhalten der Kunden normal ist. „Die Menschen freuen sich, dass sie wieder feiern und Feuerwerk abbrennen können. Und selbstverständlich freuen wir uns auch. Das Kundenaufkommen wird sich am Samstag mit großer Wahrscheinlichkeit noch einmal erhöhen“, prophezeit sie.

Lagerverkauf

Am Freitag ist bei Nico (Flügel 1) von 8 bis 18 Uhr geöffnet, am Samstag (Silvester) von 9 bis 14 Uhr.

Pyrotechnik Schmitz (Klausener Straße 160) öffnet um 9 Uhr und schließt gegen 18 Uhr, am Samstag gegen 14 Uhr. „Wenn mehr los ist, dann schließen wir später“, verspricht Melanie Moche.

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