Tradition

Remscheider sorgen für das Martinsglück

„Die Maxis aus der gelben Gruppe“ spielten für die anderen Kinder der katholischen Kita St. Josef die Martinsgeschichte auf den Kirchenstufen nach. Danach zogen alle mit ihren Laternen singend um die Kirche. Foto: Roland Keusch
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„Die Maxis aus der gelben Gruppe“ spielten für die anderen Kinder der katholischen Kita St. Josef die Martinsgeschichte auf den Kirchenstufen nach. Danach zogen alle mit ihren Laternen singend um die Kirche.
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Gerade in Coronazeiten ist es für die Kinder wichtig, das traditionelle Fest zu feiern – Wenn auch kleiner.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Sie heißen Mariano, Klaus oder Stephanie – das Martinsglück hat in diesem Jahr viele Namen. Sie alle setzen sich dafür ein, dass Kinder nicht noch mehr unter der Pandemie leiden müssen, als sie es ohnehin schon tun – und sorgen in diesen Tagen dafür, dass die jungen Remscheider wenigstens im kleinen Rahmen St. Martin feiern können. Denn die Umzüge fallen wegen Corona aus. Kein Pferd, kein knisterndes Feuer, keine Mantelteilung.

St. Martin fällt aber trotzdem nicht ganz aus. Die Kinder feiern das Fest dennoch. „Es ist wichtig, dass gerade in Coronazeiten Traditionen aufrechterhalten werden und den Kindern damit ein Stück Normalität gegeben wird“, erklärt Stephanie Radig, Einrichtungsleiterin der katholischen Kita St. Josef. Sie setzte sich beim Ordnungsamt dafür ein, dass „ihre Kinder“ wenigstens einen kleinen Martinszug veranstalten durften.

Auf den Treppenstufen der katholischen Kirche St. Josef spielten „die Maxis aus der gelben Gruppe“ gestern am späten Nachmittag die Martinsgeschichte für die anderen Kinder nach – natürlich mit rotem Mantel, Steckenpferd und klappernden Klanghölzern. Eltern durften nicht dabei sein, das Kirchengelände war abgesperrt. „Wie ist das bei euch? Was teilt ihr?“, fragte Stephanie Radig in die leuchtende Schar. Süßigkeiten, etwas zu Essen, Spielzeug, kam als Antwort. Nach Fürbitten und Segen zogen die Kinder schließlich gruppenweise mit ihren Laternen Runde um Runde um das Gotteshaus – dabei hielten sie ihre hübschen Laternen in den Abendhimmel. Gänse und Sterne leuchteten so rings um die Kirche. Dabei sangen die Kinder vier Lieder – natürlich durfte dabei auch „Ich geh mit meiner Laterne“ nicht fehlen.

Ganz im Sinne vom heiligen Martin de Tours geht es am Montag in der katholischen Kita St. Suitbertus weiter: Der Jungunternehmer Mariano Scarfone (28) sorgt dafür, dass jedes Kind und jede Erzieherin, Praktikantin und FSJlerin einen Weckmann bekommen – 64 Stück, frisch gebacken von der Bäckerei Steinbrink, Warenwert rund 100 Euro.

„Eine gute Tat muss man machen.“
Mariano Scarfone

Für den Remscheider, der mit seiner Firma Scarmedia italienische Konzerte im Raum Köln veranstaltet, haben die Weckmänner jedoch einen viel höheren Wert. „Ich möchte, dass die Kinder wenigstens ein bisschen Freude haben. Eine gute Tat muss man machen, das ist meine Überzeugung“, sagt der 28-Jährige, der derzeit mit seiner Eventagentur keinerlei Aufträge hat. Die Krise trifft ihn hart. „Ich finde es toll, wie Herr Scarfone reagiert hat, um den Kindern ein Lächeln zu schenken“, sagt die Elternratsvorsitzende Tonia Alecci (35). „Ich selbst wollte eigentlich als St. Martin verkleidet auftreten, aber das dürfen wir jetzt nicht“, bedauert die Mutter von zwei Kindern (4 und 7).

Eine Absage erteilte das Ordnungsamt auch der Martinsaktion des Verkehrs- und Fördervereins Lennep. Weil der große Umzug ausfällt, wollte der Verein St. Martin mit dem Traktor vorfahren lassen. Schulen und Kitas konnten sich bewerben. Der alte Porsche-Trecker muss in der Garage bleiben, dennoch werden drei Lenneper Einrichtungen bedacht. „Wir werden die Weckmänner abgeben und das Einrichtungspersonal verteilt sie“, erklärt der Vorsitzende Klaus Kreutzer. Am Martinstag, den 11. November, kommen so 200 Schüler der KGS Franziskus in den Genuss des Hefegebäcks. Auch die städtische Kita Lüttringhauser Straße erhält die „süßen Männer“. Die OGS Hackenberg stattet der Verein zudem mit rund 80 Warnwesten aus.

Laternen-Aktion

Unter dem Motto „Lasst Remscheid leuchten“ rufen mehrere Akteure Kinder dazu auf, vom 9. bis 21. November ihre beleuchteten Laternen ins Fenster zu stellen – so könne jeder bei einem Spaziergang die Laternen bewundern, die Hoffnung schenken sollen.

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