Aus dem Sozialauschuss

Remscheider sind häufiger chronisch krank

Christiane Otto stellte AOK-Gesundheitsreport vor. Foto: Christian Beier
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Christiane Otto stellte AOK-Gesundheitsreport vor.

Das geht aus dem Gesundheitsreport der AOK Rheinland/Hamburg hervor. Dort wurde auch die Frage nach dem möglichen Warum gestellt.

Von Sven Schlickowey

Die Remscheiderinnen und Remscheider leiden häufiger an chronischen Krankheiten wie COPD, Diabetes Typ 2 und Adipositas als die restlichen Bewohner des Rheinlandes. Das geht aus dem Gesundheitsreport der AOK Rheinland/Hamburg hervor, den Regionaldirektorin Christiane Otto nun im Sozialausschuss vorstellte. Dabei lieferte der Report auch gleich mögliche Erklärungsansätze dafür mit: sozialer Status und eigenes Verhalten.

„Armut kann ein Gesundheitsrisiko sein“, formulierte es Christiane Otto. Untersuchungen würden zum Beispiel zeigen, dass Hartz-IV-Empfänger wesentlich häufiger an krankhaftem Übergewicht leiden würden als Arbeitnehmer. Und fast doppelt so häufig an der Lungen-Krankheit COPD. Doch das allein reiche als Erklärung nicht aus, so Otto: „So einfach ist das nicht.“

Die eigene Gesundheit werde auch immer vom eigenen Verhalten beeinflusst, betonte die Regionaldirektorin. Und dazu liefert der AOK-Report zumindest Anhaltspunkte, dass es um einige Punkte in Remscheid nicht gut bestellt ist. So sind beispielsweise auffallend wenig Remscheider Mitglied in Sportvereinen.

Und auch Vorsorgeuntersuchungen werden vergleichsweise selten genutzt. Die freiwilligen Früherkennungsuntersuchungen U10 und J1 werden in Remscheid nur von 35 beziehungsweise 28 Prozent der Eltern wahrgenommen. In anderen Städten und Kreisen liegt dieser Anteil bei bis zu 70 Prozent.

Gesundheitskompetenz der Remscheider muss verbessert werden

Um das zu ändern, sei es wichtig, die Gesundheitskompetenz der Remscheider zu verbessern, erklärte Otto dem Ausschuss. Mit niederschwelligen Angeboten, die über Ernährung und andere Themen informieren. So wie der Gesundheitskiosk in den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn. Dort könne man „quasi im Vorbeigehen“ etwas über Gesundheit lernen, berichtete die AOK-Vertreterin: „Das ist der Dreh- und Angelpunkt.“

Bei den Politikern stieß dieser Ansatz auf offene Ohren. Man müsse das Thema „von Grund auf neu denken“, befand zum Beispiel Frank vom Scheidt (Grüne), der angesichts der vorgestellten Daten von einer „schlechten Botschaft“ für Remscheid sprach. Und deswegen die Verwaltung darum bat, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten.

Sozialdezernent Thomas Neuhaus schlug vor, als Basis für dieses Konzept weitere Daten von der Kassenärztlichen Vereinigung einzubeziehen. Auch weil der vorgestellte Report in vielen Bereichen auf die Werte der AOK-Versicherten und nicht der Gesamtbevölkerung zurückgreife. Die Ausschuss-Mitglieder signalisierten Zustimmung. Die Verwaltung solle eine entsprechende Beschlussvorlage formulieren, sagte vom Scheidt: „Dann wird sich hier wohl keiner widersetzen.“

Lesen Sie auch: Die Erkältungswelle überrollt die Kinderärzte in Remscheid.

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