Corona trifft das Traditionsfest

Schützen schreiben Heimatfest ab

Christoph Lange sieht kaum eine Chance für das Schützen- und Heimatfest im Juli.
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Christoph Lange sieht kaum eine Chance für das Schützen- und Heimatfest im Juli.

Verein streicht das 204. Schützen- und Heimatfest wegen Corona. Ob es 2020 einen neuen König gibt, ist noch offen.

Von Joachim Dangelmeyer

Remscheid. Die Maikirmes hatte Christoph Lange, Vorsitzender des Remscheider Schützenvereins schon seit etlichen Tagen abgeschrieben. Dass auch das große Schützen- und Heimatfest im Juli in diesem Jahr wegen des Coronavirus komplett ausfallen wird, war ihm klar, als die neuesten Beschlüsse zur Pandemie-Eindämmung bekannt gegeben wurden: Keine Großveranstaltungen bis zum 31. August. Damit wäre das 204. Remscheider Schützen- und Heimatfest bereits Geschichte, bevor es überhaupt stattgefunden hat.

„Das Virus spielt damit jetzt in der gleichen Liga wie die Weltkriege. Bisher war das Fest nur während der Kriegsjahre ausgefallen“, sagt Lange.

Christoph Lange, Vorsitzender des Remscheider Schützenvereins

Gleichwohl gebe es aus seiner Sicht noch einen kleinen Hoffnungsschimmer: Im letzten Absatz des elfseitigen Beschlusses der Bundesregierung gebe es einen Passus, demzufolge alle bereits getroffenen Entscheidungen alle 14 Tage geprüft und gegebenenfalls revidiert werden sollen.

Verein muss den Schaustellern absagen

Sollte sich also die Lage unerwartet so entwickeln, dass man zu dem Ergebnis kommen könnte, dass… „Warten wir es jetzt einfach ab“, sagt er. Ehrlicherweise räumt er ein, dass es sich dabei eigentlich eher um eine rein theoretische Möglichkeit dreht.

Entschieden und gehandelt werden muss jedoch jetzt. Den Schaustellern, die zur Maikirmes kommen wollten, muss abgesagt werden, denen beim Schützenfest „mit größter Wahrscheinlichkeit“ auch. Auch wenn sich die Absage schon länger abgezeichnet hatte, wollten die Schützen den Beschluss der Regierung noch abwarten. Hätten sie schon vorher storniert, wären sie eventuell in Regress genommen worden – jetzt sei es höhere Gewalt.

„Der finanzielle Schaden hält sich für uns eigentlich in Grenzen“, sagt Lange. Lediglich die Einnahmen aus der Platzmiete entfallen. Einen Plan B für das Schützen- und Heimatfest gibt es nicht, stellt der Vorsitzende lapidar fest. Eine Verschiebung der fünftägigen Kirmes und des Festwochenendes in den Herbst lasse sich nicht bewerkstelligen, weil die Schausteller – „zumindest jene, die die Krise überstehen“ – natürlich auch für spätere Zeiten gebucht sind und deshalb nicht zur Verfügung stehen.

Christoph Lange: „Wir werden über ein internes Fest im Spätsommer oder Herbst nachdenken – und lassen die Kirmes jetzt außen vor.“ Schließlich müsse auch entschieden werden, ob in diesem Jahr ein neuer König ausgeschossen werden soll. Ansonsten bliebe die amtierende Majestät Ingo Sondermann als erster Schützenkönig in der Vereinsgeschichte unfreiwillig zwei Amtszeiten in Würden. „Das müssen wir mit ihm noch abklären, schließlich bringt das Amt als König viele Verpflichtungen und auch Kosten mit sich.“

Sportbetrieb ruht seit 14. März

Absagen gab es für Besuche bei befreundeten Schützenvereinen. Neben den Restriktionen bei der Traditionspflege treiben den Vorsitzenden Sorgen um eine andere Abteilung um: den Sportbetrieb – eigentlich das Hauptstandbein. Seit 14. März ruht das Training der Sportschützen, obwohl die Schießsaison eigentlich weiterlaufe. „Die Meisterschaftsrunden für 2020 können wir komplett absagen.“ Da aber bald schon die Wettkämpfe in den unteren Klassen begännen, habe das Ruhen des Schießbetriebes auch Auswirkungen auf die Saison 2021.

Eigentlich hatte der Remscheider Schützenverein große Pläne für das Jahr 2020. Unter anderem steht ein großer Umbau an.

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