Remscheider Katholiken wählen das Fundament ihrer Gemeinde

Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster. Foto: Roland Keusch
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Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster.

Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster erklärt den Ablauf

Von Melissa Wienzek

Etwa 14 000 Wahlberechtigte in Alt-Remscheid sind aufgerufen, ihre Vertreter zu wählen – sie bilden das Fundament der Gemeindearbeit in der Pfarrei St. Suitbertus. Zu dieser gehören neben St. Suitbertus auch St. Marien, St. Josef und St. Engelbert. Dieses Jahr fallen gleich zwei Wahlen zusammen. Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster erklärt.

Welche Wahlen stehen an?

Zum einen wird der Kirchenvorstand neu gewählt. Er ist für das Personal, die Bauten, Finanzen, Friedhöfe und vier Kitas zuständig. Hier arbeiten Menschen mit Expertise in bestimmten Bereichen mit. „Wir haben in der Pfarrei mit ihren vier Kirchen, vier Zentren und Kitas allein 80 Angestellte“, erklärt Thomas Kaster. Zum anderen wird der Pfarrgemeinderat gewählt. „Dies ist ein Beratungsgremium für den Pfarrer. Gemeinsam wird geschaut, wie sich eine Gemeinde seelsorgerisch aufstellt.“ Der Kirchenvorstand wird alle drei Jahre zur Hälfte neu gewählt für eine Amtszeit von sechs Jahren, der Pfarrgemeinderat wird alle vier Jahre komplett neu gewählt. Beides ist ein Ehrenamt.

Wie laufen die Wahlen genau ab?

Beides wird am Wochenende 6./7. November in einem Vorgang gewählt. Der Ablauf ist wie bei einer Bundestagswahl. Auch Briefwahl ist möglich. An den vier Standorten können die Katholiken wählen, an drei Orten ist das Verfahren an eine Messe gekoppelt. Die Zeiten: Am 6. November wird in St. Josef von 16 bis 16.30 und 17.15 bis 17.45 Uhr gewählt, am 7. November in St. Marien von 8.30 bis 9 und 9.45 bis 10.15 Uhr, am selben Tag in St. Suitbertus von 10.45 bis 11.15 und 12 bis 12.30 Uhr. Von 18 bis 18.30 Uhr wird schließlich im Pfarrsaal von St. Engelbert gewählt, dort gibt es keine Messe. Hier wird im Anschluss ausgezählt. Hinzu kommen die Briefwahlunterlagen, die bis spätestens 18.30 Uhr im Briefkasten des Pastoralbüros von St. Suitbertus gelandet sein müssen.

Wer ist wahlberechtigt?

Um den Pfarrgemeinderat wählen zu können, muss man am Wahltag 14 Jahre alt sein, um den Kirchenvorstand zu wählen, 18 Jahre. Prognosen über die Wahlbeteiligung kann der Stadtdechant nicht abgeben. Sie ist jedoch voraussichtlich relativ niedrig. „Viele nehmen aufgrund der Coronasituation noch nicht am Gottesdienstgeschehen teil.“ Bei der Kirchenvorstandswahl 2018 gaben 250 ihre Stimme ab.

Wie viele Kandidaten gibt es?

Für den Kirchenvorstand neun. Acht werden gewählt. Für den Pfarrgemeinderat gibt es sieben Kandidaten – und sieben werden auch gewählt. In der vorletzten Amtsperiode gab es gar keinen Pfarrgemeinderat in der Pfarrei St. Suitbertus. „Es ist schwierig. Es gibt bei vielen Menschen auch Vorbehalte, sich ehrenamtlich zu beteiligen aufgrund der Großwetterlage der Kirche.“

Warum ist die Wahl so wichtig?

„Gerade jetzt in dieser Zeit, in der wir die Menschen nicht mehr so erreichen, sind beide Gremien wichtig. Wir wollen gemeinsam entscheiden, wie wir die Botschaft künftig zu den Menschen bringen.“ Ohne den Kirchenvorstand laufe gar nichts, betont Kaster. Das demokratische Gremium entscheide mit dem Vorsitzenden gemeinsam. Der Pfarrgemeinderat sei ein Gremium von Multiplikatoren in die Gemeinde hinein. Die Kirche steuere bistumsweit auf Veränderungen zu. Einiges werde aufgrund von Kirchenaustritten und geringerer Steuereinnahmen künftig nicht mehr zu halten sein. „Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass es solche Gremien gibt, um gute Entscheidungen für die Gemeinde fällen zu können.“

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