Berufung am Landgericht

Remscheider kassiert Haftstrafe für Spuckattacke

Das Landgericht in Wuppertal.
+
Das Landgericht in Wuppertal.

Das Landgericht bestätigte das Urteil der Vorinstanz - jedoch nicht in allen Punkten.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach einem Prozess um eine Spuckattacke auf einen Polizisten in Remscheid, eine Trunkenheitsfahrt in der City und ein Bündel weiterer Straftaten hat das Landgericht Wuppertal das Urteil über ein Jahr Haft gegen einen 37 Jahre alten Angeklagten aus Lennep bestätigt. Zugleich berichtigten die Richter einen Fehler des Remscheider Amtsgerichts: Der Mann darf nun doch seinen Führerschein behalten, weil er den Verkehrsverstoß mit einem Fahrrad begangen hat. Die Staatsanwaltschaft hatte in diesem Punkt zu seinen Gunsten Berufung eingelegt. Der vorsitzende Richter kommentierte in der vorläufigen, Urteilsbegründung: „Das ist das erste Mal, dass ich das in dieser Form erlebe.“

Die Vorwürfe hat der Angeklagte gestanden: Zum Zusammentreffen mit der Polizei sei es bei einem sommernächtlichen Einsatz an seiner Wohnung gekommen. Er sollte nach häuslicher Gewalt der Räume verwiesen werden. Die Beamten habe er als „Hurensöhne“ und „Hunde“ beschimpft und dann gespuckt. Mit im Urteil eingerechnet sind frühere Beschimpfungen einer Nachbarin als „Schlampe“ und zwei Supermarktdiebstähle – erst Gambas und später Kaviar. Hintergrund soll jahrelanger Alkoholmissbrauch des Angeklagten gewesen sein. Laut Aussagen zur Trunkenheitsfahrt war er nachts mit 1,3 Promille auf der Kölner Straße Schlangenlinien gefahren und beim Absteigen gestrauchelt. Derzeit ist der Mann in Haft wegen eines anderen Urteils.

Vor dem Landgericht stellte der Staatsanwalt klar: Einziehung der Fahrerlaubnis und Sperre vor Erteilung eines neuen Führerscheins kommen in Frage, wenn jemand bei seiner Verkehrsstraftat Auto fährt. Im Fall des Angeklagten sei befristetes Fahrverbot richtig. Der Anwalt des Mannes verzichtete auf Einwände. Das Verbot werde abgelaufen sein, bevor sein Mandant in die Freiheit zurückkehren darf.

Fazit des Vorsitzenden Richters: „Das Fahrverbot ist sachgerecht, auch wenn der Angeklagte nichts davon spüren wird.“ Zusätzlich habe das Gericht die Höhe der verhängten Strafe geprüft: Sie sei vertretbar und bleibe bestehen.

Angeklagter und Staatsanwaltschaft haben das Berufungsurteil angenommen.

Erst vor einigen Wochen hatte das Landgericht ein Urteil des Remscheider Amtsgerichts bestätigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Knutschkugel Pasa sucht einen Platz an der Sonne
Knutschkugel Pasa sucht einen Platz an der Sonne
Knutschkugel Pasa sucht einen Platz an der Sonne
Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?
Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?
Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?
Metallverwerter retten Lenneper Gans
Metallverwerter retten Lenneper Gans
Metallverwerter retten Lenneper Gans

Kommentare