Schweizer Wettbewerb

Remscheider Eierschalen-Werk schafft den großen Sprung

Elisabeth Herold hat ihr Atelier in Küppelstein. Foto: Herold
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Elisabeth Herold hat ihr Atelier in Küppelstein.

Künstlerin Elisabeth Herold gewinnt bei Schweizer Wettbewerb – „Collective Intelligence?“ wird online bei Artsy und in der Züricher Artbox.Gallery ausgestellt.

Von Melissa Wienzek

Für sie ist es das prägendste Kunstelement überhaupt: Eierschalen. Bereits seit sechs Jahren rückt Elisabeth Herold das natürliche Material in den Mittelpunkt – und damit in ein ganz anderes Licht. Eins ihrer Eierschalen-Werke hat nun den großen Sprung geschafft: Die Remscheider Künstlerin gewann beim Schweizer Kunstwettbewerb „Artbox.Project World 1.0“.

Damit gehört Elisabeth Herold, die unter anderem durch die aktuelle Plakataktion „A+H+A“ Remscheider Künstler in Corona-Zeiten bekannt ist, mit ihrem Werk „Collective Intelligence?“ zu den zehn Finalisten des internationalen Kunstwettbewerbs.

Elisabeth Herold

Allein im Halbfinale standen noch 100 Künstler aus aller Welt. Herolds Werk „Collective Intelligence?“ überzeugte die Jury schließlich. Die großformatige Eierschalen-Arbeit ist nun ab sofort in einem Online-Showroom auf Artsy zu sehen, der weltweit größten Kunstplattform. Ab April wird das Werk der Remscheiderin dann in der Artbox.Gallery in Zürich ausgestellt. Eine Transportfirma wird es abholen. Gar keine leichte Aufgabe, schließlich ist das Werk 1,30 mal 80 Zentimeter groß – und äußerst zerbrechlich.

Für die gebürtige Würzburgerin, die seit 2010 in Remscheid lebt, war es ein positiver Abschluss eines aufreibenden Jahres 2020. Denn die Nachricht ereilte sie am Silvesternachmittag. „Ich habe mich wahnsinnig gefreut und war sehr überrascht, weil ich nicht damit gerechnet habe. Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich als eine von zehn auserwählt wurde“, sagt die Remscheiderin. Silvester habe sie also gleich zweimal anstoßen können. Auch für sie sei 2020 nicht einfach gewesen. „Es war nicht viel möglich. Alle Ausstellungen wurden abgesagt.“ Eine Aktion, über die sie sehr dankbar sei, sei die Plakat-Aktion „A+H+A“ von Tessa Ziemßen. Auch Elisabeth Herold ist so seit Mitte Dezember mit ihrer Kunst auf den Ströer-Plakaten im Straßenraum zu sehen.

Und nun auch einem breiteren, internationalem Publikum. „Collective Intelligence?“ hat dabei einen durchaus ernsten, komplexen Hintergrund. „Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, dass heutzutage Informationen sehr schnell verbreitet werden durch das Internet und die sozialen Medien. Auf der anderen Seite gibt es die Idee der Schwarmintelligenz. Ich habe mich gefragt, ob sich vermeintlich populäre Meinungen mit der Schwarmintelligenz vereinbaren lassen“, erklärt die Künstlerin den Hintergrund zu „Collective Intelligence?“

„Jedes Ei ist individuell.“
Elisabeth Herold, Künstlerin

Für die Autodidaktin Elisabeth Herold, die ein Atelier in Küppelstein sowie eine Atelierbeteiligung in Bonn hat, ist die Eierschale Thema Nummer eins – Contemporary Eggshell Art heißt der Stil, den die Künstlerin seit 2014 verfolgt. Aber warum Eier? „Ich finde, es ist ein unheimlich faszinierendes Material, auf der einen Seite zerbrechlich, auf der anderen hat es aber auch eine gewisse Stabilität. Ich finde es sehr reizvoll, die Grenzen des Materials auszureizen.“ Eigentlich sei die Eierschale ja ein biologisches Abfallprodukt. Aber eben auch ein Symbol für das Leben. „Etwas Organisches mit künstlichen Farben oder klarer Geometrie zu kontrastieren, finde ich sehr spannend.“ Und: Ein Ei gleiche eben nicht dem anderen, hat sie herausgefunden. „Jedes Ei ist individuell. Es ist auch bis heute nur annähernd mathematisch zu berechnen“, sagt Elisabeth Herold.

Alle verwendeten Eier werden übrigens vorher gegessen. Die meisten werden ausgepustet, manche auch aufgeschlagen, alle aber auf jeden Fall gereinigt, bevor sie schließlich zum Kunstwerk werden.

Artbox und Artsy

Projekt: Das „Artbox.Projekt World 1.0“ wird von der Züricher Artbox.Gallery durchgeführt. Ziel ist es, Nachwuchskünstler aus aller Welt zu fördern und ihnen eine Plattform zu bieten, auf der sie sich präsentieren können.

Plattform: Die 2009 gegründete Kunstwebsite Artsy bietet derzeit über eine Million Werke von 100 000 Künstlern an. Artsy arbeitet mit Galerien, Museen und Institutionen zusammen. Es gibt auch Live-Auktionen.

www.artsy.net

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