Remscheider befragen den Krisenstab

Horst Kläuser moderierte die Gesprächsrunde im Teo Otto Theater. Alle Teilnehmer wurden vorab auf Corona getestet. Foto: Roland Keusch
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Horst Kläuser moderierte die Gesprächsrunde im Teo Otto Theater. Alle Teilnehmer wurden vorab auf Corona getestet.

Horst Kläuser lud zu „Kall nit – Corona“ ein

Von Sabine Naber

Das froschgrüne Sofa stand am Freitagabend im Teo Otto Theater im Hintergrund, als Talkmeister Horst Kläuser statt zu „Kall nit – talk!“ aus naheliegendem Grund zu „Kall nit – Corona“ eingeladen hatte. Die Expertenrunde des Remscheider Krisenstabs saß im großen Kreis auf der Bühne, um Fragen zu Corona, zur Pandemie und zu Impfungen zu beantworten.

Kläusers Gäste waren die Ärztin Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, Kreisstellenvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Sozialdezernent Thomas Neuhaus, Leiter des Krisenstabs, Dr. Frank Neveling, Leiter des Gesundheitsamtes, sowie Guido Eul-Jordan, Chef der Remscheider Berufsfeuerwehr und Impfeinsatzleiter in der Sporthalle West.

Publikum gab es nur online, die Veranstaltung wurde im Stream auf Youtube übertragen. Im Vorfeld konnten Interessierte Fragen stellen. Auf die Frage, ob sie im März 2020, als es den ersten Corona-Fall in Remscheid gegeben hat, damit gerechnet hätten, dass jetzt bereits drei Impfstoffe zugelassen seien, antwortete die Ärztin: „Ich bin einfach nur froh, dass wir sie haben. Und dass sie gut verträglich, sehr nebenwirkungsarm sind. Ich habe beide Impfungen hinter mir, außer einem etwas schweren Arm habe ich nichts gespürt.“

Sie wäre froh, wenn jedem ein Impfangebot gemacht werden könnte: „Ich habe in der Fieberambulanz gearbeitet, mache Abstriche und habe Angehörige in meiner Praxis, die Angst haben, selbst an Corona zu erkranken. Einem 70-jährigen Vater einer Patientin machten die Ärzte wenig Hoffnung. Das macht mich natürlich auch traurig.“

Zum Thema Impfbereitschaft machte Dr. Neveling deutlich, dass es ein normaler Vorgang sei, dass die Menschen am liebsten erst mal den Nachbarn vorschicken, bevor sie sich selbst impfen ließen. „Aber der Impfstoff ist extrem verträglich“, unterstrich er. Zu Beginn sei die Situation ja völlig neu gewesen. „Mutationen sind normal. Wichtig ist, aus dieser Pandemie zu lernen. Ausreichend Personal, Schutzmaterialien zu haben. Atemmasken werden ja nicht schlecht.“ Auf die Frage eines Ehepaares, ob sich in Remscheid schon mal jemand in der Gastronomie infiziert habe, sagte der Arzt, dass ihm davon nichts bekannt sei.

Das Remscheider Gesundheitsamt sei in die Jahre gekommen, man habe von Beginn an improvisieren müssen. „Es regnet auch mal rein ins denkmalgeschützte Haus. Aber unseren Pflichtaufgaben sind wir nachgekommen. Heute, in Pandemie-Zeiten, sieht man das mit anderen Augen“, machte Neuhaus deutlich.

OB gegen Privilegien für Geimpfte

„Wenn die Impfstoffe kommen, sind dann genug Kapazitäten frei?“ Diese Frage ging an den Chef der Feuerwehr. „20 Impfungen pro Stunde sollten wir schaffen. Wir haben drei Impfstraßen, die halbe Halle ist als Aufbau-Reserve noch da.“ Wichtig ist ihm, dass die Menschen, die einen Impftermin haben, pünktlich sind. Zu früh zu kommen, das sei schädlich fürs System. Gefragt nach den übrig gebliebenen Impfdosen, sprach Eul-Jordan von „mobilen Armen“. „Verfallen lassen wir nichts. Wir haben Ideen, eng angelehnt an die Kategorie 1, entwickelt.“

Privilegien für Geimpfte lehnt OB Mast-Weisz ab: „Seit einem Jahr arbeiten wir als Stadtgesellschaft zusammen. Solidarität ist gefordert. Wir sollten abwarten, bis wir alle sicher sind.“ Eine hohe Impfrate sei der Weg aus der Pandemie.

Eine Remscheiderin wollte wissen, wie es mit Lüftungsanlagen in Klassenzimmern aussieht. „Diese Geräte sind für kleinere Räume gut, aber wir haben in den Schulen gute Lüftungsmöglichkeiten. Nur in einer müssen die Fenster ausgetauscht werden“, versicherte Neuhaus.

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