Gericht

Zweieinhalb Jahre Haft für brutale Attacke auf Busfahrer

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Das Amtsgericht in Remscheid.

Der Jugendliche schlug einem Busfahrer mehrfach mit einer Plastikflasche gegen den Kopf. Doch das war noch nicht alles.

Remscheid. Ein 18-jähriger Remscheider muss für eine Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten in Haft, weil er einen Busfahrer brutal attackiert hat. Im November 2021 hat das Jugendschöffengericht Remscheid einen 18-Jährigen unter anderem wegen Körperverletzung im Juni 2021 verurteilt. Die dagegen sowohl vom Angeklagten wie von der Staatsanwaltschaft eingelegten Berufungen wurden zwischenzeitlich zurückgenommen, so dass das Urteil jetzt rechtskräftig geworden sei, teilt Dr. Peter Lässig, Richter und Pressesprecher des Amtsgerichts, mit.

Der Heranwachsende hatte im Juni im Nachtexpress laut Musik gehört. Als der Busfahrer ihn aufforderte, die Musik leiser zu machen, lief der Angeklagte mit einer vollen Ein-Liter-Colaflasche aus Kunststoff in der Hand zur Fahrerkabine. Als der Busfahrer daraufhin den Bus anhielt und die Türe der Fahrerkabine öffnete, schlug der Fahrgast mit der Flasche nach dem Kopf des Fahrers, traf jedoch nur die Scheibe über der Fahrertür.

Um weitere Angriffe zu unterbinden, habe der durchaus wehrhafte Busfahrer den Angeklagten in den „Schwitzkasten“ genommen. Der Angeklagte signalisierte daraufhin durch dreimaliges Klopfen, dass er aufgebe. Als der Busfahrer ihn dann losließ, habe der Angeklagte ein Messer aus der Tasche gezogen, dessen Klinge er sofort ausklappte. Daraufhin drückte der Busfahrer den Angeklagten vor eine Haltestange des Busses, so dass der Angeklagte das Messer fallenließ.

Nachdem sich die beiden dann gegenüberstanden, gab der Angeklagte dem Busfahrer unvermittelt eine wuchtige Kopfnuss gegen die Stirn. Anschließend sprang der Angeklagte auf eine Sitzerhöhung und trat dem Geschädigten mehrfach ins Gesicht und versetzte ihm einen Faustschlag. Der Fahrer verlor dadurch zwei Zähne, erlitt mehrfache Prellungen im Kopf- und Brustbereich und war, auch wegen des traumatischen Erlebens, über mehrere Wochen arbeitsunfähig, schildert der Pressesprecher den Tathergang in seiner Mitteilung.

Nach der Tat floh der Angeklagte aus dem Bus. Er konnte aber, auch dank der Beobachtungen anderer Busfahrer, bereits am nächsten Tag gefasst werden und kam in Untersuchungshaft.

Das Gericht hat unter Einbeziehung einer einschlägigen früheren Verurteilung wegen Körperverletzung, wegen der der Angeklagte zur Tatzeit unter Bewährung stand, die Einheitsjugendstrafe, die der Angeklagte im Jugendstrafvollzug verbüßen muss, verhängt.

Aus Sicht des Gerichts eröffne dies dem Heranwachsenden die Chance, seine Aggressionen zu bearbeiten und einen Schulabschluss in Angriff zu nehmen, um nach seiner Entlassung die Grundlage für ein selbstbestimmtes und dann straffreies Leben zu schaffen. ma

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