Auszeichnung für besondere Verdienste

Remscheid hat zwei neue Ehrenbürger

Die Laudatio für Beate Wilding übernahm Stadtdirektor Sven Wiertz in Vertretung der ehemaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.
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Die Laudatio für Beate Wilding übernahm Stadtdirektor Sven Wiertz in Vertretung der ehemaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Ehemalige Oberbürgermeister Beate Wilding und Fred Schulz ausgezeichnet.

Von Sabine Naber

Remscheid. In einem Festakt im Teo Otto Theater sind der ehemaligen Oberbürgermeisterin Beate Wilding und ihrem Vorgänger Fred Schulz das Ehrenbürgerrecht verliehen worden. Damit wurden ihre besonderen Verdienste um das Wohl der Stadt gewürdigt. Beschlossen hatte der Stadtrat die Ehrung schon im Dezember, coronabedingt musste das für März geplante Fest dann allerdings verschoben werden. Am Samstagvormittag begrüßte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz Wegbegleiter und Familienangehörige der beiden zu Ehrenden, nachdem das Blechbläser-Quintett der Bergischen Symphoniker die Feier musikalisch eröffnet hatte.

Die Laudatio auf Beate Wilding hielt Sven Wiertz, ihr ehemaliger Büroleiter, engster Vertrauter und heutiger Stadtdirektor. Er hob vor allem Wildings Herzlichkeit, ihre Anteilnahme und ihr Interesse an den Menschen hervor und erinnerte an ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement, beispielsweise als erste Frauenvorsitzende des Remscheider Gewerkschaftsbundes.

„In Remscheid nehme ich eine starke Stadtgesellschaft wahr.“

Laudator Andreas Ehlert

„Im Gedächtnis ist mir besonders der Abend, als Antonio Scarpino, Sven Wolf und ich dich in unsere Studentenbude eingeladen hatten, um dir bei selbstgekochtem Nudelauflauf das Amt der Oberbürgermeisterin schmackhaft zu machen“, schilderte Wiertz schmunzelnd die damalige Unterstützung vonseiten der Jusos. Menschen zusammenzubringen, sich ihren Sorgen zu widmen, das zeichne die ehemalige OB aus. Sie habe den Förderverein Möhrchen gegründet, um sicherzustellen, dass alle Schüler täglich ein Mittagessen bekommen.

Fred Schulz (Mitte) mit OB Burkhard Mast-Weisz (l.) und Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf.

Ein Herzensanliegen sei ihr die Aktion „Stolpersteine gegen das Vergessen“ gewesen, für die sie 2005 die Schirmherrschaft übernommen hatte. „Du hast damit eine Brücke der Verständigung zwischen der Vergangenheit und der Zukunft gebaut“, betonte der Stadtdirektor. Die Geehrte gab mit der Urkunde und dem Blumenstrauß in der Hand zu, dass ihr bei so viel lieben Worten die Knie wackeln würden. „Danke für die große Anerkennung. Hier in meiner Geburtsstadt haben die Bürger das Herz auf dem rechten Fleck“, ist Beate Wilding überzeugt. Nachdem sie sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte, erhoben sich alle von ihren Plätzen und applaudierten.

Die Laudatio zu Ehren von Fred Schulz hatte Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, übernommen: „Es ist auch aus der Sicht der Wirtschaft, des Handwerks eine ausgezeichnete Entscheidung, sichtbar zu machen, wer sich für seine Stadt verdient gemacht hat. In Remscheid nehme ich eine starke Stadtgesellschaft wahr.“ Beeindruckt habe ihn, dass Schulz schon mit 34 Jahren Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft geworden sei, das Amt zehn Jahre innehatte, dann Oberbürgermeister wurde und anschließend erneut den Posten als Geschäftsführer übernahm.

„Als Oberbürgermeister waren Sie Chef der Verwaltung und zugleich Mitglied diverser Aufsichtsgremien städtischer Gesellschaften und Beteiligungen. Sie haben die Wirtschaft mit an den Tisch geholt, einen Marketingrat für die gesamte Stadt gegründet und sich sozialen Partnerschaften wie beispielsweise mit der Lebenshilfe gewidmet“, sagte Ehlert und bezeichnete Schulz als einen „Patrioten des Handwerks“.

„Danke. Ihre Worte haben mich tief beeindruckt. Und ich hoffe, dass ich noch einige Jahre fürs Handwerk arbeiten darf“, sagte der so Geehrte. Und freute sich beim Eintrag ins Goldene Buch, dass ein gebürtiger Bochumer nun Remscheider Ehrenbürger geworden ist. Auf seinen Wunsch erklang am Ende die Nationalhymne.

Hintergrund

Oberbürgermeisterin a. D. Beate Wilding wurde bei der Wahl 2004 als erste Frau zur Oberbürgermeisterin gewählt. Dieses Amt übte sie vom 11. Oktober 2004 bis zum 22. Juni 2014 aus. Oberbürgermeister a. D. Fred Schulz ist bei der erstmals direkten Wahl des Hauptverwaltungsbeamten der Stadt Remscheid am 12. September 1999 mit absoluter Mehrheit im ersten Wahlgang zum Oberbürgermeister gewählt worden.

Standpunkt: Ein Schatten bleibt

Von Sven Schlickowey

sven.schlickowey@rga-online.de

Nur 13 Ehrenbürger hatte die Stadt Remscheid bis Samstag, noch einmal 13 kommen von Lennep und Lüttringhausen hinzu, die beide bis 1929 als eigenständige Kommunen diese Ehre ebenfalls vergaben. Nun gibt es zwei neue Remscheider Ehrenbürger, darunter mit Beate Wilding die allererste Frau. Die ehemalige OB hat diese Würdigung wie auch ihr Vorgänger Fred Schulz ohne jeden Zweifel verdient. Doch es bleibt ein kleiner Schatten auf beiden Auszeichnungen, weil von den drei noch lebenden Ex-Oberbürgermeistern nur zwei zu Ehrenbürgern ernannt wurden. Reinhard Ulbrich, ab 1989 ehrenamtlicher, seit 1995 erster hauptamtlicher OB von Remscheid, ging leer aus, obwohl er sich über seine Amtszeit hinaus für die Stadt engagiert hat, vor allem im Sportbund. 

So recht erklären scheint das niemand zu können. Oder zu wollen. Was einmal mehr die Gerüchteküche anheizt. Und was sich vor allem auf die beiden nun verliehen Auszeichnungen auswirkt. Damit hat sich die Stadt keinen Gefallen getan. Und den Geehrten auch nicht.

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