Spendensammlung geht weiter

Zwei Lkw aus Remscheid voll Hilfe für Mragowo

Rund 20 Paletten voll Sachspenden sind bisher bei der Arbeit Remscheid zusammengekommen. Sven Vogel und Salvator Roman Ramos gehören zu den Mitarbeitern, die sie sortieren. Am Mittwoch soll der Hilfskonvoi starten, weitere Unterstützung ist willkommen. Foto: Doro Siewert
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Rund 20 Paletten voll Sachspenden sind bisher bei der Arbeit Remscheid zusammengekommen. Sven Vogel und Salvator Roman Ramos gehören zu den Mitarbeitern, die sie sortieren. Am Mittwoch soll der Hilfskonvoi starten, weitere Unterstützung ist willkommen.

Der Remscheider Hilfskonvoi soll am Mittwoch, 30. März, starten.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der Remscheider Hilfskonvoi für den polnischen Partner-Landkreis Mragowo hat in kurzer Zeit Fahrt aufgenommen. Die Hilfsbereitschaft sei „überwältigend“, sagt Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Der Bestand an Sachspenden sei schon jetzt beachtlich, berichtet Ralf Barsties von der Arbeit Remscheid, die die Logistik übernimmt. Am Mittwoch soll der Konvoi mit zwei Lkw gen Osten starten. Noch ist aber weitere Unterstützung willkommen, auch weil ein zweiter Konvoi in Planung ist.

Remscheid schickt Hilfskonvoi nach Polen - Stadt rechnet mit 130 Flüchtlingen

„Wir gehen davon aus, dass wir all die Dinge, die Sie in dem Schreiben genannt haben, bringen können“, konnte Neuhaus Mragowos Landrätin Barbara Kuzmicka-Rogala am Donnerstag in einer Online-Konferenz mitteilen. Am vergangenen Freitag hatte sich die Landrätin mit einem Hilferuf an die Partnerstadt gewandt, hunderte Flüchtlinge aus der Ukraine seien inzwischen im Kreisgebiet angekommen und müssten versorgt werden. Dafür benötige man unter anderem Stromerzeuger, Feldbetten, Hygieneprodukte und Lebensmittel.

Wir müssen sie mit allem versorgen, von der Zahnbürste bis zur Bekleidung.

Mragowos Landrätin Barbara Kuzmicka-Rogala

Die Situation habe sich seither eher verschärft, berichtet Barbara Kuzmicka-Rogala nun. Rund 1900 Flüchtlinge seien inzwischen in dem Landkreis registriert, wie viele sich insgesamt dort aufhalten, wisse man gar nicht. Viele der Menschen aus der Ukraine hätten nur wenige Habseligkeiten dabei: „Wir müssen sie mit allem versorgen, von der Zahnbürste bis zur Bekleidung.“ Zudem arbeite man daran, den Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Schulen zu ermöglichen.

Untergebracht seien viele Flüchtlinge derzeit in Hotels, so Kuzmicka-Rogala. Deren Betreiber würden allerdings darauf drängen, dass die Zimmer bis zum Beginn der touristischen Hauptsaison geräumt würden. Deswegen müsse man nun andere Unterbringungsmöglichkeiten schaffen, zum Beispiel in ehemaligen Kasernen.

Das musste für den Hilfskonvoi organisiert werden

Bereits unmittelbar nachdem das Schreiben bei der Stadtverwaltung angekommen war, begann die Organisation des Hilfskonvois, dessen Koordination Thomas Neuhaus übernommen hat. Eine Gruppe um Kall-nit-Talker Horst Kläuser übernahm das Fundraising, die Arbeit Remscheid richtete ein Lager für Sachspenden ein. Rund 20 Paletten voll seien dort bisher zusammengekommen, sagt Geschäftsführer Barsties, darunter einige hundert Decken und Schlafsäcke, die Fußballer der SG Hackenberg hätten zudem 30 Feldbetten angekündigt.

Noch sei aber nicht alles zusammen, betont Horst Kläuser: „Wir haben noch eine lange Liste, auf der zum Beispiel Hygieneartikel für Frauen und Männer, Batterien und Taschenlampen stehen.“ Vieles bekomme man von Remscheider Unternehmen gespendet, anderes, zum Beispiel die benötigten Stromerzeuger, kaufe man mit dem eingesammelten Geld an. Zudem sei geplant, Bargeld mit nach Polen zu nehmen, so Kläuser, damit könnten vor Ort Medikamente gekauft werden.

Am 30. März fährt der Konvoi los

Klappt alles, werde der Konvoi am frühen Mittwochmorgen starten, sagt Thomas Neuhaus, 16 bis 20 Stunden rechne man für eine Strecke. Voraussichtlich werde eine Gruppe aus fünf Personen die beiden Lkw begleiten, darunter auch der Sozialdezernent. „Ich freue mich, wenn wir uns in der kommenden Woche persönlich sehen“, betonte Neuhaus während der Online-Konferenz mit den polnischen Partnern. Der Anlass sei zwar tragisch, aber trotzdem eine Gelegenheit, die Partnerschaft zu vertiefen.

Außerdem werde man sich vor Ort einen Überblick verschaffen, welche Unterstützung noch benötigt werde, so Neuhaus: „Wir wollen die Gelegenheit nutzen, unsere Hilfe zu verfeinern.“ Kurz nach dem ersten Konvoi solle es dann einen zweiten geben. So lange gehe auch die Spendensammlung weiter. Und würden dabei Spenden übrigbleiben, könne man die ja auch für Geflüchtete aus der Ukraine in Remscheid nutzen.

Das ist bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu beachten.

Helfen

So können Sie jetzt helfen

Sachspenden: Stromerzeuger, Betten, Bettwäsche, Schlafsäcke, Körperpflegeprodukte, Lebensmittel können montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr im Spendenlager der Arbeit Remscheid gGmbH (Am Bruch 14) abgegeben werden.

Geldspenden: Für Geldspenden wurde beim Ev. Kirchenkreis Lennep ein Spendenkonto eingerichtet: IBAN: DE02 3506 0190 1010 2080 21; Verwendungszweck: 361600 Mragowo. Das Geld wird zur Beschaffung benötigter Hilfsgüter eingesetzt.

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